"Mauthausen steht auch leer und das ist ein sehr großes Areal!!" (Alexander B. vor 11 Tagen via Facebook)

Diese, ähnliche und schlimmere Aussagen kann man auf einer Internetseite nachlesen, die sich "Eau de Strache" nennt und es sich zur Aufgabe gemacht hat, fragwürdige Zitate von Sympathisanten einer Partei zum aktuellen Zeitgeschehen zu dokumentieren. Die Themen betreffen Migration, Regierung und Gender.

Ich möchte etwas dazu sagen und möglicherweise wird ein mächtiger Shitstorm über mich einbrechen, der mich umhauen wird, weil man eventuell den Text nicht richtig liest.

Wer mich länger kennt, weiß, dass ich parteimäßig non-Coleur bin, mich aber Straches Aussagen und Handlungen oftmals sehr befremden und bisweilen auch ängstigen. Auf meiner FB- Seite und auch auf dieser Plattform hier,kann man meine Gesinnung gegenüber Ausländern, Flüchtlingen, Menschenrecht usw. deutlich nachvollziehen. Das sei vorher angemerkt, bevor ich meine Gedanken offenbare.

Zum Thema Flüchtlingsunterbringung habe auch ich mir meine Gedanken gemacht und finde es geradezu grotesk, dass wir Menschen in z.B. Zelten unterbringen, die keinerlei Schutz vor Wetterbedingungen gewährleisten, wie Hitze, Regen, Sturm, etc... Warum z.B. keine Container zur Verfügung gestellt werden, wie große Baustellen sie haben, oder sie auch die SPÖ anno dazumals vor dem Cafe Landmann aufgestellt hat, als der gute Gusenbauer noch werkte und wirkte, ist mir schleierhaft. Diese Container verfügen über Toiletten, Duschen, Küchen, etc....Aber gut, soll halt irgendwie nicht sein – warum auch immer. Da auch das Thema Platz eine große Rolle spielt und leerstehende Kasernen ebenfalls aus mir nicht verständlichen Gründen nicht infrage kommen, kam auch mir der Gedanke an den ehemaligen KZ-Lagern - wenn auch aus einem völlig anders gelagerten Blickwinkel.

Mit Mauthausen, Auschwitz und Dachau assoziiert man automatisch die NS-Zeit. Viele Leben wurden hier grausamst genommen - die Namen dieser drei Ortschaften stehen also nur und automatisch für unendliches Leid. Wenn man mit "blumigen" Wörtern sprechen will, wurde die Erde auf furchtbarste Art und Weise "entweiht". Diese Areale stehen für die dunkelsten und ekelhaftesten Abgründe der menschlichen Rasse. Jetzt mein Gedanke: Kann aus diesem ehemaligen Albtraum für Menschen nicht etwas GUTES werden? Kann man aus einem Areal, das für soviel Leid stand, nicht ein Areal machen, das für ein Zeichen der Hoffnung steht? (Und damit auch automatisch ein Zeichen gegen Rassismus jeglicher Art setzen) Die Menschen, die in unser Land kommen, haben ein ähnliches Schicksal hinter sich, wie die Juden damals zur NS-Zeit.

Ich möchte anmerken: Ich weiß nicht, ob man groß von Menschenwürde und Hilfe sprechen kann, wenn man tausende Flüchtlinge unterschiedlichster Nationen auf engstem Raum unter unwürdigsten Bedingungen zusammenpfercht und dann behauptet, "wir sind ein Land, das sich dem Leid anderer annimmt!" Das ist gelinde gesagt - Bullshit und unserer nicht würdig! Meiner Meinung nach wären gerade die ehemaligen KZ-Lager ideal dafür geeignet, um ein Denkmal der HOFFNUNG zu errichten, als ewig darauf zu pochen, wie furchtbar es in Österreich einmal zuging. Ich möchte doch wetten, das Überlebende der Lager sogar geneigt wären, diese Gedanken zu befürworten. Das Zitat "Niemals vergessen!" könnte hier eine völlig neue Bedeutung bekommen - positiver Art nämlich - und Österreich könnte so auch gleichzeitig beweisen, das es eine neue Version der NS-Zeit nie mehr wieder zulassen wird.....

In meinen Gedanken würden die KZ-Lager natürlich komplett neu gestaltet werden - etwas Neues könnte darauf entstehen. Es würde für mich auf jeden Fall mehr Sinn machen, als sich ewig zeremoniell zu "erinnern", mediengerecht Kränze niederzulegen und hohle Reden zu schwingen - teils von Politikern, die das Leid dieser Menschen naturgemäß gar nie nachvollziehen können.

Zurück zu "Eau de Strache". Wenn man sich die Kommentare durchliest, bemerkt man, dass viele dieser geistigen "Ergüsse" vor Rechtschreibfehlern und Phrasen niedersten Niveaus nur so strotzen. Es wundert nicht, dass sich derlei Aussagen nur auf Straches Facebookseite finden, denn genau DIESE Klientel ist es, auf die die (Wahl)kampagne der FPÖ abzielt Der rege Zulauf zur Strache-Partei ist unter anderem der völlig verkorksten Asyl- und Migrationspolitik unserer Regierung geschuldet und bereitet einmal mehr rechtsextremen Strömungen den idealen Nährboden, um (wieder) aktiv zu werden - eine Tatsache, die hartnäckig von sämtlichen Parteien ignoriert und/oder verleugnet wird.

Nun möchte ein türkischer Arzt zur Wien-Wahl antreten, um, wie er sagt, den "Rechtsdruck in Österreich zu stoppen", was, wie ich glaube, eher das Gegenteil zur Folge haben wird, so aufgeheizt wie sich die Stimmung dieser Tage präsentiert. (Und das ist in bestimmten Lagern nicht ungewollt)  Das Antlitz Österreich verändert sich. Es wäre müßig zu glauben, dass dem nicht so ist und ein verheerender Fehler, diese Tatsache weiterhin negieren zu wollen.

Es sei gesagt, dass ich natürlich nicht ALLE Menschen Österreichs pauschal in meine Ansichten einbeziehe - wohl aber ist es an unseren Politikern, die Zeichen der Zeit rechtzeitig zu erkennen und weise, präventive Maßnahmen zu ergreifen, wollen wir nicht tatsächlich wieder Einen, "der gut reden kann" auf der Bühne sehen.....

Link:

https://www.eaudestrache.at

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