Da geht der berühmte Philosoph und Sternengucker Thales von Milet in der Abenddämmerung spazieren, weil er den Lauf der Sterne erkunden will. Und als er versonnen in den Himmel schaut, stolpert er und fällt in einen Brunnen.

Seine Magd, die vermutlich gerade die Philosophenwäsche macht, lacht schallend auf und meint: “Wie kannst du, oh Thales, erkennen was am Firmament ist, weit weg von dir, wenn du nicht einmal siehst, was vor deinen Füßen liegt?” Diese thrakische Magd verurteilt den großen Wissenschafter nicht, sie stellt ihm nur eine kluge Frage - und dann lacht sie (kluge Heiterkeit).

Was zählt wirklich im Leben? Welche Werte sind es tatsächlich wert, das Leben nach ihnen auszurichten. Blutfettwerte? Sachwerte? Ästhetische, religiöse oder andere Werte?

Unsere Gesellschaft verfällt derzeit dem Zahlenglauben. Alles müsse zählbar, quantifizierbar, skalierbar und berechenbar sein.

Aber humane Werte wie Verantwortung, Anstand, Gerechtigkeit, Frieden und Mitmenschlichkeit lassen sich nicht in Zahlen messen. Wer Orientierung erlangen will, sollte sich daher wohl am besten von der eigenen Sehnsucht nach Sinn leiten lassen und seine Fähigkeit, selbst zu denken (= Hausverstand) bemühen. Wage den Verstand zu gebrauchen, hat Kant die Menschen mit seinem "sapere aude" aufgefordert.

Das tun wozu das "eigene" Nachdenken führt:

Hinter dieser Aussage stehen die Gedanken der europäischen Aufklärung, die der Königsberger Philosoph Immanuel Kant 1784 auf den Punkt gebracht hat mit "Sapere aude". In der Berlinischen Monatsschrift ging Kant auf die Frage des Pfarrers Johann Friedrich Zöllner „Was ist Aufklärung?“ ein. Kant lieferte in diesem Aufsatz seine bis heute klassische Definition der Aufklärung:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung aus Bequemlichkeit oder des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.

Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung“ (Kant 1784, S. 481).

https://www.fischundfleisch.com/ebgraz/kant-18-jh-sapere-aude-vernunftgebrauch-wagen-versus-bolognaprozess-bulimiewissen-und-moderne-12232

Als Kant einmal nichts einfiel:

Eines Tages geschah es Kant,

dass er keine Worte fand.

Stundenlang hielt er den Mund

und er schwieg nicht ohne Grund.

Es fiel ihm absolut nichts ein,

deshalb ließ er das Sprechen sein.

Erst als man ihn zum Essen rief,

wurde er wieder kreativ

und er sprach die weisen Worte:

"Gibt es hinterher noch eine Torte"

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Margaretha G

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G. Szekatsch

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sisterect

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