Inflation bedeutet, in knappen Worten, dass alles jedes Jahr teurer ist als das Jahr davor. Das bedeutet, dass unser Erspartes und unsere Gehälter von Jahr zu Jahr weniger wert sind. Aber muss das so sein?

Die Antwort ist nein. Um diese Antwort zu verstehen müssen wir aber verstehen woher die Inflation kommt.

Die Inflation hängt, wie alles in der Wirtschaft, mit Angebot und Nachfrage zusammen.

In einem einfachen System in dem es jeden Tag 5 frische Äpfel gibt und 5 Personen mit jeweils einer Münze für Äpfel ausgeben stellt sich ein Preis von einer Münze pro Apfel ein.

In einem System in dem es aber 5 Personen mit jeweils 3 Münzen (pro Tag) gibt stellt sich ein Preis von 3 Münzen pro Apfel ein.

Wenn mehr Geld da ist, kosten Dinge mehr. Millionär zu sein bringt einem wenig, wenn man für eine Million nichts bekommt. Wer einmal Millionär sein möchte kann ja gut 40€ gegen vietnamesische Dong tauschen und schon ist er Millionär. In Dong eben. Bringt halt nicht viel.

Geld wird wertloser, wenn es zu viel davon gibt (oder keiner es haben will). Aber wer profitiert davon das Geld zu entwerten?

Dazu müssen wir zu unserem Beispiel mit den Münzen und den Äpfeln zurück und stellen uns vor es gäbe 6 Personen, davon hätten 5 jeweils eine Münze (pro Tag), einer hätte keine Münze aber alle hätten gern einen Apfel.

Logischerweise stellt sich auch hier ein Preis von 1 Münze pro Apfel ein, denn der ohne Münze beeinflusst den Preis nicht. Nun erschafft der Sechste aber eine Münze die vorher nicht da war. Plötzlich gibt es 6 Münzen. Das weiß aber noch keiner. Und genau das ist sehr wichtig!

Der Sechste geht also mit seiner neuen Münze zum Händler und dieser wird ihm einen Apfel geben, denn der Händler weiß ja, dass ein Apfel eine Münze wert ist. Nun kommen aber die fünf anderen und streiten sich um die 4 Äpfel und der Preis steigt (im Durchschnitt) auf 1,25 Münzen, sie müssen heim gehen und ihr Erspartes anbrechen um etwas zu kaufen das gestern noch billiger war, während sie darüber jammern, dass der Händler ein gemeiner Halsabschneider und Betrüger sei, denn er ist ja offensichtlich schuld an der Preiserhöhung.

Wer auch immer die Fähigkeit hat Geld zu erschaffen kann mit diesem neu gedruckten Geld quasi gratis einkaufen und jene die das nicht können zahlen dann über die Entwertung ihres Geldes den Einkauf.

Inflation ist einer der mit Abstand cleversten Betrugsarten, vor allem weil es sowohl den Käufer wie auch den Händler über den Tisch zieht, es aber so wirkt als wäre der Händler der Böse in der Geschichte.

In einer Inflationssituation profitieren jene das Geld machen können und zudem wissen wann sie wie viel Geld machen, vor allem wenn die anderen Akteure im System das nicht oder wenigstens nicht so gut wissen.

In unserer realen Welt bedeutet das, dass der Staat mit unserem Ersparten lustige Dinge kauft, die keiner braucht und dann propagiert, dass das entwerten der Währung die Schuld des Kapitalismus wäre, weil ja alles nur teurer wird weil die Apfelverkäufer versuchen den höchstmöglichen Preis zu erzielen und dieser Preis irgendwie immer teurer wird.

Faktisch findet der Händler aber nur den aktuell gerechten Preis, der höher ist weil eben mehr Geld da ist als vorher.

Wäre die Geldmenge konstant, gäbe es keine Inflation. Und das wäre keine schlechte Sache. Für das Volk, versteht sich.

Hat man aber nun diesen Mechanismus verstanden, wird vieles in der Welt klarer.

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Tourix

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Matt Elger

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