Nüchtern - schüchtern versus voll – toll……….

Zudröhnen bis zur hemmungslosen Offenheit, ungeniert die Verführungskünste spielen lassen, aufreizende Blicke bis hin zu schamloser Neugierde am anderen Geschlecht, so präsentieren sich viele Menschen in feuchtfröhlicher Wochenendstimmung. Manche davon mutieren gar nach langen Alkoholsessions zu sexhungrigen Monstern. Ob Frau oder Mann, die Droge „Alkohol“ wird für verschiedenste Zwecke völlig legal und oft gewissenlos verwendet, vor allem um das Objekt der Begierde oder sich selbst gefügig zu machen.

Nach einer interessanten Nacht beginnt am Morgen der Albtraum, wenn man in einem fremden Bett, neben einem fremden Menschen aufwacht, dazu völlig ahnungslos und beschämt rasch seine überall verstreuten Sachen packt und so schnell wie möglich orientierungslos den Ausgang sucht. Die Fragen: „Nun, wie war nochmal der Name?“ oder „War da ETWAS?“, bleiben unbeantwortet.

Ganz nach dem Motto: „ Nüchtern sind wir schüchtern, voll sind wir toll!“, läuft das Wochenendschema eines Bekannten regelmäßig ab. Aus seiner Sicht betrachtet, wohl ganz einfach, jegliche Aktion aus der Verantwortung zu streichen und dabei so viel wie möglich zu erleben. Nur einen Haken hat das Ganze, unterschätzt wird der Erinnerungswert, was überhaupt erlebt wurde. Stellt sich hier die Frage: „Will ich mich daran wirklich erinnern?“

Psychologisch betrachtet, gleicht die Schizophrenie einem ähnlichen Zustand, wenn die punktuelle Wirklichkeit von einem selbst ganz anders wahrgenommen und erlebt wird, als vom Umfeld.

Andererseits eröffnet das Zudröhnen vielen das Erlebnis aus ihrem Schneckenhäuschen und dem Alltag auszubrechen und mal so richtig in die Rolle einer überaus selbstbewussten oder sogar anderen Person zu schlüpfen. Wie schade nur, dass von diesem Ereignis am nächsten Tag nicht sehr viel übrig bleibt.

Nun ja, man nehme es, wie man möchte! Offensichtlich gilt das Zudröhnen - ob mit Alkohol oder sonst welchen „Weichmachern“ – als ganz legale und meist beliebteste Wochenend- bzw. Freizeitbeschäftigung in jeder Alters- und Berufsgruppe. Hauptsache, der Moment wird ausgekostet, ob man sich davon Energiereserven für die nächsten Tage mitnehmen kann, sei dahin gestellt.

Für mich drängen sich hier zwei Fragen auf „Brauchen schüchterne Menschen mehr Alkohol als selbstbewusste?“ und/oder „Will man sich mit Alkohol seine Wirklichkeit schöner trinken oder sie eher vergessen?“

In jeglichem Fall vermisse ich die Ehrlichkeit, wie Menschen damit umgehen und vor allem das fehlende Bewusstsein, was der Umgang damit bewirkt sowie den Mut, sich selbst seine Wirklichkeit (eben das, WAS IST) einzugestehen und diese ohne zudröhnende Hilfsmittel so zu gestalten, wie man sie gerne haben möchte.

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Kristallfrau

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Silvia Jelincic

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fischundfleisch

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