Einsatz auf einer Corona-Intensivstation: „Alle jung, alle ungeimpft.“

Der deutsche Schauspieler, Musiker, Regisseur und Produzent Jan Josef Liefers hatte sich im April 2021 an der Aktion #allesdichtmachen beteiligt, bei der 52 Film- und Fernsehschauspieler mit ironisch-satirisch gemeinten Clips die Coronapolitik in Deutschland kommentierten. Die Aktion löste kontroverse Diskussionen aus.

Nach massiver Kritik wies Liefers eine Nähe zur Querdenken-Bewegung, zur AfD, zu Reichsbürgern, Verschwörungstheoretikern und „Corona-Ignoranten“ zurück. Er kündigte an, sich bei der Gegenaktion #allemalneschichtmachen der Medizin-Bloggerin Doc Caro anzumelden. Diese hatte die Schauspieler aufgerufen, für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten.

Liefers hat diese Einladung angenommen und schreibt in einem Gastbeitrag auf bild.de über seinen Einsatz:

Sieben Patienten lagen an diesem Tag mit Covid-Pneumonie dort, alle im künstlichen Schlaf, alle intubiert und maschinell beatmet, alle zusätzlich an der ECMO, einem Gerät, das unter Umgehung der zerstörten Lungenfunktion das Blut der Patienten direkt mit Sauerstoff anreichert und wieder in den Körper zurückpumpt. Die ECMO ist das Ende der Stange, wenn nicht bald eine Verbesserung eintritt, rückt ein Ableben in greifbare Nähe.

Alle Covid-Patienten hier auf Intensiv waren scherr erkrankt, dem Tod näher als dem Leben. Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft. Auch die beiden hochschwangeren Frauen, deren Kinder per Not-OP geholt wurden und leben, während die Mütter es nicht geschafft haben, wie ich inzwischen weiß.

Helfen konnte ich nicht viel, nur beim Umlagern konnte ich mich nützlich machen, eingepackt in zusätzliche Schutzkleidung, mit FFP2-Maske und einer Art Taucherbrille auf den Augen.

Aber warum es am Ende manche derart hart erwischt, warum ausgerechnet ihnen die Virusinfektion so großen Schaden zufügt, sie an den Rand ihrer Lebenskraft bringt, während die meisten anderen die Erkrankung gut wegstecken, mit oft nur milden oder gar keinen Symptomen, das ist noch unklar. Allerdings, da waren sich Pfleger wie Ärzte einig, wäre keiner hier gelandet mit einer Impfung.

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Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung liegt selbstverständlich bei jedem selbst. Liefers will niemandem medizinischen Ratschläge geben, befürwortet aber die Impfung Erwachsener. Er selbst ließ sich einen mRNA-Impfstoff verabreichen, nachdem er sich umfassend über die Funktionsweise mit allen Risiken und Nebenwirkungen informiert hatte. Er ist sich nach seinem Einblick in die Corona-Intensivstation ganz sicher, mit dieser Entscheidung keinen Fehler gemacht zu haben.

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