Die Lage entwickelt sich schneller als die Berichterstattung hinterherkommt. Auch diese Lageanalyse wird bald überholt sein.

In der Cherson Region halten die Russen derzeit zwei Brückenköpfe über den Dnjepr: Die eine bei Cherson, die andere etwas östlicher bei Nova Kakhova.

Beide Übergänge wurden von den HIMARS unter Beschuss genommen. Die Antonsowsky Brücke bei Cherson ist für Fahrzeuge nicht mehr passierbar.

Der Damm bei Nova Kakhovka ist für Lkw noch passierbar, aber nicht mehr für schweres Kriegsgerät. Weitere Pontombrücken wurde von den HIMARS zerstört.

Die derzeitige Offensive überrennt die demoralsierten und hungernden russischen Streitkräfte. Bis gestern erfolgten im Nordosten und im Norden ukrainische Angriffe (blaue Pfeile).

Im Norden wurden Brückenköpfe am Inhulets River (dunkle Schlangelinine in der Mitte) eingerichtet. Russischen Truppen die sich nördlich aufhalten, droht die Einkesselung. Es sollen geschätzt 5000 Soldaten sein. Nach neuesten Erkenntnisse fliehen diese unkooridiniert nach Südwesten, die ukrainische Armee stößt nach. Diesen Abend werden die ukranischen Truppen schon bis kurz vor Nova Kakhova vorgestoßen sein.

Diese Gegend ist Steppe, flaches Land mit wenigen Bäumen. Es gibt keine natürlichen Barrieren, die es den Russen ermöglichen würde, improvisierte Verteidigungslinien zu errichten. Sie müssen diese hinter dem nächsten natürlich Hindernis errichten. Das sind entweder der Dnjepr oder der Inhulets River.

Sich über den Damm, über die Dnjepr nach Nova Kakhova zurück zu ziehen, wäre für die Russen das Vernünftigste, da hier noch Lkw und leichte Fahrzeuge rüber können. Sie könnten sich mit den Truppen, die in Saporsishja kämpfen, vereinen.

Die andere Option wäre sich nach Südwesten über den Inhulets zurück zu ziehen (blaue Linie).

Das würden jedoch nur Dummköpfe tun - den Russen ist es trotzdem zuzutrauen. Würden sie über den Damm nach Nova Kakhova übersetzen, müssten sie nur ihr schweres Gerät zurück lassen. Ziehen sie sich über den Inhulez zurück, würden sie die meisten Fahrzeuge wegen Spritmangel verlieren bzw. nicht mehr über den Dnjepr bringen können. Gleichzeitig könnten die Ukrainer einen Brückenkopf auf der linken Flußseite bei Nova Kakhova einrichten, von wo aus sie in Richtung Krim und Melitopol vorstoßen können. Desweiteren können sie von Kakhova aus das Wasser für die Krim abstellen.

Kurz gesagt, ihr Meisterstratege in Moskau hat Wahl zwischen Pest und Cholera.

Die Vernüfigten werden bei Nova Kakhova, entgegen dem Befehl aus Moskau, übersetzen, aber die meisten werden sich in die Falle von Cherson begeben, von wo aus sie aus drei Seiten angegriffen werden und nicht mehr über den Fluß kommen.

Ob Panzerhaubitze, Granatwerfer, Zuzanna2, AHS Krab und CAESAR, alle werden jeden Punkt in diesem Kessel erreichen können. Die einzige Verbindung wird ein Ponton-Brücke sein, die auch in Reichweite der ukrainischen Artillerie liegt.

Es wird eine Todesfalle für die Russen sein und sobald die Ponton-Brücke unbrauchbar ist, gibt es nur noch die Wahl zwischen Tod durch Erfrieren, Tod durch Verhungern oder die Kapitulation. Geschätzt 15.000 russische Soldaten werden vor dieser Entscheidung stehen.

Über die Antonowsky-Brücke bei Cherson gehts höchsten noch mühsam zu Fuß unter direktem Artilleriefeuer.

Der Fluß ist hier ca. 1 km breit. Im Winter ist er nicht schwimmend zu durchqueren.

Putin hat Cherson annektiert und wird es nicht aufgeben, was bedeutet, dass er diese Truppen zum Tode oder der Kapitulation verurteilt.

Alles in allem ein Paradebeispiel wie eine motiviert Armee einen inkompetenten Feind schlagen kann.

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