Wien ist anders! - Behindertenpolitik aktuell

Zum zehnten Mal in Folge wurde Wien (von der Agentur Mercer) zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität Europas gewählt.

Doch nicht alle Menschen sind gleich, um in den Geschmack dieser viel gerühmten Qualitäten, zu kommen. Dabei ist es diesmal keine eigene Rasse, die da diskriminiert wird. Die Mehrheitsgesellschaft denkt sich, dass es genug geeignete Stellen gibt, die sich um die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, kümmern.

Stellen bzw. Organisationen der Behindertenhilfe Wien, gäbe es genug, was es nicht genug gibt, ist Geld. Die Stadt Wien hat, seit 2009, Gelder, die für die Pflege gebraucht werden, nicht evaluiert! Dies wird von den Massenmedien nicht angesprochen und somit bekommt es keiner mit. Die davon Betroffenen, sind eine verschwindend geringe Zahl, da diese keine große Lobby, hinter sich stehen haben. Behinderte Menschen, wie ich z.b., wollen sich ihr Leben organisieren nicht durch Pfleger, sondern durch "persönliche Assistentin"! In meiner Jugend habe ich sieben Jahre in einer betreutes-Wohnen Wohngemeinschaft, gelebt. An diesem Ort, habe ich es am eigenen Leib erfahren, wie es ist, von Pflegern betreut zu werden. Dort konnte ich keine eigenen Entscheidungen treffen, wie z.b., wann ich aufstehen möchte, oder wann ich essen will usw. Ein selbständiges Leben war so nicht möglich! Vor 10 Jahren hat Österreich der UN-Behindertenrechtskonvention zugestimmt. Ab da wurde es in Wien deutlich besser für "meinesgleichen". Wien führte als erste österreichische Stadt ein Pilotprojekt zur "persönlichen Assistenz" ein. Ich konnte zu meiner Familie nach Hause ziehen und ich bekam die Gelder, die bis dahin die Träger solcher Behinderteneinrichtungen bekamen, um mir ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten. Ich fühlte den deutlichen Unterschied, nun war ich ein Arbeitgeber und konnte mir am freien Arbeitsmarkt die Leute suchen, die ich für geeignet fand. Im Heim wurde ich oft durch Menschen betreut, von denen ich das gar nicht wollte. Des weiteren, bestimme nun ich, wann – wo und wie ich essen will oder wer meine Körperpflege tatsächlich ausführt. Dabei möchte ich nicht von Männern betreut werden, da ich ein gewisses gesteigertes Scharm-Gefühl besitze, diese Freiheiten hatte ich im Heim nicht. Ich fühlte mich, als wäre ich in einem Gefängniss, nur durfte ich zu bestimmten Zeiten das Gelände verlassen.

Kürzungen des Budgets um 10% in den letzten 12 Jahre, mussten die Organisationen der Behindertenhilfe Wien planbar machen. Es wurde an Personal und Infrastruktur gespart. Als ich in der Wohngemeinschaft war und den Sender des TV's gewechselt haben wollte, war dafür nur selten Zeit und auch ohne Murren der Betreuer war dies nicht möglich. Das hat mich in meiner Freiheit sehr eingeschränkt und als jugendliche konnte ich nicht nachvollziehen, wieso Bedürfnisse, die jeder Mensch hat, für mich etwas ganz Besonderes und Spezielles sein sollten.

Ein neuer Anbieter für persönliche Assistenz, zusammen mit der IVS Wien, eröffneten eine Petition, die die Regierung dazu bewegen sollte, sich für die Anliegen der PA benötigten Menschen eine Stimme zu verleihen. Die Petition mit dem Namen #LEBENNICHTBEHINDERN verlief vom 12.04.2019 bis zum 24.05.2019 und wurde über eine Internetplatform für Petitionen eingerichtet.

Über Mundpropaganda von betroffenen und ihren Freunden und Familien verbreitete sich der Aufruf zur Teilnahme sehr schnell über die sozialen Medien. Am Ende konnten knapp 7.300 Unterschriften gewonnen werden. Gleichzeit wurden eine Grosszahl der Gemeinderät_innen angeschrieben, wobei die Partei hier keine Rolle spielte. Leider, meldete sich nur eine Gemeinderätin der Grünen und bekundete ihr Interesse an diesem Anliegen. Die anderen 99 der insgesammt 100 Angeschriebenen haben scheinbar sehr viel wichtigere Themen am Herzen und konnten sich keine Zeit erübrigen eine kurze Stellungnahme abzugeben. Ich möchte jetzt niemanden unterstellen, sich für behinderte Menschen nicht einzusetzen, jedoch zeigt es ein gutes Bild, wie wichtig den lokalen Politikern dieses Anliegen ist.

Nach Ablauf der Frist werden die gesammelten Stimmen als Petitions-Anfrage an das Wiener Parlament weitergereicht. Es ist wirklich erschreckend, wie wenig Interesse, die Gesellschaft daran hat, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, zu der Österreich 2008 zugestimmt hat.

Erst kürzlich wurde Österreich offiziell gerügt, über den Verlauf der Ratifizierung.

Am 9. September fand im Nationalrat eine Sondersitzung über die geforderten Verbesserungen für behinderte Menschen, Stadt. In dem eingebrachten Antrag, indem es um die Auswertung der persönlichen Assistenz im Freizeitbereich ging, abgestimmt der Antrag wurde einstimmig angenommen und wir können auf baldige Verbesserungen hoffen.

(wenn Ihnen diese Text gefallen hat, bitte besuchen Sie auch gern meine Webside https://www.leben-mit-muskelschwund.at/all-news )

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rigoletta

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Tourix

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Der hat doch einen an der Klatsche!

Der hat doch einen an der Klatsche! bewertete diesen Eintrag 25.09.2019 00:02:49

philip.blake

philip.blake bewertete diesen Eintrag 24.09.2019 19:53:15

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