Die Suche nach dem Sinn des Lebens ist eine Ewige. Fragt man Menschen, worin ihr Lebenssinn besteht, so erntet man meistens bloßes Staunen, banale no-na-Antworten, Witzchen, Gegenfragen, jedoch ganz selten ein klares, durchdachtes, stimmiges Statement. Auch wenn man die Nachfrage auf den beruflichen Kontext eingrenzt, erhält man viel Oberflächliches geboten: reich werden, Status und Ansehen, Machtstellung erringen, sich über Leistung definieren, mehr Freiraum in der Freizeit schaffen etc. Lebensqualität, Arbeitsinhalt, berufliche Erfüllung, etwas Sinnvolles beitragen sind erst mit dem Auftauchen der Generation Y in den Fokus gerückt. Aber auch bei der jüngsten Berufs-Kohorte bleibt es oft beim Wunsch und selten in der Verwirklichung...

Spricht man mit Stellenwerbenden, so sind über 40% mit ihrem Beruf unzufrieden. Das ist knapp die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung. Ist das nicht zutiefst deprimierend, ja eine Schande für unsere Gesellschaft? Aber war das nicht schon immer so? Was hat sich hier geändert? Was ist eingetreten, das uns zweifeln läßt an der Sinnhaftigkeit unseres Wirkens?

So bis Ende des vorigen Jahrtausends war die Welt noch in Ordnung. Die globalen Entwicklungen gingen mit überschaubarem Tempo vor sich. Vielleicht waren viele nicht überglücklich, aber man wusste wofür es sich lohnte zu arbeiten: für die Familie, für die Freizeit, für das eigene Wohlergehen. Damals hatte sich die Sinnfrage nur bedingt gestellt oder gar aufgedrängt. Um die Jahrtausend-Wende traten plötzlich unvorhersehbare Turbulenzen auf: Globalisierung, soziale Medien, permanente Informations-Flut, Überforderung, die Finanz-Krise 2008, Terrorismus, Flüchtlings-Probleme (sh A. Toffler, Der Zukunftsschock). Die Y-Leute wenden sich vomm puren Kapitalismus allmählich ab und sie fragen nach dem Why: wozu das Ganze?

Mit der Corona-Krise gibt es nun eine Art "Brandbeschleuniger". Die Frage nach dem WARUM wird brennnend und zwingend! Viele beruflichen Betätigungen werden obsolet: wer will schon in der Waffenindustrie arbeiten, oder Schweine schlachten, oder Alte pflegen, oder in der Politik herumstreiten, oder Plastiksackerl erzeugen oder oder oder?

Die Digitalisierung und künstliche Intelligenz erfasst uns alle. Kostet oder schafft das nun Jobs? Und bei welchen Firmen soll man arbeiten? Wo gibt es nachhaltige Unternehmen, die auf lange Sicht Karrieren bieten? Welche Ausbildung muss ich jetzt absolvieren, um dann wenigstens zehn Jahre in der Branche unter zu kommen?

Die Orientierungslosigkeit springt einen heutzutage auf allen Ebenen entgegen! Nicht nur der einzelne Mensch braucht eine Perspektive, sondern auch Arbeits-Teams, ja ganze Unternehmen müssen sich fragen, wozu sie eigentlich da sind. Was macht ein Betrieb, den neue Innovationen den Kern-Bereich kosten? Wie re-definiert man das Werk? Wenn der Diesel-PKW nicht mehr verkauft wird, wie kann es dann im Automotive-Sektor weiter gehen? Der Purpose, das Warum und Wozu schreit nach Antworten. (Buchtipp: Simon Sinek, "Start with Why!" Neben ihm bietet der MID-Professor Otto Scharmer mit Theory U, Frederick Laloux "reinventing organisations" und mein lieber Freund Nic Turner von nowhere die Theorien und praktischen Umsetzungen für eine völlig neuen Arbeitswelt und tiefgreifenden Kulturwandel mit post-konventionellem Führungs-Verständnis.)

Bleiben wir aber beim einzelnen Menschen auf seiner Suche nach beruflicher Erfüllung: Der Weg ist ganz klar! Zunächst geht es darum, die Potenziale und mögliche Kompetenzen einer einzelnen Person gut zu definieren. Umfangreiche Fragebögen für das Persönlichkeitsprofil, die Fähigkeiten, beruflichen Interessen und Motivationen sowie wichtige Fertigkeiten (Verkauf, Management) zu erheben. Im Vergleich mit einer großen Stichprobe ergibt sich dann ein objektives Bild, das der Purpose-Beratung die Basis für gelungene Anregungen bietet. Da die Eignungstests aber nicht genügend tief die Individualität erfassen, muss in einem zweiten Schritt ein Purpose-Dialog stattfinden, in dem die Kompetenzen, die Leidenschaften und die Marktattraktivität herausgefunden wird. Die Überschneidungsmenge dieser drei Bereiche beinhalten die berufliche Selbst-Definition des Menschen. Der Purpose jedes Menschen ist ja ohnehin vorhanden, nur: da er im nicht-sprachlichen Teil des Gehirns lagert, wird er so gut wie nie definiert. Und daher schließt sich der Kreis: Deswegen kann die Sinnfrage nicht beantwortet werden, bis wir so eine Selbstanalyse durchführen. Der minimalste Zugang dazu: www.hillsangels.at.

Larisa-K/pixabay https://pixabay.com/de/photos/straße-asphalt-himmel-wolken-220058/

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