Ich habe so etwas bisher selten getan, aber heute möchte ich euch einmal ganz direkt schildern, wie der Stand der Dinge in unserer Umwelt aus meteorologischer Sicht aussieht – ohne Filter, ohne Beschönigung.
Der Meteorologe John Scheve weist darauf hin, dass der Wärmegehalt des äquatorialen Pazifiks normalerweise zwischen Oktober und Januar seinen jährlichen Höhepunkt erreicht und danach wieder sinkt. Doch in diesem Jahr passiert das Gegenteil: Die Wärmemenge nimmt weiter zu – sowohl insgesamt als auch räumlich. Besonders auffällig ist das Gebiet nördlich des Äquators, in dem die Werte über 250 kJ pro Quadratzentimeter liegen. Diese Fläche hat sich innerhalb von nur 60 Tagen nahezu verdoppelt. Ein solcher Anstieg zu einer Zeit, in der eigentlich eine Abkühlung erwartet wird, ist außergewöhnlich.
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Damit steigt die Wahrscheinlichkeit eines Super-El-Niño im Laufe dieses Jahres deutlich. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte das Ereignis Anfang 2027 das stärkste seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 140 Jahren werden.
Doch der El Niño ist nur ein Baustein. Weltweit verschärfen sich weitere klimatische Rückkopplungen:
- marine Hitzewellen nehmen an Intensität und Häufigkeit zu
- die Wolkenbildung verändert sich, was zu einer stärkeren Verdunkelung und damit zusätzlichen Erwärmung führt
- der Verlust des Meereises beschleunigt sich
- die oberen Ozeanschichten schichten sich stärker, während die durchmischte Schicht dünner wird
Diese Prozesse verstärken sich gegenseitig und deuten darauf hin, dass die atmosphärische Erwärmung im Jahr 2027 einen neuen Rekord erreichen könnte – möglicherweise um +0,3 °C, im Extremfall sogar +0,5 °C innerhalb eines einzigen Jahres. Das wäre ein Sprung, wie wir ihn in modernen Messreihen noch nicht erlebt haben.
Viele der etablierten Klimavorhersage-Modelle berücksichtigen diese neuen Entwicklungen bislang nicht oder nur unzureichend. Deshalb verlieren klassische Prognosen an Aussagekraft. Eigentlich wäre es Aufgabe des Weltklimarats (IPCC), kurzfristig eine Sondertagung einzuberufen, um Modelle, Warnungen und politische Empfehlungen an den aktuellen Wissensstand anzupassen.
Was wir beobachten, ist keine kontrollierte, lineare Erwärmung mehr, sondern ein zunehmend dynamisches System, das auf mehrere gleichzeitig wirkende Störungen reagiert. Die Risiken steigen – und damit auch die Dringlichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln.
Dr. Mark Benecke