Eine Freundin bat mich für ihr neuestes Kunstprojekt, die wichtigsten Punkte der persönlichen Einschränkungen bzw Änderungen, welche die Corona-Krise und die damit verbundenen Restriktionen für mich persönlich mit sich bringen, aufzuzählen. Und außerdem darum, einen kurzen Ausblick zu geben, wann die Krise vorbei sein könnte. Und ob meiner Meinung nach eventuell Chancen auf gesellschaftliche Veränderungen als Folge der Krise möglich sind, sich die Gesellschaft möglicherweise in eine neue, vielleicht sogar positivere Richtung entwickeln könnte. Gerne komme ich dem nach.

Die wichtigsten Einschränkungen… Naja, in erster Linie natürlich der eingeschränkte Ausgang. Am ehesten vermisse ich, meine Freunde zu sehen, mich mit ihnen in irgendeinem Lokal zu treffen, oder einfach ins Kino zu gehen. Und natürlich gehen mir die Bandproben mit meiner Band ab. Das ist mein Hobby, und der momentane Verzicht darauf nervt schon ein wenig.

Was mir gar nicht abgeht, ist die Arbeit. Ich genieße den stressfreien Alltag, ohne Verpflichtungen, tun und lassen zu können, was ich will (soweit wie möglich) und wann ich will. So ist zumindest der momentane Stand. Es ist jedoch durchaus möglich, dass in einer Woche ganz andere persönliche Empfindungen vorherrschen. Da es ja mangels Erfahrung keinerlei Vergleichsmöglichkeiten gibt, ist eine Vorhersage schwer zu treffen.

Hier nun mal meine persönlichen Einschränkungen, Punkt für Punkt aufgelistet:

1. Eingeschränkte soziale Kontakte. Dass ich meine Freunde nicht einfach treffen kann. Und meine Familie, zumindest jener Teil, mit dem auch sonst Kontakt besteht.

2. Ich kann mein Hobby, nämlich mit Mykage Musik zu machen, nicht ausüben. Das schmerzt!

3. Shoppen mit meinen Mädels ist auch nicht möglich. Wobei, mein Konto freuts… 😉

Dabei geht es jedoch nicht nur ums einkaufen an sich, sondern auch um die soziale Interaktion.

4. Ich wäre Ende April dienstlich auf eine UN-Konferenz nach Japan geflogen. Auch das wurde, Corona sei dank, auf unbestimmte Zeit verschoben. Grundsätzlich ist das Reisen auch eines der Dinge, das mir fehlt.

5. Am Abend auszugehen fehlt mir auch. Überhaupt jetzt, wo Jessi immer emanzipierter wird, und es genießt, wie eine pubertierende in Clubs abzufeiern…

Ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung, wann die Krise vorbei ist. Ich bin weder Arzt noch Virologe und auch kein Zukunftsforscher, lediglich eine durchschnittlich intelligente Person. Mit Kaffeesud-Lesen kenn ich mich auch nicht aus. Jedoch fürchte ich, dass es bis Herbst oder sogar Jahresende dauern wird, bis der Zustand, wie er vor der Krise war, wieder eintritt. Wobei natürlich auch von Bedeutung sein wird, wie sich das Virus entwickelt. Wenn es saisonal wiederkehrt, wie die Influenza, wird man sich was überlegen müssen, weil wir können nicht jedes Jahr für ein paar Monate alles runterfahren. Wird vermutlich auch davon abhängen, wie schnell ein wirksamer Impfstoff bzw Medikament entwickelt wird.

Und dann bin ich neugierig, wie zuverlässig sich die Menschen impfen lassen. Oder ob mit zunehmender Distanz zur Epidemie von manchen Kreisen auch die Notwendigkeit einer Impfung wieder in Frage gestellt wird. Impfgegner, von denen die meisten auch dem Lager der Verschwörungstheoretiker angehören, werden sich mit Sicherheit auch darauf einschießen.

Chancen für die Zukunft? Hm, zunächst wird an den wirtschaftlichen Auswirkungen gearbeitet werden müssen. Denn der wirtschaftliche Schaden wird Ausmaße annehmen, die wir uns jetzt nicht mal ansatzweise vorstellen können. Das wird viel mehr Opfer fordern, als das Coronavirus. Es werden definitiv Existenzen vernichtet. Unternehmen werden zugrunde gehen, Menschen werden vor dem Nichts stehen, ohne Job, mit Familie im Hintergrund, die ernährt werden will. Das wird die wahre Katastrophe, und daran werden wir viel länger und umfangreicher leiden als an den Folgen des Virus. Das wird die Gesellschaft auch verändern. Dass ein Umdenken stattfindet, und man Wirtschaftswachstum nicht mehr als das alleinige Heilmittel ansieht, wäre wünschenswert. Ich bin da aber eher pessimistisch. Auch nach der Bankenkrise gab es immer noch genug unbelehrbare, die genauso weitergemacht haben wie davor. Ich hoffe nur, dass es dann vernünftige Politiker gibt, die erkennen, dass es nicht mehr so wie bisher weitergehen kann, und die geänderte Rahmenbedingungen präsentieren, welche ein nachhaltiges Umdenken ermöglichen.

Grundsätzlich wäre zu hoffen, dass wir uns wieder auf das wesentliche besinnen. Weniger von allem. Das tut der Umwelt gut, dem zwischenmenschlichen, dem Leben allgemein. Und man sich auf das wesentliche konzentriert. Nämlich Mensch zu sein.

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