Einer der hierorts so ungemein häufigen - laß sagen: psychisch labilen - Usern hat sich einst bei mir über seine schlimmen Erlebnisse im Internet ausgeweint, wie übel er beschimpft und wie oft er bedroht werde. Er verstieg sich sogar zu der bemerkenswerten Behauptung, er werde von gretahörigen Hatern verfolgt (was für eine göttliche Formulierung!).

Kann es sein, gab ich - ihm Trost zu spenden - zurück, daß du ein bisserl spinnst? Du machst uns hier den Hansdampf in allen Gassen, zettelst unablässig Zoff über immer die gleichen paar Themen mit immer den gleichen Sprüchen an, krakeelst wie die berühmte Wildsau, beleidigst, was das Zeug hält und trittst gegen jedes Schienbein, das nicht bei "drei" auf dem Baum ist. Und dann beklagst du dich über gretahörige und sonstige Hater, die dich verfolgen!

Und überhaupt "verfolgen"... Ich bitte dich. Wenn ich beim Unterwirt in Hinterschoaßleiten [1] jeden Tag am Stammtisch einen Streit mit anschließender Rauferei vom Zaun breche, dann kann es passieren, daß mich ein besonders nachtragender Mensch auf dem Heimweg verfolgt und niederschlägt. Das ist eine echte Gefahr, der ich wenig entgegenzusetzen hätte.

Im Internet dagegen... In diesem freundlichsten aller Orte auf Erden kann ich jemanden, der mich beständig beleidigt oder auch nur schräg von der Seite anquatscht, einfach ignorieren. Du klagst, dein Freund und Blogger-Kollege David B. habe sogar Morddrohungen. erhalten. Morddrohungen sind definitiv nicht nett, nur ein Mord wäre noch unnetter. Aber mei, lies halt den Scheiß nicht. Wenn du noch für 1 Fünferl 1 Hirn hast, hast du deine Adresse nicht im Internet hinterlegt. Was soll's also? Wenn mir im Richtigen Leben jemand droht und mir dann auflauert, dann ist das womöglich eine ernste Sache. Im Internet dagegen... Nicht einmal ignorieren!

Mir hat übrigens noch nie einer gedroht, obwohl ich mich inhaltlich schon ganz oft mit ganz vielen Leuten ganz bös gefetzt habe und ich jahrelang meine volle Adresse im Internet stehen hatte. Im Usenet - dort geht's noch viel, viel wilder zu als hier - hab ich mal mit einer ansonsten sehr bissigen und bösartigen Nazisse länger über Auschwitz und die gleichnamige -Lüge diskutiert. Die Diskussion blieb weitgehend sachlich, abgesehen von ein paar eher milden Spötteleien. Weißt eh - Wald hinein, schallt heraus.

Derselbe Typ (gretahörige Hater, weißt eh) hatte bei anderer Gelegenheit geschrieben: "Meine Blogs basieren durch die Bank auf durch Quellen belegten Fakten. Klar, dass sich da Realitätsverweigerer drüber ärgern, aber die machen den Stunk, nicht ich."

Die Argumentationsfigur kenne ich von irgendwo her. "Schwester Hildegard [2], nicht ich hab die Sabine als post-existentialistische Wildsau bezeichnet, sondern sie hat damit angefangen. Ich hab dieser post-existentialistischen Wildsau nur gebührend geantwortet." So war das damals im katholischen Kindergarten von Eggenfelden. Und dann haben wir uns gegenseitig die Sandschaufeln auf den Kopf gehaut, und die waren damals noch aus Metall und nicht aus Plastik für die weichen Birnen der Kinder von heute.

Ich hab versucht, der Schwester Hildegard die "Interpunktion von Ereignisfolgen" (drittes metakommunikatives Axiom) nahezubringen, aber das Buch "Menschliche Kommunikation" von Paul Watzlawick war damals noch nicht geschrieben.

Ich hatte mal in der - ansonsten sehr vornehmen - Usenetgruppe de.rec.musik.klassik geschrieben, ich hätte - Hirntier, das ich sonst bin - keinen intellektuellen Zugang zu Musik.

Daraufhin hat mir eine gewisse "Maria" geantwortet:

"Ein rotziger totalverblödeter widerwärtiger Affe bist du. (...) Deinerlei 'Hirn-' Schwuchteln sind faule, widerliche Wichser, die von NICHTS im Leben eine Ahnung haben ausser von BELANGLOSEN BELIEBIGEN Schwurbeln.

Das zeigt auch gut dein weibisch krankes Argument: 'Aber wenn ich eine Zahlenfolge oder eine Melodie sehe, dann verstehe ich das gar nicht gleich', was glaubst du geisteskrankes Viech, weshalb andere viele Jahre lange benötigen, um andere Sprachen oder Fächer zu lernen.

Man kann dir nur immer wieder in deine widerliche Fresse spucken, pfui."

Ich mein, das ist eine Beleidigung! Was für ein Temperament! Und es zeigt so schön die wundersam mildernde Wirkung der Musik aufs Gemüt. Nicht auszudenken, wie diese Frau schreiben würde, wäre sie nicht von der Macht der Musik ergriffen...

Als mir dann hierorts vor gar nicht langer Zeit entgegengeschleudert wurde: "...na du kleines Drecksarschloch lass meine Familie raus. kleiner Piefke Wixxer. Bist Begriffsstutzig oder habens bei dir die Nachgeburt aufgezogen? und melden brauch ich nicht. Hitler musste ja nach Bayern auswandern damit er vom Sandler zum Führer aufsteigen konnte" war ich schon gestählt.

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[1] In Wirklichkeit gehe ich schon seit ich lebe nicht mehr zum Unterwirt, weder in Hinterschoaßleiten noch sonstwo. Und zum Oberwirt etc. auch nicht.

[2] Ich war in einem von Haubennonnen geführten Kindergarten im kreuzkatholischen Niederbayern.

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