Es gibt zwei Gesichter des Sicherheitsapparats in einem Regime wie diesem: das eine, das nach außen hin Furcht einflößt und jeden Widerstand im Keim erstickt, und das andere, das – zumindest theoretisch – für die grundlegendste Ordnung im Alltag sorgen sollte. Doch während die Repressionseinheiten wie die OMON nach wie vor intakt, gut ausgerüstet und bereit sind, jeden Protest mit brutaler Härte niederzuschlagen, zerfällt alles andere. Die Polizei, die einst für die elementare Sicherheit der Bürger zuständig war, ist längst ausgeblutet.
Die OMON und andere Spezialeinheiten bleiben eine drohende Präsenz – schwer bewaffnet, gut bezahlt und nach wie vor bereit, jeden Befehl auszuführen, der von oben kommt. Sie sind das letzte Werkzeug eines Regimes, das weiß, dass es nur noch durch Einschüchterung und Gewalt regieren kann. Doch während diese Einheiten weiterhin als Faust des Staates fungieren, sind die normalen Polizeistationen, die Reviere, die Streifenbeamten – all jene, die einst für die grundlegende öffentliche Sicherheit zuständig waren – längst nur noch eine leere Hülle. Fast **40 % der Stellen** sind unbesetzt. In manchen Regionen muss ein einzelner Polizist die Arbeit von sieben Kollegen erledigen. Die Gründe sind bekannt: Wer kann, geht an die Front, wo Prämien und Versprechungen locken. Wer bleibt, kämpft mit leeren Kassen, überlangen Schichten und einer wachsenden Ohnmacht.
Die Folgen sind verheerend. Wenn eingebrochen wird, kommt niemand. Wenn eine Frau um Hilfe schreit, bleibt der Notruf unbeantwortet. Wenn auf offener Straße gerauft oder geraubt wird, schaut jeder weg – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es schlicht niemand mehr gibt, der eingreifen könnte. Niemand weiß, wie hoch die Kriminalität wirklich ist, denn es gibt längst niemand mehr, der die Straftaten registriert. Doch eines wird immer deutlicher: Die Mordrate und die Zahl der Schusswaffentoten sind mittlerweile mit den Zahlen in den USA vergleichbar – ein Land, das einst für seine strenge Waffenkontrolle bekannt war. Die Realität findet nicht mehr in Akten statt, sondern auf den Straßen, in den Hinterhöfen, in den Wohnungen – dort, wo der Staat längst abgedankt hat.
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Doch das eigentliche Problem ist nicht nur das Fehlen der Polizei, sondern das, was an ihre Stelle tritt. Die Veteranen, die aus dem Krieg zurückkehren, bringen eine Gewalt mit, die das Land nicht mehr kontrollieren kann. Sie sind bewaffnet, traumatisiert und wissen oft nicht mehr, wie man in einer zivilen Welt lebt. Die lokalen Beamten, selbst überlastet und demoralisiert, weichen Konflikten aus. Sie wissen: Es gibt keine Verstärkung, keine Backup-Pläne, keine Institution mehr, die ihnen den Rücken stärkt. Die OMON mag noch immer bereitstehen, um Demonstrationen niederzuknüppeln – doch wer schützt die Bürger vor denjenigen, die das System selbst geschaffen und dann fallen gelassen hat?
Die Antwort des Regimes auf diesen Kollaps ist kein Versuch, die Lage zu verbessern, sondern eine letzte, verzweifelte Maßnahme: die Privatisierung der Sicherheit - Bürgerwehren, Milizen und parastaatliche Gruppen übernehmen die Kontrolle – nicht, um Recht und Ordnung wiederherzustellen, sondern um sie durch ihre eigenen Regeln zu ersetzen. Der Staat gibt nicht nur seine Verantwortung auf, er gibt sie an Akteure ab, die ihm nicht einmal mehr gehorchen müssen. Die OMON mag noch immer eine Bedrohung für diejenigen sein, die das System herausfordern – doch für den normalen Bürger, der einfach nur sicher leben will, gibt es längst niemand mehr, der ihn beschützt.
Am Ende bleibt eine Gesellschaft, die in einem gefährlichen Vakuum zurückgelassen wurde. Der Deal war immer klar: Die Menschen akzeptierten die Unterdrückung, im Gegenzug versprach ihnen der Staat Sicherheit. Doch jetzt ist beides weg. Die Unterdrückung bleibt – in Form der Repressionseinheiten, die nach wie vor jeden Widerstand zerschlagen können. Doch die Sicherheit, das elementare Bedürfnis nach Schutz im Alltag, ist längst zerfallen. Und wenn selbst das nicht mehr gewährleistet ist, dann ist das mehr als ein Systemversagen. Es ist der Beweis, dass ein Regime, das nur noch auf Gewalt und Einschüchterung setzt, am Ende nicht einmal mehr das liefern kann, was es seinen Bürgern einst als letzten Trost angeboten hat. Die Mordrate steigt, die Gewalt eskaliert, und der Staat? Der schaut zu.