Es ist kein Zufall, dass AfD-Spitzenkandidat Siegmund aus Sachsen-Anhalt die Schulpflicht abschaffen will. Es ist ein Muster. Die AfD, deren Wählerschaft überproportional oft bildungsfern ist, inszeniert sich zwar als „Volkspartei“, doch ihr Programm zielt auf etwas Grundlegenderes: die Schwächung kritischer Urteilsfähigkeit. Denn wer nicht lernt, zu hinterfragen, der lässt sich leichter führen – und wer sich führen lässt, wählt am Ende keine Demokraten, sondern Demagogen. Bildungsfeindlichkeit ist kein Nebeneffekt, sondern Kernbestandteil autoritärer Ideologien. Wer die Schule angreift, greift die Grundlage einer freien Gesellschaft an.
Warum Bildung für Despoten gefährlich ist
Geschichte zeigt: Jeder, der absolute Macht anstrebte, hat Bildung als erste Bedrohung gesehen. Die islamistische FIS in Algerien ermordete in den 1980er- und 90er-Jahren gezielt über 30.000 Ärzte, Lehrer und Intellektuelle – nicht weil sie Gewalt verherrlichten, sondern weil sie Aufklärung fürchteten. Wer denkt, der zweifelt. Wer zweifelt, der gehorcht nicht blind. Das wusste auch die Taliban: Als sie 2021 wieder an die Macht kamen, schlossen sie sofort Mädchen-Schulen und verboten Frauen den Universitätszugang. In Afghanistan ist Analphabetismus heute wieder auf dem Vormarsch – kein Kollateralschaden, sondern Programm.
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Auch die Nazis brannten nicht zufällig Bücher. Goebbels’ berühmter Satz „Wenn ich Kultur höre, entsichere ich meinen Browning“ war kein Witz, sondern eine Drohung. Die nationalsozialistische Führung eliminierte systematisch kritische Geister: Professoren, Schriftsteller, Wissenschaftler. Die Sowjets unter Stalin verfolgten „Bourgeois-Intellektuelle“ als „Volksfeinde“ und schickten sie in Gulags. Und in Maos China wurden während der Kulturrevolution Lehrer, Ärzte und Künstler gedemütigt, gefoltert, ermordet – allesamt als „konterrevolutionäre Elemente“.
Bildungsbürgertum als Feindbild
Warum dieser Hass auf Gebildete? Weil Bildung Macht verleiht – nicht die Macht der Fäuste, sondern die der Argumente. Ein gebildeter Bürger durchschaut Lügen, erkennt Manipulation, wehrt sich gegen Vereinfachungen. Für Populisten und Extremisten ist das ein Albtraum. Die AfD hetzt gegen „Bildungseliten“, weil sie genau weiß: Wer über Fakten diskutiert, entlarvt ihre Alternativlosigkeits-Rhetorik. Islamisten ermorden Ärzte, weil diese nicht nur heilen, sondern auch aufklären. Und Faschisten aller Couleur diffamieren Intellektuelle als „Volksverräter“, weil diese ihre Ideologie als das entlarven, was sie ist: eine Mischung aus Dummheit und Gewalt.
Dass heute wieder die Ärzteschaft ins Visier gerät, ist kein Zufall. Ärzte stehen für Rationalität, für Wissenschaft, für den Glauben an Fakten – alles Dinge, die autoritären Strömungen ein Dorn im Auge sind. Wer wie die AfD gleichzeitig die Schulpflicht infrage stellt und gegen „Expertokratie“ wettert, der verfolgt eine klare Strategie: Eine dumme Bevölkerung ist eine gefügige Bevölkerung.
Fazit: Bildung ist Widerstand
Die Geschichte lehrt uns: Wo Bildung schwindet, wächst die Tyrannei. Wer heute die Schulpflicht abschaffen will, wer Lehrer diffamiert oder Wissenschaftler als „Systemlinge“ beschimpft, der knüpft an die dunkelsten Traditionen an. Doch Bildung ist mehr als nur Wissen – sie ist die Fähigkeit, sich gegen Manipulation zu wehren. In diesem Sinne ist jeder Lehrer, jeder Arzt, jeder Wissenschaftler ein kleiner Freiheitskämpfer. Und jeder Angriff auf sie ist ein Angriff auf uns alle.
Denn am Ende geht es nicht um „Eliten“, sondern um eine einfache Frage: Wollen wir eine Gesellschaft, in der gedacht werden darf – oder eine, in der nur gehorcht wird?