Kyjiw brennt – Europa und die USA dürfen bei PAC-2/PAC-3 nicht länger zögern

19. Juli 2026

Was in der vergangenen Nacht geschah

In der Nacht auf den 19. Juli griff Russland die Ukraine erneut massiv an: Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte wurden 166 Luftangriffsmittel eingesetzt, Hauptziel war erneut Kyjiw. Die Luftabwehr konnte 126 Ziele abfangen oder neutralisieren – 108 Drohnen, 17 ballistische und Marschflugkörper (u.a. Iskander-M, Zirkon, S-400) sowie eine gelenkte Luft-Boden-Rakete. Nach Angaben des staatlichen Katastrophenschutzes starb mindestens ein Mensch, acht wurden verletzt, in mehreren Stadtteilen brannten Wohnhäuser, Fahrzeuge und Gewerbeobjekte.

Ein Viertel der Bedrohung kommt trotzdem durch

Diese Zahlen zeigen zweierlei: Die ukrainische Luftabwehr arbeitet unter enormem Druck äußerst effektiv – und sie reicht trotzdem nicht aus. Fast ein Viertel aller eingesetzten Waffen, darunter die gefährlichsten ballistischen Systeme, erreichte dennoch sein Ziel, und genau dieses Viertel kostet immer wieder Menschenleben.

Die Lage stabilisiert sich nicht – sie verschlechtert sich. Massierte ballistische Angriffe auf Kyjiw häufen sich, und mit jeder solchen Nacht wird der Mangel an PAC-2- und PAC-3-Abwehrraketen deutlicher spürbar – ein Mangel, dessen Preis sich nicht in abstrakten Verlusten bemisst, sondern in konkreten Toten und zerstörten Häusern genau dort, wo der Schutz nicht ausreichte.

Die Raketen existieren – sie sind nur nicht hier

Patriot-Systeme mit PAC-2- und PAC-3-Flugkörpern gehören zu den wenigen weltweit verfügbaren Waffen, die ballistische Raketen zuverlässig abfangen können, und sie sind zugleich genau jener Munitionstyp, an dem es für eine vollständige Abdeckung ukrainischer Städte akut fehlt.

Die USA und die EU-Staaten verfügen bereits über diese Bestände. Die Frage ist längst nicht mehr, ob eine Weitergabe möglich ist, sondern ob der politische Wille besteht, dies sofort zu tun – ohne Verzögerungen durch routinemäßige Verwaltungsverfahren und reguläre Lieferzyklen, die in dieser Lage einem Nichthandeln gleichkommen.

Jede Verzögerung fordert Todesopfer

Jeder Tag des Zögerns bedeutet eine weitere Nacht, in der ballistische Raketen ihr Ziel erreichen – nicht weil sie unmöglich aufzuhalten gewesen wären, sondern weil die dafür nötigen Abfangraketen ungenutzt in den Lagern der Verbündeten liegen.

Die einzig angemessene Antwort auf den heutigen Angriff ist die dringende, unverzügliche Lieferung zusätzlicher Patriot-Batterien und PAC-2/PAC-3-Flugkörper an die Ukraine. Jede Verzögerung bemisst sich nicht in Monaten der Bürokratie, sondern in Menschenleben, die genau jetzt verloren gehen.

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