Schweini - Überall nur Verfall, Wahnsinn, Jugend

Der weltweise Indianer verläßt seinen Wigwam nur unter Androhung unmittelbaren Zwanges. Weil, wer rausgeht, der sieht Sachen, die sind so grauslig, daß man schlagartig wieder heim möchte.

Zwei Jahre ist es her, daß ich beim Einkaufen war (Polnische, Sauerkraut, Wacholder, Lorbeerblätter), weil mein Butler krank war. Was seh ich dort, beim EDEKA-Offenbeck an der Kasse? Die BILD-Zeitung seh ich, weil die Frau vor mir hat sie auf's Laufband gelegt [1]. Was lese ich? "So holten sich die Engländer unseren Schweini" lese ich dort. Sebastian Schweinsteiger, so schließe ich messerscharf, verläßt den FC Bayern München, um auf dieser neblichten Insel vor der Küste von Europa sein Glück zu versuchen.

Zuhause schaue ich im Zwischennetz nach und finde die Information, Schweinsteiger werde hinkünftig bei Manchester United spielen. Oh, denke ich mir, eine kluge Entscheidung, gut für die Gesundheit. Bei Manchester United spielt nämlich Wayne "Das Vieh!" Rooney. Mit dem Vieh in einer Mannschaft zu spielen schont die Knochen und das Gemächt, das sowieso. In einem zivilisierten Land würde ein Fußball-Trainer, der Wayne Rooney auf's Spielfeld schickt, wegen schwerer vorsätzlicher Körperverletzung zu "schwerem Kerker, verschärft durch einen Fasttag und ein hartes Lager pro Monat, weiters an den Jahrestagen seiner Taten Dunkelhaft bei Wasser und Brot [2]" verurteilt werden.

Aber, versteht sich, in einem Land, in dem die FIFA nicht als kriminelle Vereinigung gilt, kann von Zivilisation keine Rede sein.

[1] Du entkommst der BILD-Zeitung nicht, du magst GOtt so inbrünstig anflehen wie nur möglich. Gegen BILD ist selbst GOtt nur zweite Liga.

[2] So was stand bis in die sechziger Jahre hinein im österreichischen Strafgesetzbuch.

1
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

G. Szekatsch

G. Szekatsch bewertete diesen Eintrag 13.07.2017 23:37:42

Noch keine Kommentare

Mehr von Theodor Rieh