Nein, ich bin nicht gläubig im Sinne der Schriften. Die Schriften sind zum Teil sehr weise, aber man sollte seinen Weg selbst finden. Dogmen sind mir ein Greuel. Wann immer mich jemand zwingen will, dieses oder jenes zu glauben, laufe ich garantiert davon. Der Bruch mit Autoritäten war schon in der Schulzeit selbstverständlich und eines meiner Kinder hat dieses rebellische Verhalten leider von mir geerbt. Immer schön dagegen sein ist besser, als dafür zu sein..

So war es fast logisch, dass ich mir als Autorität eine "höhere Macht" suchte, die mir zwar zuhörte, aber nicht widersprach.

Es war richtig schön, in den Jahren der Pubertät an einem stillen See zu sitzen und mit "Gott" über die Welt zu philosophieren.

Meine Eltern waren zwar nett und gebildet, aber die letzten Antworten konnten sie mir nicht geben. Wozu lebe ich? Was bedeutet das Leben auf diesem Planeten? Hat es irgendeinen Sinn? Hat jeder Mensch eine spezielle Aufgabe? Was passiert mit uns, wenn wir sterben? Kein Mensch kann diese Fragen beantworten..

In den rasanten Jahren des Lebens ist "Gott" oft in den Hintergrund getreten, aber ganz verschwunden ist "er" nie. ("Er" hat kein Geschlecht. "Er" ist geschlechtsneutral und wertneutral. Es gibt bei "ihm" kein Gut und Böse, nur Prinzipien.) Manchmal hat "er" mir sogar wundersam aus der Patsche geholfen. "Er" hat immer wieder Gelegenheiten genutzt, mir zu zeigen oder zu beweisen, dass er unsere Stunden am See nicht vergessen hat, obwohl sie schon so lange zurücklagen. Es scheint, als hätte ich damals einen Pakt mit ihm geschlossen, der immer gültig blieb. Denn "er" ist immer noch da, trotz meines unheiligen, ja fast "gottlosen" Lebens, und er kann Gedanken lesen und Wünsche erfüllen.

"Gott" ist der Grund, warum ich keine Angst vor der Zukunft habe, warum ich im Islam keine Gefahr sehe, warum ich der Spaltung nichts abgewinnen kann (auch wenn ich mich manchmal daran beteilige) etc. Ich weiß sehr viel mehr mit "seiner" Hilfe. Dieses Wissen bekommt man nicht in Lehranstalten vermittelt.

Mit einem Wort: Ich bin zuversichtlich. Ich glaube an die Gerechtigkeit, die oft lange auf sich warten lässt. Falle ich heute hin, so stehe ich morgen wieder auf. Das könnte ich nicht, wenn ich nicht glauben würde. Jeder Augenblick ist Erneuerung. Und jedes Ende ist ein neuer Anfang. Für den, der glaubt, ist das keine leere Phrase..

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