In Leipzig findet gerade ein linker Bruderkrieg zwischen propalästinensischer Migrantifa und proisraelischer Antifa statt. Wer die eigene Nation aus ideologischen Gründen verachten muss, braucht offenbar eine Ersatznation, die dann um so leidenschaftlicher zum Fetisch gemacht wird.
Zwar war ich nie Teil der Antideutschen, aber in jungen Jahren von meinen politischen Ansichten her auch so etwas wie ein proisraelischer Linker. Obwohl ich stramm antirassistisch war, hatte ich kein Problem, Juden für etwas Besseres als Araber zu halten. Die islamische Zuwanderung und der damit importierte Antisemitismus hat dazu geführt, dass ich meine linken Positionen zunehmend in Frage gestellt habe. Trotz meiner rechteren Positionen zur eigenen Nation würde ich heute keine Menschen per se schlechter oder besser ansehen, wie ich es früher mit Juden und Arabern getan hatte. Ein vernünftiger Araber steht mir näher als ein unvernünftiger Jude. Dass ich gegen Masseneinwanderung, Islamisierung und naive Asylpolitik bin, beruht nicht auf Ablehnung oder Erhöhung von einzelnen Menschen.
In der neuen Rechten ist mir viele Jahre lang kaum Rassismus oder gar Antisemitismus begegnet, auch wenn das linke politmediale Establishment stets versucht hat, die neue Rechte als altrechte Nazis darzustellen. Die neue Rechte hatte zu Israel tatsächlich eine entweder positive oder neutrale Einstellung (mit der ich auch gut leben konnte). Sowohl gebürtige Muslime als auch gebürtige Juden waren in der neuen Rechten willkommen, solange sie die gleichen vernünftigen Ansichten teilten.
Bis vor wenigen Monaten hätte ich über den linken Bruderkrieg zwischen linken Israel- und Palästina-Fetischisten herzhaft lachen können. Leider hat sich in den letzten Monaten auch in der neuen Rechten von den USA kommend ein neuer Antisemitismus breitgemacht. Man behilft sich damit, dieses Phänomen als rechten Wokismus zu benennen. Tatsächlich unterscheiden sich diese völkisch-antisemitischen Nationalisten in ihren Ansichten kaum mehr von den alten Nazis. Der Begriff "Nazi" hat jedoch durch den exzessiven Gebrauch für alle Nichtlinken seine Bedeutung verloren. Wenn einmal echte Nazis daherkommen, profieren sie davon, dass der Begriff "Nazi" von Linken entnazifiziert wurde.