Gedanken zum MISTFLOHMARKT in Wien und dem Umweltschutz, wie er zu Grabe getragen wird

Es war mein Einstieg hier auf dieser Plattform und mein erster Artikel, als ich vor rund 3 Jahren das erste Mal über die Geschichte mit dem MISTFLOHMARKT, dem 48er BASAR der städtischen Wiener Müllabfuhr- MA 48 berichtet habe.

Kurze Reminiszenz:

Der Mistflohmarkt lag in einem Wiener Randbezirk, der Donaustadt, welche zudem zufälligerweise auch mein Wohnbezirk ist.

Und als begeisterte Flohmarkt-Besucherin war ich dort Stammgast. Er hatte an 5 Tagen der Woche geöffnet, auch am Samstag, sodass auch Berufstätige bequem dort günstig einkaufen konnten.

Es gab eine tolle Vielfalt an Waren - über Schallplatten, Bücher, Spielzeug, Haushaltswaren, Möbel, bis zur Kleidung konnte dort in einem umfangreichen Sortiment gestöbert und günstig eingekauft werden.

Es kamen sogar regelmäßig Besucher aus dem benachbarten Ausland mit Kleinbussen zu diesem Flohmarkt, die haben ihn regelmässig geleert.

Ich denke also, die Stadt Wien hat damit in den Jahren sehr viel Geld gemacht.

Muss sie wohl auch - denn im Sommer 2015 wurde in Wien-Margareten ein weiterer Recycling-Markt eröffnet - dieser wurde jedoch weit stylischer aufgezogen - nämlich mehr wie eine Boutique, der TANDLERMARKT. Gleichzeitig wurde auch die Preisspirale kräftig angezogen - mit Flohmarkt hatte diese Institution nicht mehr viel zu tun. Dann wurde der Mistflohmarkt in der Donaustadt geschlossen - und als er nach 5,5 Monaten wieder eröffnet hat, sind den Stammkunden nahezu die Augen aus dem Kopf gefallen angesichts dessen, was man aus ihm gemacht hatte:

Statt der geliebten und geschätzten bunten Flohmarktware gab es nur mehr Altmöbel der Stadt Wien, sowie einige wenige Einrichtungsartikel, wie zB Lampen und Waschbecken.

Anderes sei technisch nicht mehr möglich, hieß es seitens der Stadt Wien. Und man könne ja gern den Tandlermarkt mitten in der Stadt besuchen...

Der Mistflohmarkt hat dann im Laufe der darauffolgenden Monate wieder etwas mehr an Waren bekommen - zB Bücher, die es nach einiger Zeit dort wieder zu kaufen gab. Offensichtlich hat man angesichts der kolportierten Überfüllung der Altwaren-Lager der MA 48 doch wieder zu etwas mehr Vernunft zurückgefunden.

Parallel dazu wurden unermüdliche Versuche, die Verantwortlichen doch zu einem Umdenken dieses beschlossenen "Konzepts" zur Wiederverwertung zu bewegen, stets mit den selben Floskeln abgeschmettert - interessanterweise fast gleichlautend vom Leiter der MA 48, Hrn. Josef THON, und seiner EHEGATTIN, der Umweltstadträtin Ulli SIMA, die interessanterweise seine direkte Vorgesetzte ist, weil die MA 48 in ihr Ressort fällt...

Es möge der Aspekt nicht unerwähnt bleiben, dass es bei der Stadt Wien üblicherweise so ist, dass bei einem Ehepaar, welches in direktem beruflichen Umfeld zusammenarbeitet, immer einer die betreffende Abteilung verlassen muss, wobei das meistens der niedriger Eingestufte ist, dies aber bei Stadträtin - untergeordneter Abteilungsleiter wohl nicht so relevant zu sein scheint.

Der Mistflohmarkt ist nun schon wieder seit etlichen Monaten geschlossen. Auskunft bezüglich einer möglichen Wiedereröffnung gab es von Anfang an nicht - und Gerüchten zufolge hieß es schon vor Monaten, die Sanierung der alten Hallen in der "Meta-Stadt" sei wesentlich aufwendiger, als ursprünglich gedacht, es werde kein Revival geben. Von seiten des Stadtratsbüros wurde dies jedoch eisern dementiert - man saniere und werde wieder eröffnen, im Herbst 2017 wurde diese Wiedereröffnung sogar mit "noch heuer" angedacht.

Dem scheint nun doch nicht mehr so zu sein - inzwischen wurden die großen Hinweisschilder am Eingang demontiert, kein Wegweiser weist mehr auf den ehemaligen Flohmarkt hin, der Eingang präsentiert sich unauffällig ohne jeglichen Fingerzeig darauf, was sich dahinter verbirgt - oder mit ziemlicher Sicherheit eben nicht mehr.

R.I.P.

R.I.P.??

Muss eine so gut eingeführte und beliebte Institution in einer derart unwürdigen Weise still und heimlich zu Grabe getragen werden?

Gibt es in Wien denn nicht genug Mist, um mehrere - und nicht nur ZWEI Märkte - mit Waren zu bestücken?

Und was ist überhaupt mit dem Umweltschutz?

Fragen, auf die die Stadt Wien bis heute die Antworten schuldig geblieben ist.

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Spinnchen

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