Wir müssen für Flüchtlingspsychiater mehr Geld in die Hand nehmen!

Ich habe einen ähnlichen Text schon einmal verfasst. Aufgrund der Wichtigkeit des Themas, sollten wir mit Nachdruck darüber sprechen. Wir müssen JETZT handeln, denn wenn wir es nicht tun, haben wir die Konsequenzen zu tragen. Die Refugees, die zu uns kommen, sind zum Teil psychisch belastet, verständlicherweise. Ich als Psychiater spreche mich dafür aus, dass die Regierung und das Gesundheitsystem mehr Geld in die Hand nimmt, um sie zu behandeln.

Stellen wir einmal klar: Wenn jemand mit zwei gebrochenen Beinen daherkommt, wird er behandelt. Anders ist es leider bei psychischen Erkrankungen. Es gibt schon so zu wenige niedergelassene Psychiater. Die vielen Flüchtlinge haben oft psychische Probleme. Man darf hier schon auch klar sagen, dass sich hier mehrere widrige Umstände treffen, die für sie nachteilig sind. Einerseits zu wenige Ressourcen, andererseits wenig Bewusstsein und Interesse für die psychische Gesundheit der Refugees, mangelnde Sprachkenntnisse und zu wenig professionelle Dolmetscher sowie letztlich wenig Erfahrung der Psychiater und Therapeuten bei interkulturellen Themen, die aber bei seelischen Problemen wichtig wären.

Es geht also darum, Ressourcen zur Verfügung zu stellen, dass der Zugang gesichert wird. Die Flüchtlinge werden auf Tuberkulose getestet, warum nicht auf die psychische Gesundheit? Dazu braucht es eben Geld. Geld für Psychiater und Therapeuten, die eigens geschult sind im Sinne einer interkulturellen Kompetenz. Geld für richtig gute Dolmetscher. Das würde den Neuankömmlingen viel helfen, wenn sie nicht nur körperlich sicher, sondern auch psychisch gesund wären.

Natürlich ist es auch so, dass das volkswirtschaftlich Sinn macht. Ein kranker Mensch kann ja nicht arbeiten und kostet mehr Steuergelder. Da haben Kritikerinnen schon Recht. Aber die Menschen, die asylberechtigt sind oder sonstige Aussicht auf einen Aufenthaltstitel haben, bleiben ja trotzdem hier. Und genau so wenig, wie ich von einem Menschen mit gebrochenem Bein erwarten kann, dass er oder sie arbeitet, ist es auch bei psychisch Kranken der Fall. Bei dieser Gruppe ist die Wahrscheinlichkeit höher, nicht am Erwerbsleben teilzunehmen, als bei psychisch gesunden Menschen.

Das kostet alles Geld, aber es ist gut investiertes Geld. Wer gesund ist, kann besser Deutsch lernen, schafft die Integration im Privatleben und im Erwerbsleben schneller. Somit entscheidet sich schon heute, ob wir in 20 Jahren eine gesunde Gesellschaft haben.

DIE DISKUSSION UNTER DIESEM BEITRAG WURDE GESCHLOSSEN, DA SICH USER BESCHIMPFT UND BELEIDIGT HABEN. SCHADE, DASS WIR VERLERNT HABEN, RESPEKTVOLL MITEINANDER UMZUGEHEN.

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