„Alles Roger?“ – mit dieser Frage meldete sich Manuel Hagel, 36-jähriger CDU-Politiker aus Baden-Württemberg, kürzlich auf Social Media zurück. Ein Satz, der nicht nur sprachlich, sondern auch symbolisch für die politische Haltung der Union steht: Die CDU scheint in den 90ern steckengeblieben zu sein. Während die Welt sich weiterdreht, klammert sich die Partei an veraltete Konzepte, als wäre die Jahrtausendwende nie passiert.
Hagels Wortwahl – eine Mischung aus Jugendsprache und 90er-Nostalgie – wirkt wie ein unfreiwilliges Eingeständnis: Die CDU hat den Anschluss an die Gegenwart verloren. Statt moderner Lösungen setzt sie auf bewährte, aber längst überholte Rezepte. Atomkraft statt Energiewende, fossile Brennstoffe statt erneuerbare Energien, Abhängigkeit vom Ausland statt europäischer Souveränität. Alles Roger? Eher nicht. Während andere Länder und Parteien längst die Zeichen der Zeit erkannt haben, wirkt die CDU wie ein Relikt aus einer Epoche, in der Klimawandel noch ein Randthema und Digitalisierung ein Fremdwort war.
Doch Hagels Auftritt ist mehr als nur ein peinlicher Sprachfauxpas. Er steht exemplarisch für das grundsätzliche Problem der Union: Sie versucht, mit den Mitteln von gestern die Herausforderungen von morgen zu bewältigen. Statt mutiger Reformen gibt es Rückwärtsgewandtheit, statt innovativer Ideen wird auf bewährte – und längst gescheiterte – Strategien gesetzt. Die CDU wirkt wie ein Politiker, der mit einem Kassettenrekorder in der Hand versucht, die Streaming-Ära zu erobern.
Die Reaktionen auf Hagels „Alles Roger“-Posting waren entsprechend: zwischen Belustigung und Kopfschütteln. Die 90er haben angerufen, scherzten Nutzer – nicht, um die CDU zurückzuholen, sondern um sich für die jahrzehntelange Dominanz der veralteten Politik zu entschuldigen. Doch während die Welt sich verändert, bleibt die CDU in ihrer Komfortzone. Statt sich den Fragen der Zukunft zu stellen, flüchtet sie sich in eine Vergangenheit, die längst kein Vorbild mehr ist.
Die Niederlage bei der letzten Wahl war kein Zufall, sondern das logische Ergebnis einer Politik, die sich weigert, die Realität anzuerkennen. Die CDU steht vor der Wahl: Entweder sie begreift, dass die 90er vorbei sind – oder sie riskiert, zur politischen Nische zu werden, die nur noch von denen verstanden wird, die sich ebenfalls weigern, im 21. Jahrhundert anzukommen. Bis dahin bleibt nur eine Frage: Alles Roger, CDU? Die Antwort lautet: Leider nein.
JuliusH/pixabay https://pixabay.com/images/search/fragezeichen/