31 Tage Glück: Mit einer achtsamen Haltung Veränderungen trainieren

Wenn wir etwas Neues lernen, bildet unser Gehirn neue Synapsen aus. Diese Synapsen sind sozusagen die Verbindungen zwischen den einzelnen Gehirnzellen. Lange immer gleich ausgeübte Tätigkeiten haben die Synapsen im Gehirn manifestiert. Wir müssen morgens nicht nachdenken, ob wir zuerst Café kochen oder unter die Dusche oder auf die Toilette gehen. Diese Abläufe passieren automatisch und individuell immer in derselben Reihenfolge.

Wenn wir nun etwas Neues lernen wollen, eine Sprache zum Beispiel, ist es ganz wichtig, sich jeden Tag zumindest 3-4 Minuten dieser Sprache zu widmen. Warum? Weil Synapsen einen Nachteil haben: Sie lösen sich innerhalb von 24 Stunden wieder auf, wenn wir die Tätigkeit nur einmal machen. Mit 3-4 Minuten pro Tag, kann ich sie aufrecht halten und vertiefen. Also lieber täglich 5 neue Vokabel lernen anstatt einmal pro Woche 2 A4-Seiten!

Was wir auch im Gehirn finden, sind Axone und Dendriten. Unser Gehirn – oh Freude! – ist nämlich lebenslänglich veränderbar! Es ist wie eine Muskelansammlung, je nachdem welchen Teil ich mehr trainiere, dieser verändert/vergrößert sich – messbar! Ich kann meine Kreativität trainieren, meine Merkfähigkeit, meine Orientierungsfähigkeit… In der Woche bauen wir unser Gehirn im %-Bereich um, unser ganzes Leben lang! Axone und Dendriten können sogar bis zu 1,5 Meter wachsen…einziger Haken dabei: Sie wachsen am Tag nur 1 Millimeter. Und das ist der Grund, warum Veränderungen nur schrittweise gehen und wir Dinge immer wieder wiederholen müssen (Liebe Lehrkräfte, es liegt nicht an Ihnen, wenn Sie das Gefühl haben manches sollte doch schon im Gedächtnis geblieben sein!).

Wenn Sie Veränderungen im Unternehmen einführen und dabei Widerstand vermeiden wollen, machen Sie es gaaaaanz langsam und unauffällig. ;)

Ich rege meine SeminarteilnehmerInnen immer dazu an, ihr Gehirn auf Veränderungen zu trainieren, indem Sie bewusst Veränderungen in den gewohnten Tagesablauf einbauen. So nehmen Sie bestimmt immer denselben Weg in die Arbeit und nach Hause, sitzen immer am selben Platz bei Tisch und putzen Ihre Zähne immer mit derselben Hand. Indem Sie harmlose Veränderungen in Ihren Alltag einbauen, trainieren Sie Ihr Gehirn leichter mit Veränderungen umgehen zu können, sie nicht als Bedrohung wahrzunehmen, sondern sogar den „Lustgewinn“ dabei zu erhöhen. Mit der Zeit können Sie auch immer besser damit umgehen, wenn Dinge nicht so funktionieren wie sie sollen, weil Sie nicht mehr die Hindernisse wahrnehmen, sondern sofort neue Möglichkeiten sehen – Ihr Gehirn ist ja trainiert darauf!

Gehen Sie den Häuserblock zur U-Bahn heute anstelle von rechts einmal links herum, setzen Sie sich bei Tisch auf einen anderen Platz und nehmen Sie so den Raum ganz anders wahr, putzen Sie Ihre Zähne mit der linken Hand, wenn Sie Rechtshänder/in sind. Seien Sie mutig! Es kann nichts dabei passieren und vielleicht entdecken Sie einen neuen Laden, wenn Sie einen anderen Weg gehen, treffen freundlichere Menschen oder nehmen andere Gerüche wahr.

Haben Sie einen veränderungsfreudigen Tag!

3
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Gerhard Neuwirth

Gerhard Neuwirth bewertete diesen Eintrag 14.12.2015 23:17:18

fischundfleisch

fischundfleisch bewertete diesen Eintrag 14.12.2015 23:17:18

Leopold Scharf

Leopold Scharf bewertete diesen Eintrag 14.12.2015 23:17:18

2 Kommentare

Mehr von Susanne Strobach