Abgehauen - Der Sonne entgegen! - Tag 7 Zypern

Blog-Bild: Paphos - Hafen ©Foto by Bluesanne

Urlaub gestaltet wohl jeder etwas anders. Manche Menschen bevorzugen die Ruhe und andere wiederum feiern sich durch die schönste Zeit des Jahres. Ich mag von Allen ein bisschen was. Darum war heute auch, nach zwei Tage Laissez-faire wieder ein wenig Bewegung angesagt. Besonders interessant finde ich es, meinen Urlaubsort auf eigene Faust zu erkunden. Los ging es heute am frühen Vormittag mit dem öffentlichen Bus in Richtung Paphos. Die Linie 615 bringt meinen Sohn und mich in die sagenumwobene Stadt auf der Insel. Ein Fahrschein kostet € 1,50. Wir entscheiden uns für ein One Day Ticket.

Mit diesen haben wir die Möglichkeit auch die anderen Linien der Umgebung bis 21 Uhr zu benutzen. Egal wie viele Fahrten. Paphos gefällt mir sofort beim Aussteigen am Busbahnhof. Übersichtlich und sehr gepflegt.

Hier befindet sich auch der Knotenpunkt für viele andere Linien zur Weiterfahrt in unterschiedliche Orte. Zwei hilfsbereite Damen informieren hier auch gerne die ankommenden Touristenströme. Unser erstes Ziel ist wenige Schritte von der Haltestelle entfernt. Der Ankerplatz für Wasserfahrzeuge. Ein mittelalterliches Kastell verleiht dem Hafen historisches Flair.

Auf den breiten Wegen tummeln viele sommerlich gekleidete Urlauber. Schilder weisen jeweils darauf hin, dass man sich speziell im Bereich der Touristen befindet. Diese Tafeln fielen mir schon beim Transfer vom Flughafen zum Hotel auf.

Witzig, dachte ich mir. Welchen Sinn und Zweck dieser Hinweis wohl hat? Eine Warnung für Einheimische? Oder gelten hier differenzierte Regeln als in den Touristen freien Zonen? Ich weiß es nicht. Aber selbst ohne Hinweisschilder merkt man, hier dreht sich alles um den Urlauber.

Ein Strandlokal reiht sich an das nächste. Ebenso die Souvenirläden, befüllt mit einer Unzahl an bunten Mitbringsel. Am Pier werden wir von mehreren Seebären zu unterschiedlichen Bootsfahrten eingeladen. Die bunten Plakate preisen kleine, große und auch luxuriöse Schiffe zum herum schaukeln übers Meer an. Ein wenig erinnert mich dieses Szenario an den Stephansplatz. Nur das diese dort im Mozartkostüm, klassische Konzerte in Schönbrunn offerieren. In Wien wurde ich noch nie dazu eingeladen. Aber hier wird man definitiv als Tourist entlarvt. Die Strandpromenade, trotz des Outings eine Tourist-Zone zu sein, besitzt dennoch einen wunderbaren Charme. Nichts wirkt aufdringlich oder schmuddelig. Die kleinen Fischerboote verleihen dem Ganzen die Ausstrahlung welche ein Ort am Meer braucht.

Altes und Neues vereint sich zu einer schönen Symbiose, die sich an das rauschende Meer schmiegt.

Auch ein paar Kunstschüler finden diesen Ort wohl auch sehr inspirierend. Die jungen Leute sitzen am Kopf des Hafens und skizzieren das bunte Ambiente auf ihren Malblöcken.

Wir spazieren auf dem breiten Weg entlang, neben uns stets das Meer. Dieses riesige Gewässer fasziniert mich immer wieder. Es birgt eine Art von unendlicher Weite und Sehnsucht in sich. Etwas geheimnisvolles, so tief und unergründlich wie die Seele. Aber in Paphos gibt es noch viel mehr. Es ist ein historischer Ort, welcher auch in der Musik einen Platz gefunden hat.

In der Fortsetzung von Mozarts „Zauberflöte“, dem „Zweiten Teil der Zauberflöte, Das Labyrinth“ von Emanuel Schikaneder und Peter von Winter, Wien 1798, erscheint ein König von Paphos, dem die Königin der Nacht im Kampf gegen Sarastro die Hand ihrer Tochter Pamina verspricht.

Auch die Schaumgeborene, Aphrodite ging laut Sage nach ihrer Geburt auf Zypern an Land. Das ca. 15 km südöstlich von Paphos gelegene, ältere Paláia Páfos war ein bedeutendes Zentrum ihrer Verehrung. Aphrodite trug daher auch den Beinamen „Paphia“. Paphos besaß einen berühmten Tempel der Aphrodite Urania.

Die vielen Ausgrabungen und Museen lassen wir heute aus. Dafür spazieren wir teilweise durch Teile der Stadt, wo kaum Touristen sind. Dort wo das alltägliche Leben stattfindet.

Im Zentrum liegt aber auch der Markt. Hier bekommt man Obst, Gemüse und Lebensmittel aus Zypern. Und wieder eine Unzahl an Souvenirläden. Hier schlagen wir zu. Eine Flasche Süßwein (welchen ich sehr gerne trinke). Commanderia.

Wir trinken Cyprier und küssen schöne Mädchen“, sagt Fiesco in Friedrich Schillers Trauerspiel „Die Verschwörung des Fiesco“ von 1782. Vermutlich dachte der weinliebende Dichter an eine Flasche des berühmten Dessertweines „Commandaria“

Mein Sohn nimmt für seine Freunde, Olivenöl mit. Nach etwa 5 km Fußmarsch durch diese anregende Stadt gönnen wir uns eine kleine kulinarische Pause.

Mit der Linie 615 geht es wieder zurück zum Hotel. Ein herrlicher Sonnenuntergang empfängt uns in der Lobby.

Abendessen und Kaffeeterrasse fallen heute eher kurz aus. Der Tag war unsagbar dicht, aber vor allem nach meinem Geschmack. So mag ich Urlaub.

Verdammt, das war schon der siebente Tag. Gut das noch einmal so viele vor mir liegen.

©Bluesanne bedankt sich fürs Lesen!

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