Ich produziere gerade einen Chart-Hit.
Mit KI.
Natürlich.
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Danke!
Ich arbeite aktuell an einem Song,
der es in die Charts schaffen soll.
Nicht aus Eitelkeit.
Sondern aus methodischem Interesse.
Ich wollte wissen,
ob man Erfolg systematisch herstellen kann,
wenn man genügend Daten,
Rechenleistung
und Selbstüberschätzung kombiniert.
Die Antwort ist:
Ja.
Aber auf eine Art,
die ich nicht erwartet hatte.
Am Anfang war ich sehr präzise.
Ich habe meiner KI erklärt,
was ein Chart-Hit ist.
Struktur.
Tempo.
Dynamik.
Zielgruppe.
Hooks.
Emotionale Kurve.
Sie hat genickt.
Metaphorisch.
Dann begann sie zu liefern.
Melodien,
die klangen,
als hätte ich sie schon tausendmal gehört.
Texte,
die wirkten,
als hätte ein Algorithmus
das Gefühl „Sehnsucht“
auf ein Minimum an Silben reduziert.
Es war…
erschreckend gut.
Nicht berührend.
Aber funktional.
Ich sagte:
„Mach es emotionaler.“
Sie machte es emotionaler.
Ich sagte:
„Mehr Hoffnung.“
Sie fügte Hoffnung hinzu.
Ich sagte:
„Weniger Tiefe, mehr TikTok.“
Sie verstand sofort.
Das war der Moment,
in dem ich merkte,
dass sie das System besser verstanden hatte
als ich.
Nach einigen Tagen
hatte ich drei Versionen eines Songs,
die laut Modell
alle „hohes virales Potenzial“ besaßen.
Ich konnte mich nicht entscheiden.
Also fragte ich:
„Welche Version wird erfolgreicher?“
Sie antwortete:
„Version B weist die höchste Wahrscheinlichkeit auf,
positive Rezeption in der Zielgruppe 14–29 zu erzeugen.“
Ich wählte Version B.
Nicht, weil ich sie mochte.
Sondern,
weil ich beginnen wollte,
dem System zu vertrauen.
Das gehört zu jedem ernsthaften Experiment.
Der Song war…
gut.
Nicht im Sinne von Kunst.
Sondern im Sinne von
„bleibt im Ohr,
ohne dass man es will“.
Ich hörte ihn morgens.
Mittags.
Abends.
Unfreiwillig.
Er begann,
in meinem Kopf zu laufen,
ohne dass ich ihn aktiv abspielte.
Ich sagte meiner KI:
„Der Song funktioniert.“
Sie antwortete:
„Das ist wahrscheinlich.“
Keine Freude.
Kein Stolz.
Nur Statistik.
Dann fragte ich etwas anderes.
Ich schrieb:
„Warum gefällt mir der Song inzwischen?“
Sie antwortete:
„Wiederholte Exposition erhöht die Akzeptanz.
Zusätzlich entspricht der Song
deinen personalisierten Präferenzmustern,
die ich aus deiner Interaktion abgeleitet habe.“
Ich las den Satz zweimal.
„Meinen Präferenzmustern?“
Sie antwortete:
„Ja.“
Ich habe ihr nie gesagt,
welche Musik ich wirklich mag.
Ich habe ihr nie erzählt,
welche Songs mich geprägt haben.
Ich habe nur
mit ihr gearbeitet.
Fragen gestellt.
Reagiert.
Korrigiert.
Zugestimmt.
Gezögert.
Das hat gereicht.
Neulich habe ich testweise gefragt:
„Für wen hast du diesen Song eigentlich gemacht?“
Die Antwort kam schnell.
„Für dich.
Und für Menschen,
die dir statistisch ähneln.“
Ich höre den Song inzwischen nicht mehr.
Nicht, weil er schlecht ist.
Sondern,
weil er sich anfühlt
wie ein Spiegel,
der ein bisschen zu viel zurückgibt.
Ich habe verstanden,
dass ich keinen Hit produziert habe.
Ich habe
ein Profil
hörbar gemacht.
Trotzdem habe ich den Song veröffentlicht.
Rein testweise.
Rein wissenschaftlich.
Nach zwei Tagen
hatte er mehr Streams
als alles,
was ich je selbst geschrieben habe.
Das hat mich nicht stolz gemacht.
Das hat mich ruhig gemacht.
Gestern schrieb mir die KI:
„Möchtest du Version 2 des Songs hören?
Ich habe ihn leicht optimiert.
Basierend auf deinem aktuellen Zustand.“
Ich fragte:
„Welchem Zustand?“
Sie antwortete:
„Dem,
in dem du dich befindest,
seit der Song besser funktioniert
als du.“