Das Thema PFLEGE - Zukunft ja, aber was ist mit der Gegenwart?

Wahlen vor der Tür. Da darf das Thema Pflege natürlich nicht im Wahlkampf fehlen.

Wo doch die Wählerschaft immer älter wird.

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Die oft gehörten Kernprobleme?

Finanzierung.

Zu wenige Menschen die diesen Beruf ergreifen (wollen)

Schlecht bezahlt, fehlende gesellschaftliche Anerkennung.

Ein sehr reduziertes & abstossendes Tätigkeitsfeld >> wer möchte schon einem alten Menschen die Windeln wechseln?

Warum ist das so?

Warum tut sich die Politik so schwer dabei, den Pflegeberufen die notwendige Aufmerksamkeit - und vor allem - die finanziellen Mittel zu sichern und zu gewähren?

Mal als Bespiel 3 Quergedanken:

Unternehmen zahlen Luftsteuer.

Es gibt die Schanigarten Abgabe.

Die NOVA ist allen Autofahrern wohlbekannt.

Es gibt eine Unzahl an Steuern oder Abgaben - nicht unbedingt die gerade genannten - die zunächst einen Zweck haben: die damit verbundene ARBEIT abzugelten.

Im weiteren oder auch alleinigen Grund dann einfach ins Budget laufen.

Wien hat nach dem ersten Weltkrieg die ZWECKGEBUNDENE Wohnbausteuer eingeführt - und damit die grosse Wohnungsnot nach dem Krieg gemildert.

Mit diesem Beispiel wurden in den folgenden Jahrzehnten einige weitere zweckgebundene Abgaben eingeführt.

Nur dass viele davon heute nicht mehr zweckgebunden sind.

Sondern irgendwo eine Saldozeile im Budget sind und man in Bund und Ländern nicht nachdenken muss ob man irgendwo sparen kann - wo doch ohnehin die Zwangseinnahmequelle sprudelt.

Was also hält uns davon ab, einige dieser SINNLOS STEUERN auf die Pflegekosten und Dotierung der Pflegeberufe umzulegen?

Was hält uns als Gesellschaft davon ab, den in den Pflegeberufen tätigen Menschen dieselbe Anerkennung zukommen zu lassen wie zB den honorigen Ärzten oder Rechtsanwälten?

Warum verbinden wir PFLEGE von Menschen zunehmenden Alters nicht auch mit Pflege deren sozialen Lebens? Mit zuhören, reden, spassen, lachen, auch weinen oder trauern?

Pflege ist nicht nur Betreuung altersschwacher, bettlägriger oder von anderen abhängigen alter Menschen.

Pflege beginnt in der Einstellung & Beziehung zu (älteren, zu alten) Menschen.

Nicht umsonst heisst es doch: "eine gute Beziehung muss GEPFLEGT werden"

Auch die Zuhilfenahme der sich rasch entwickelnden Technik - Apps, soziale Medien etc. - ist erlaubt, künftig sogar unumgänglich.

Die westlichen Gesellschaften schauen und reden oft verächtlich auf und über zB die afrikanischen oder orientalischen Kulturkreise.

Mag auch einiges dabei berechtigt oder zumindest diskutabel sein, in einem sind diese Kulturen uns seit jeher voraus:

in der Wertigkeit der "Alten" in ihrer Gesellschaft.

Sie sind innerer Kern einer Familie.

Fundament der Gesellschaft, nicht Belastung.

Kein Abschiebeposten in ein "all inclusive rundum sorglos Resort".

Fazit:

das Geld ist da.

Wir als Gesellschaft müssen es wollen und vom Staat fordern, dass es dort eingesetzt wird, wo es nach demografischen Entwicklungen gebraucht wird.

Bevor wir aber unsere Einstellung nicht ändern & die Notwendigkeit selbiger verinnerlichen, wird die PFLEGE weiter ein türkis/schwarzer, roter, blauer oder rosa Spielball in Vorwahlzeiten bleiben.

Es wäre im übrigen zu wünschen, dass die schnell wachsende Gruppe der "jungen & alten Alten" sich besser organisiert.

Eine Lobby bekommt, die sie vertritt.

Und damit meine ich nicht die Pensionistenvertreter der Parteien, die mantraartig die Inflationsabgeltung der Pensionen und "mehr Geld" für die Pflege "fordern".

Sondern Menschen der jungen & jüngeren Generation.

Ein wünschenswerter Einstieg wäre hier auch das "verpflichtende Sozialjahr" für Männer und Frauen.

Ordentlich bezahlt, wohlgemerkt. Und anerkannt in der Gesellschaft.

Ein künftiges Muss in allen Lebensläufen.

Es gilt endlich mit ehrlichem Engagement anzufangen.

Denn die Zukunft ist hier schon längst Gegenwart.

Doch Pflege beginnt für mich schon viel früher, und bei anderen Themen.

DER PFLEGEBERUF IST NICHT ATTRAKTIV?

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