Heute war der neue syrische Diktatur Dscholani in Deutschland, einst gesuchter Terrorist, Dschihadist, Kopfabschneider, Anführer von Al Qaida in Syrien. Empfangen wurde er mit dem ganz großen Programm. Als Pressefotograf und politischer Beobachter weiß ich, dass die Politik nicht nur mit Demokraten und Frauenverstehern an runden Tischen sitzen kann. Es geht um Interessen, und die wenigsten Länder der Welt sind Demokratien. So weit, so Realpolitik.
Was ich unerträglich fand, waren die jubelnden Massen an Syrern auf den Straßen Berlins. Wie war das noch 2015? Es kämen nur Säkulare, Akademiker und Leute, die unser Land so dringend brauchen kann? Bereits für den kleinsten Zweifel, für das leiseste Hinterfragen landete man in der "rechten Ecke", war wahlweise "Wutbürger" oder gleich "Nazi".
Jetzt sehen wir: ein großer Teil dieser Menschen teilen nicht unser Verständnis von Demokratie, Freiheit und dem Schutz von Menschenrechten. Denn sonst würden sie nicht einem Typen zujubeln, der in Syrien Frauenrechte einschränkt und dessen Schergen Minderheiten wie Drusen und Christen massakrieren.
Die Syrer, die ihm in Deutschland zujubeln, müssen konsequenterweise in ihre Heimat zurück. Denn spätestens heute ist ihr Fluchtgrund entfallen. Außerdem ist das Asylrecht für Einwanderung nicht gedacht, sondern ein Recht auf Zeit für die Dauer der jeweiligen Verfolgung. Den politischen Verantwortlichen kann ich nur raten, jetzt zu handeln und geltendes Recht umzusetzen. Sonst verlieren noch mehr Menschen das Vertrauen.