Es war heute Nachmittag, als ich bitter feststellen musste, dass die Batterien meines Taschenrechners den Geist aufgegeben hatten. Ich fasste mich schnell, denn die Moll Wien Mitte ist nur ein Katzensprung von uns entfernt. Zwar habe ich nicht den Körperbau einer Katze, aber dennoch war es ein Leichtes, mich bereits nach fünf Minuten im ersten Stock beim MediaMarkt wiederzufinden.

Zugegeben, die Jüngeren unter euch werden sich sicherlich fragen: „Hää, was ist ein Taschenrechna? Das ist zu viel Stress. Ich mache das mit meinem Handy, Laptop, Instagram, TikTok oder der Cloud.“ Egal, wir alten Säcke verwenden nun mal Taschenrechner, und ich sage euch was: Wir fühlen uns sehr gut dabei.

Zurück zu MediaMarkt. Ich schnappte mir die passenden Batterien und ging zur Kasse. Nun, die Modernisierung ist auch an dieses Geschäft nicht vorbeigegangen. Die neuen Kassen – vier Stück an der Zahl – werden von sehr nettem Personal bedient und lassen über einen Lautsprecher verkünden: „Bitte der nächste Kunde zur Kasse 2, 3, 4 …“

Es war eine sehr große Schlange, und wir warteten, bis die nächste Kasse frei wurde. Zum Glück ging es recht schnell voran. Vor mir stand eine „reifere“ Frau, die mich gleich von oben bis unten musterte. Ich lächelte wie immer charmant und sagte: „Na, sehr viel los heute.“ Sie lächelte zurück, nickte, und ich dachte mir: Trotz ihres Alters, ihrer sonderbaren Kleidung – als hätte sie sie selbst genäht – und ihrer roten Haare sah sie recht nett aus.

Wir lauschten geduldig den Anweisungen der Kassastimme: „Bitte der nächste Kunde zur …“ In einem Moment meiner guten Laune geschuldet, sagte ich zu ihr: „Schau, wie erfreulich, die gendern gar nicht. Sonst wüsste man ja nicht, wer gemeint ist.“ Plötzlich wurde das freundliche Gesicht dieser Frau ernst, wirklich ernst.

So ernst, als würdest du zu einem Mann sagen: „No, wo haben Sie denn heute Ihren Minirock vergessen?“ Mit anderen Worten würdest du versuchen, den vernichtenden Blicken auszuweichen, die wie fliegende Messer geworfen werden, aber es wäre sinnlos, wenn sie voller Hass und Niedertracht geworfen werden. Du fällst, tödlich getroffen, zu Boden, japst nach Luft, röchelst Blut, scheißt dich an und segnest das Weite.

Diese freundliche Frau fuhr herum, sah mich schief an und war offensichtlich so aufgebracht, dass sie nach vorne stürmte. Sie ging zur falschen Kasse und als man sie verscheuchte, hüpfte sie zur nächsten Kasse, die ebenfalls besetzt war. Die war echt fertig. Ich rief ihr noch nach: „Warten Sie, gnädige Frau! Das ist die falsche Kasse. Die ist nur für Kunden und innen!“

Mir war mittlerweile klar, dass sie offensichtlich zu jener ideologisch behafteten linksgrünen Fraktion gehörte, die Genderfehler mit Vernichtung bestrafte. Doch angesichts meiner Hübschheit und guten Ausstrahlung japste sie nur hilflos und suchte das Weite. Dass sie dabei auch noch vom Sicherheitsdienst gepackt und festgehalten wurde, da dieser annahm, dass sie mit den Waren verschwinden wollte, setzte dem Ganzen die Krone auf.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich mag Frauen. Ich schätze diese sanften und wundervollen Wesen, die uns auf geistige, emotionale und körperliche Weise berühren können, wie es sonst kein anderes Wesen auf dieser Welt vermag. Ich habe Hochachtung vor ihnen, weil sie uns Männern in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil, in vielen Fertigkeiten sind sie uns sogar überlegen.

Aber diese Frau war keine Frau. Vermutlich bezeichnet sie sich selbst als Person 1 oder Elternteil II. Hätte ich ihr „Du Frau, warten“ nachgerufen, hätte ich die Hölle auf Erden erlebt. Während das Sicherheitspersonal ihre Tasche durchsuchte, ging ich noch besser gelaunt an ihr vorbei und dachte mir: „Gendan is scho supa …“

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Bachatero

Bachatero bewertete diesen Eintrag 26.01.2026 21:39:43

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