"Nichts bedarf dringender der Verbesserung, als die Angewohnheiten anderer Leute. Fanatiker werden es nie lernen, und stünde es in goldenen Lettern am Himmel: durch Verbot wird alles kostbar"

Mark Twain

Im Prozess Olmstead gegen die Prohibition wurde vom obersten us-Bundesgericht erstmals ein recht der Bürger auf Privatsphäre festgeschrieben.

Der Richter zum obersten Gerichtshof der USA, Louis Brandeis:

"Die größten Gefahren für die Freiheit lauern in der tückischen Rechtsverletzung durch übereifrige Menschen, die in guter Absicht handeln aber nichts verstehen. Zu erklären, daß im Rahmen der strafrechtlichen Verfolgung der Zweck die Mittel heilige, zu erklären, daß die Regierung Verbrechen begehen dürfe, um die Verurteilung eines privaten Straftäters sicherzustellen, käme einer furchtbaren Rache gleich."

Selbst Tiere fressen vergorene Früchte um sich dicht zu machen. Sie schnüffeln an Vulkanschloten, sie knabbern an Hanfstauden und sie mampfen sogar mit Mutterkorn bewachsene Ähren, nur um ihr Bewusstsein zu erweitern, oder einfach nur um Spaß zu haben. Die Aussagen der sich berauschenden Kreaturen sind zu wenig eindeutig, um die Motivation für die Selbstberauschung klar eingrenzen zu können.

CANNABIS-LEGALISIERUNG: HABEN WIR EIN RECHT AUF DROGENRAUSCH?

Drogenexperte hält deutsche Drogenpolitik für verfassungwidrig.

Wer die Nachrichten in den letzten Monaten verfolgt hat, bekommt den Eindruck, dass sich in Sachen Drogenpolitik etwas in Deutschland bewegt. Die Grünen legten einen Gesetzesentwurf zur Cannabis-Legalisierung vor und auch die Polizeigewerkschaft forderte die Entkriminalisierung von Privatkonsumenten. In einem Interview mit Spiegel Online erklärte nun der Strafrechtler Lorenz Böllinger, warum das Cannabisverbot in Deutschland aufgehoben werden sollte.

In Deutschland haben die Bürger ein Recht auf Rausch, ist eines der Argumente, das Lorenz Böllinger in dem Gespräch mit Spiegel Online für die Legalisierung von Marihuana nennt. Der 70-jährige Kriminologe beruft sich dabei auf das Grundrecht der Handlungsfreiheit. Und das besagt, dass sich jeder selbst schädigen darf. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Auch andere Strafrechtler sehen das Cannabis-Verbot als verfassungswidrig, da man durch den Konsum keinem anderen Menschen als sich selbst schadet.

Laut Lorenz Böllinger macht es keinen Sinn weiterhin eine Droge zu verbieten, die bereits von Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig konsumiert wird. Zudem soll bei normalem Konsum kein Gesundheitsrisiko wie zum Beispiel durch Psychosen bestehen. Auch glaubt der Experte, dass soziale Problem nicht allein durch Cannabis entstehen sondern vielmehr durch die Kriminalisierung der Konsumenten. Wiederholungstäter werden betraft und müssen oft den Führerschein abgeben. Das könne gerade beruflich für Konsumenten zu Schwierigkeiten führen, so Lorenz Böllinger gegenüber Spiegel Online.

Während in Nachbarländern wie den Niederlanden oder Polen die Cannabistoleranz wachse, sei man in Deutschland nicht so weit. Dennoch erkennt Böllinger, dass sich fast alle Parteien dem Thema Legalisierung langsam öffnen und sich mit den Widersprüchen in der deutschen Drogenpolitik befassen.

Jetzt müssten nur noch alle auf die Experten hören.

Auch die Zeit online schreibt (in einem älteren Artikel, die Legalisierung ist in den erwähnten Gebieten längst Realität):

Der Rausch braucht eine neue Logik

Menschen nehmen Drogen, ob illegal oder nicht. Verbote verschlimmern ihre Folgen. Wer die Gesellschaft schützen will, muss umdenken – und auf die Wissenschaft hören. VON KATHRIN ZINKANT

Politiker reduzieren Probleme gern auf einfache Formeln, für Drogen lautet sie ungefähr so: Illegale Drogen sind schädlich, aber nicht so wie legale Drogen. Die sind zwar auch schädlich, aber ja legal. Weshalb sie naturgemäß nicht so schnell so sehr schaden können wie illegale Drogen. Letztere müssen also verboten bleiben. Und gehören bekämpft. Alles klar?

Selbst Abstinenzler dürfte dieses logische Kunstwerk überfordern, aber über vier Jahrzehnte hinweg hat es die globale Drogenpolitik bestimmt – und würde es nach internationalem Recht auch weiter tun. Allmählich lösen sich jedoch die ersten Länder vom Konsens der Prohibition: Noch in diesem Jahr will Uruguay den Konsum, Handel und Anbau von Cannabis umfassend legalisieren. In den US-Bundesstaaten Colorado und Washington ist der Kauf, Besitz und Konsum bestimmter Mengen Marihuana und Haschisch bereits erlaubt. Kalifornien könnte im nächsten Jahr folgen.

In keinem Fall steht dahinter die Kapitulation vor der Droge. Sondern die Einsicht, dass sich Drogen nicht durch Krieg bekämpfen lassen. Der hat eine sachliche Debatte über psychotrope Substanzen viel zu lange verhindert. Was er aber nicht verhindert hat, sind die Drogen selbst: ...

Die Abstinenzler sind eine Minderheit, die der Mehrheit ihre Enthaltsamkeit aufzwingen will. Das lassen wir uns aber nicht gefallen. Weil wir Demokraten sind, und Demokraten lassen sich nicht bevormunden.

Auch Religionen brauchen Drogen

Im Christentum bürschteln sie zb vino, mit der perversen Ausrede, es wäre "das Blut des Herren". Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen (bäh!). Bei den Rastafaris gehört kiffen dazu, und ist auch in mache Ländern für sie legal. Gilt auch für Jogis. Dann Kauen sie in Indien noch aus religiösen Gründen Betel und in Lateinamerika Coca. Und Peyote haben die Medizinmänner in ganz Amerika gefressen um in Trance zu verfallen, und tun das zum Teil noch immer. Bei den Iban auf Borneo mischen sie das Blut ihrer Feinde mit einem Beerencocktail, der einen für zwei Tage direkt auf die Venus schießt, das hab ich persönlich getestet, aus rein wissenschaftlichen Gründen (ok, ohne Blut), um mit ihren Ahnen in Verbindung zu treten. Und da wo noch keltische, allamannische oder cheruskische Traditionen überlebt haben, wird auch noch Knaster, also Hanf geraucht.

Die einzig legale Möglichkeit bei uns ist derzeit die christliche Alkzuzelei, für den Rest müssen wir noch kämpfen.

Also sprach Zarathustra: "Ahura Mazda hat alle Dinge geschaffen, auf daß der Mensch sie genieße. Verzicht ist daher eine Sünde." (Sinngemäße Übersetzung aus dem parsischen). Hört auf den Mann!

Menschen nutzen Drogen seit jeher zum Feiern und Entspannen, und um sich besser kennenzulernen. Das macht sie auch einfallsreicher und besser gelaunt. Aber alles hat einen Preis. Manche Leute können mit Drogen nicht umgehen, und schaden sich damit. Manche werden davon krank, also süchtig. Wegen dieser Gefahren wollen manche Leute Drogen ganz verbieten. Das funktioniert aber nicht, weil die Menschen diese Drogen einfach wollen, und sie sich dann besorgen, obwohl es verboten ist. Dann kriegen sie aber Schwierigkeiten mit dem Gesetzt, obwohl sie ja eigentlich was ganz normales machen. Außerdem gibt es Drogen, die sind fast harmlos, und andere, die man niemals angreifen sollte. Die nennt man weiche und harte Drogen. Der Alkohol liegt da relativ in der Mitte, deshalb ist er schwer einzuordnen. Er macht zwar süchtig, aber halt nur, wenn man es übertreibt, oder anfällig ist, oder ihn einfach nicht verträgt. Daß die Sucht, die ja eine Krankheit ist verharmlost wird stimmt so nicht. Es ist eher so, daß sich Süchtige schämen, und sich schwer tun oder sogar Angst haben, ihre Sucht einzugestehen. Das liegt auch daran, daß der einfältigere Teil der Gesellschaft nicht weiß, wie er mit ihnen umgehen soll, und die Kranken dann oft sehr schlecht behandelt werden oder gar Anfeindungen von religiösen und politischen Fanatikern ausgesetzt sind.

Daß immer mehr Jugendliche immer früher anfangen Drogen zu nehmen, liegt nicht an den Drogen, die waren schon immer da. Da ist eher das Problem, daß viele nichts mit ihrem Leben anzufangen wissen oder sie in prekären Verhältnissen leben, und Drogen statt zu bestimmten Gelegenheiten immer nehmen, weil ihnen fad ist oder sie es anders nicht aushalten. Früher, also bis vor ca. hundert Jahren, gab es bestimmte Feiern oder Rituale, zu denen die Jugendlichen zum ersten Mal bestimmte Drogen konsumieren durften, da wurden sie vorher darauf vorbereitet, und es waren Leute rundherum, die auf sie aufgepasst haben. Diese traditionellen Feste sind aber leider vor allem im Zuge der Christianisierung verloren gegangen, und die Jugendlichen werden mit diesen Erfahrungen oft alleine gelassen. Die meisten passen aber trotzdem aufeinander auf, und das ist sehr wichtig.

Daß manche Drogen verboten sind und andere nicht, liegt daran, daß damit wenige Leute sehr viel Geld verdienen, und diese Leute und die, die Drogen ganz verbieten wollen, wie zum Beispiel viele Religionen, sehr mächtig sind. Mündige Bürger fürchten sich aber nicht vor mächtigen Leuten, und wollen deshalb, daß das vernünftig geregelt wird, weil jetzt ist es einfach unfair und schlecht gemacht. Zum Beispiel ist Kiffen verboten, aber Saufen erlaubt, obwohl Saufen gefährlich ist, und Kiffen nur für ganz wenige Leute, die da eben anfällig sind. Ist Quatsch, aber trotzdem so. Viele Leute glauben aber noch immer, daß das gut so ist, weil sie nichts darüber wissen, oder auf Lügenpropaganda reingefallen sind. Deshalb müssen die Menschen mehr über Drogen wissen, und weniger glauben.

ahoy

hellboy

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sisterect

sisterect bewertete diesen Eintrag 17.04.2016 02:17:05

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