Am 25. Februar 2026 kam es vor der Küste der kubanischen Provinz Villa Clara zu einem blutigen Schusswechsel zwischen der kubanischen Küstenwache und einem in Florida registrierten Schnellboot. Nach Angaben des kubanischen Innenministeriums drang das Boot in kubanische Hoheitsgewässer ein. Als sich die Küstenwache näherte, sei von dem Boot aus das Feuer eröffnet worden – der Kommandant der kubanischen Einheit wurde verletzt. Im Gegenzug tötete die Küstenwache vier Insassen des Bootes und verletzte sechs weitere. Die Verletzten wurden geborgen und medizinisch versorgt. Über die Identität der Bootinsassen oder ihre Motive schweigt Havanna bisher.
Der Vorfall ereignet sich in einer Phase extremer Spannungen zwischen Kuba und den USA. Erst im Januar hatte die US-Regierung nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Truppen die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbunden. Die Blockade verschärfte die ohnehin tiefe Wirtschaftskrise auf der Insel: Stromausfälle, eingeschränkter Schulbetrieb und reduzierte Arbeitszeiten prägten den Alltag. Umso überraschender wirken die jüngsten Meldungen aus Washington: Noch am selben Tag kündigte das US-Finanzministerium an, die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba teilweise zu lockern.
Warum dieser plötzliche Kurswechsel?
Die Lockerung des Embargos könnte ein strategischer Schachzug sein. Statt auf weitere Eskalation zu setzen, scheint die US-Regierung nun auf Deeskalation zu drängen – möglicherweise, um eine öffentliche Zuspitzung der Krise zu vermeiden. Kuba wiederum könnte im Gegenzug darauf verzichten, den Vorfall als „Schweinebucht 2.0“ zu inszenieren und die USA international unter Druck zu setzen. Beide Seiten haben ein Interesse daran, eine direkte Konfrontation zu vermeiden, ohne dabei das Gesicht zu verlieren.
Der Zwischenfall wirft Fragen auf: Handelte es sich bei dem Boot um Schmuggler, Flüchtlinge oder gar um eine gezielte Provokation? Und warum reagiert Washington jetzt mit Zugeständnissen, wo es doch bisher auf harte Linie setzte? Vielleicht zeigt sich hier auch die innenpolitische Schwäche von Trump, der nur im Erfolgsfall mit solchen Aktionen in Verbindung gebracht werden will.