Den FC Wien nicht den Hetzern überlassen

Am Sonntag wählt Wien. Am Freitag kickt Österreichs Fußballnationalteam. Und vom Fußball sollten wir uns schnell noch ein paar Dinge abschauen, bevor wir alle wählen gehen.

Es ist ja bekannt. Im österreichischen Fußballnationalteam schlägt der, dessen Familie aus Serbien kommt, einen Pass auf den Superstar, dessen Papa aus Nigeria und die Mama von den Philippinen stammt. Der setzt den in Szene, der mit fünf vor dem Jugoslawienkrieg nach Österreich floh, welcher den langen Blonden perfekt bedient. 1:0 für Österreich.

So ähnlich geht das auch beim SK Rapid, der gerade die Europa League rockt und die Bundesligatabelle anführt. Der Slowake im Tor wirft den Ball zum jungen Bosnier, der spielt ihn zum alten Deutschen, der den ebenfalls slowakischen Stürmer perfekt bedient. 1:0 für Rapid, das Stadion bebt.

Wien ist wie ein Fußballteam. Viele verschiedene Menschen, manche schon seit Generationen hier, manche – wie meine Eltern – erst vor ein paar Jahren hierhergekommen. Und wir leben alle zusammen, sind EIN Team. Wie das wäre, würde der jetzige „Coach“ von dem einen anderen abgelöst werden, stelle ich mir...nunja, „spannend“ vor.

Der würde dem älteren Kicker sagen, dass er den Jungen nicht unterstützen soll, dem Passösterreicher würde er sagen, dass der Legionär deppert ist, dem Zugreisten würde er vorwerfen, dass er zugereist ist. Da könnten Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Franck Ribery im Team stehen – wenn der Trainer sie gegeneinander aufhetzt, würden die auch gegen meinen ASV Neufeld Probleme bekommen. Wir spielen in der 6. Leistungsstufe...

Wien gilt in fast jeder Statistik als eine der lebenswertesten Stadt der Welt, ist quasi Champions League. Das heißt jetzt nicht, dass es nicht auch Probleme gibt, gerade beim Thema Zuwanderung. Die, die neu kommen, sei es aus Deutschland, Bulgarien oder weil sie vor Kriegen flüchten müssen, müssen die Sitten hier kennen lernen und wohl einige alte Bräuche ablegen. Genau so wie wir Wienerinnen und Wiener halt auf die sie zugehen müssen und dann wissen, dass Mitte Oktober islamisch-Neujahr ist. Keine große Sache, oder?

Aber diese neue, gleichzeitig völlig normale Situation auszunutzen und daraus politisches Kleingeld zu schlagen, halte ich für letztklassig. Gibt es Herausforderungen? Ja. Können wir das alle nur gemeinsam schaffen? Ja. Und genau aus diesem Grund ist die FPÖ für mich gar nicht wählbar. Weil wir ein Team sind, dass zusammen spielen muss.

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Maria Lodjn

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G. Szekatsch

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fischundfleisch

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