Und erneut ist hier zu lesen, das Experten des Spiegel 1974 vor einer Eiszeit warnten. Der zugehörige Artikel ist hier zu finden.
Der Blogbeitrag ist ein bisschen wie ein Kühlschrank, der Alarm schlägt, weil er angeblich einfriert – während innen die Butter schmilzt. Oder, warum der Spiegel zu einer Eiszeit kommt, während er Hitzerekorde vermeldet.
Der Autor beruft sich auf einen Spiegel‑Artikel von 1974, der eine „drohende Eiszeit“ heraufbeschwört.
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Das Problem: Der Artikel beschreibt über 90 Prozent Warmzeitphänomene, nennt sie aber „Eiszeit“.
Das ist ungefähr so, als würde man einen Sonnenbrand diagnostizieren und die Behandlung mit Schneeschaufeln empfehlen.
Wikipedia - Speiseeis
1. Tropische Hitze als Eiszeitvorbote – klar, warum nicht?
Der Spiegel schreibt:
„Bei tropischer Hitze gingen Sturzfluten nieder.“
Tropische Hitze, Sturzfluten? Beides Warmzeitklassiker. Aber der Spiegel so: „Eiszeit incoming!“ Das ist, als würde man im Hochsommer sagen: „Die Klimaanlage ist kaputt – es wird kälter!“
2. Weltweite Starkregenrekorde – aber natürlich ein Zeichen der Abkühlung
Der Artikel listet Starkregen in: Japan, Peru, Libanon, Türkei, Israel, Italien und San Francisco. Das ist meteorologisch exakt das Muster einer überhitzten Atmosphäre, die mehr Wasser speichert und es dann in biblischen Mengen wieder auskippt. Genau das was wir heute erleben. Aber klar, Spiegel 1974: „Es regnet wie aus Eimern – das muss die Eiszeit sein.“
3. Wüsten breiten sich aus – ein uraltes Eiszeitphänomen, wie wir alle wissen
Der Spiegel schreibt: „Die Wüstengebiete dehnten sich südwärts aus.“ Wüsten wachsen, Vegetation stirbt, Monsune schwächeln. Das ist Warmzeit 101. Aber der Spiegel interpretiert das so: „Die Sahara wächst – das Eis kommt!“ Das ist ungefähr die intellektuelle Eleganz von: „Mein Auto brennt – ich glaube der Tank ist eingefroren.“
4. Wärmeinseln und Hitze-Stau – aber natürlich ein Zeichen globaler Abkühlung
Der Artikel erwähnt: Wärmeinseln, Hitze-Stau, urbane Überhitzung. Das sind die ersten wissenschaftlich dokumentierten Symptome der anthropogenen Erwärmung. Der Spiegel: „Die Städte glühen – die Eiszeit naht.“ Man möchte fragen: Habt ihr damals die Thermometer falsch herum gehalten?
5. Dürre in der Sahelzone – aber sicher ein Zeichen von Frost
Sieben Jahre Dürre.
Verdorrte Vegetation, versiegte Brunnen, das ist Warmzeit pur. Der Spiegel: „Die Sahelzone trocknet aus – das Eis kommt!“ Das ist wie „Mein Garten brennt – ich brauche Streusalz.“
6. Der Spiegel verwechselt Wetterchaos mit Abkühlung
Alles, was der Artikel beschreibt – Hitze, Starkregen, Dürren, Wüstenexpansion – sind Warmzeitphänomene. Aber die Autoren hatten 1974 offenbar eine Art meteorologische Sehschwäche: Sie sahen Warmzeit und lasen „Eiszeit“. Das ist, als würde man einen Elefanten sehen und sagen: „Ah, ein Pinguin.“
7. Die angebliche Abkühlung des Atlantiks – ein Messfehler, kein Trend
Die damaligen Messungen waren: spärlich, ungenau, regional begrenzt. Heute wissen wir: Die 1970er waren eine Aerosol‑Abkühlungsphase, kein Eiszeittrend. Aber der Spiegel machte daraus: „Der Atlantik ist 0,5 Grad kälter – holt die Schneeschaufeln!“
Fazit: Der Spiegel sah eine Eiszeit – und beschrieb eine Warmzeit
Der Blogbeitrag ist ein schönes Beispiel dafür, wie man historische Texte falsch liest, wenn man unbedingt eine Eiszeit finden möchte.
Der Spiegel‑Artikel beschreibt: tropische Hitze, Starkregen, Dürren, Wüstenexpansion, Wärmeinseln, Monsunveränderungen.
Das ist die Beginnphase der modernen globalen Erwärmung. Nur nannte man es damals „Eiszeit“, weil man die Klimadynamik noch nicht verstand. Der Blog zitiert also einen Artikel, der Warmzeit beschreibt – und ihn als Beweis für Eiszeit benutzt.
Das ist ungefähr so, als würdest du eine Pizza bestellen und sich dann beschweren, dass sie nicht kalt ist.
Schlusswort
Wenn der Spiegel 1974 Warmzeit beschreibt und „Eiszeit!“ ruft, dann ist das kein Beweis für eine kommende Abkühlung – sondern ein Beweis dafür, dass viele Klimaphänomene noch nicht richtig einordnen konnten. Oder, der Spiegel sah die Klimakatastrophe kommen – nur in der falschen Jahreszeit.
Leider hatte ich dem Blogautor das alles schon einmal in den Kommentaren erklärt. Aber bei manchen Menschen prallt Information ab wie Regen auf einer Teflonpfanne. Verbledung ist eben ein erstaunlich zuverlässiger Schutzmechanismus: Sie lässt Fakten nicht einmal bis zur Großhirnrinde vordringen. Wie auch – wer sich intellektuell im Dauerfrost befindet, hält jede Form von Wärme für eine Bedrohung.
Ich habe ihm damals schon gezeigt, dass der Spiegelartikel von 1974 eine ganze Parade von Warmzeitphänomenen beschreibt – tropische Hitze, Starkregen, Dürren, Wüstenexpansion, Wärmeinseln – und trotzdem „Eiszeit!“ ruft. Ein meteorologischer Klassiker: Man sieht die Sonne brennen und diagnostiziert Schneefall. Aber solche Widersprüche dringen bei ihm nicht durch. Da müsste man erst die geistige Permafrostschicht auftauen.
Kurz gesagt:
Ich habe es erklärt. Man hätte es verstehen können. Aber Verstehen setzt voraus, dass man den Kopf nicht ausschließlich als Halterung für die Mütze benutzt.