Ein satirischer Kommentar zu den NR-Wahlen 2017.

Wie bei jeder Wahl, machen sich auch dieses Mal wieder übelriechende wahlkampfrhetorische Ausdünstungen breit. Gemeinhin als „Schmutzkübel-Kampagnen“ oder jetzt neudeutsch, als „Dirty-campaigning“ bekannt. Wie Blähungen auf Steroiden, durchdringen diese Dämpfe unsere ganze Gesellschaft, werden von den Medien aufgegriffen, verstärkt und in ständiger Wiederholung in alle Ecken und Winkel getragen, bis sie tatsächlich jedermanns Nase erreicht haben, mit ihrer ganzen, jeden vernünftigen Gedanken betäubenden Intensität, hemmungslos verbreitet.

Da gibt es unter anderem die „Causa Silberstein“ bei der SPÖ, deretwegen jetzt sogar unser amtierender Bundeskanzler als Parteivorstand in den Rechtfertigungs-Modus gedrängt wurde. Nun ja, was auch immer Herr Silberstein angestellt haben soll – die Gerichte tagen noch – ist es doch unzweifelhaft logisch, dass sich eine Partei nicht mit den vorgeworfenen Schwachheiten anpatzen will, zumal vieles davon ganz und gar nicht in das politische Konzept einer Sozial-Partei passen mag.

Wie DiePresse aktuell aufklärt, ist der Herr Silberstein und eine gewisse Auswahl seiner Mitakteure, wohl eher nur aus pekuniären Gründen parteilich tätig. Wer ihn, respektive seine Agentur, bezahlt, kann seine Dienste ganz ohne Farbbekenntnis in Anspruch nehmen. Die besagten Videos und Aussagen sind somit kaum vom engeren Führungskreis der SPÖ bestellt worden, weshalb auch die antisemitischen Untergriffe nicht so recht passen würden. Selbst wenn man diese versucht, anderen zu unterstellen. Umso sicherer erscheint es, dass es keinen Segen von Seiten der SPÖ-Wahlkampfleitung gab, dieses Material zu verwenden. Wenn man schon derart hochprozentige Negativwerbung betreibt, will man schließlich mit entsprechend subtilen Hinweisen erreichen, dass sie den gewünschten Leserkreis auch wirklich erreicht. Wir werden aber spätestens irgendwann nach der Wahl wissen, aus welchem Loch dieser Mief geschlüpft ist. Möglicherweise hilft uns bis dahin aber eine Volksweisheit weiter, die besagt: „wer ihn als erster schmeckt, beim dem ist er g‘steckt!“ Bis dahin wird er leider weiter das Urteilsvermögen mancher Menschen benebeln.

Vom politischen Mitbewerb kommt zu dieser Causa – wie könnte man es auch anders erwarten – der von tiefster und garantiert ehrlicher Erschütterung zeugende Vorwurf, wie man solche Übelkeiten wohl nur verbreiten könne und – eh klar, eine mit leicht gesenkten Augenlidern überzeugt formulierte Distanzierung im Stil von: „I woas ned! Is oba eh kloar, oda?“ Als Bürger darf man sich nun auf gut wienerisch die berechtigte Frage stellen: „Wos für a Oaschgsicht woa des daun?“ (womit der Wortherkunft „Oaschgsicht“ eine plausible Erklärung verschafft wird). Und so wird dem eigentlichen Mief noch das im parteilichen Couleur passend Odeur als besondere Aromanote hinzugefügt.

Ansonsten beweisen etliche unserer Parteichefpolitiker, dass sie auch noch zu Flatulenzen anderer Qualitäten befähigt sind. Seien es nun die leisen, butterweichen, die sich anfangs unauffällig mit dem säuerlichen Geruch einer Diarrhoe verbreiten – Stichwort: „Milliardeneinsparungen für Milchmädchen“, um dann spätestens nach den Wahlen ihr volles Aroma zu entfalten, oder solche, die sich laut und in repetitivem Stakkato bemerkbar machen – auch hier Beispiele: „Heimat, Fairness, Islamisierung…“ und so die Sinne jedes auch nur einigermaßen vernunftbegabten Wählers vernebeln sollen, auf dass er sich in leicht lenkbares Wahlvieh verwandeln möge.

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G. Szekatsch

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Margaretha G

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