Die EU will das Ablaufdatum abschaffen - dabei sollte sie die Bürokratie abschaffen

Die EU plant, das Ablaufdatum abzuschaffen, da viele Waren noch weit länger haltbar sind, als es Haltbarkeitsdaten der Hersteller auf den Produkten ausweisen. Das wird langsam übersichtlich und führt in eine falsche Richtung.

Man sieht es in Supermärkten ja immer öfters: Ware abgelaufen, aber in Ordnung. Ich frage mich da immer, woher die wissen wollen, ob das Joghurt noch in Ordnung ist. Ein solches Label auf EU-Ebene mag zwar den Müllberg an Nahrungsmitteln begrenzen, verändert aber kaum unseren Zugang zur Produktion von Lebensmitteln.

Ein Beispiel:

Ein Ei kann sicherlich lange gehalten werden. Bis zu einem halben Jahr, würde ich sagen, wenn es ein echtes Bioei ist. Wie läuft das aber ab? In manchen, entlegeneren Gegenden, kommt der Sammler der Eier einmal im Monat. Ein Ei gilt aber nur 28 Tage als „bio“. Nur dann verkaufen es die Supermärkte um die paar Cent teurer, die es den LandwirtInnen ermöglichen, echte Biolandwirtschaft wirtschaftlich durchzuführen. Wird das Ei dann zufällig einen Tag, nachdem der Eiertruck da war, geholt, dann gilt es nicht mehr als bio, weil es ja dann zu spät abgeholtwurde Zudem kommt das Ei ja noch in ein Verteilerzentrum, wird abgepackt und landet erst dann im Supermarkt. Der Bauer leidet und muss einen niedrigeren Preis akzeptieren, was sich langfristig negativ auswirkt.

Wir brauchen, was die Kennzeichnung betrifft, einfach eine europaweite Änderung. Sprich welches Nahrungsmittel wir wie lange essen können. Ein „mindestens haltbar bis“ ist der falsche Ansatz. Ein weiteres Label ist der falsche Ansatz. Gerade bei Eiern kann ihre Herkunft durch Codes ohnehin schon nachvollzogen werden. Der bürokratische Aufwand ist schon enorm, hier sollte die EU ansetzen und es den LandwirtInnen erleichtern, sinnvoll zu arbeiten. Viele ersticken in der Bürokratie, dabei sollten sie einfach nur eines machen: Gutes Essen produzieren, welches nicht am soundsovielten fälschlicherweise abläuft.

Ein weiteres Beispiel für die Regulierungswut: Bei Vereinen müssen die Verantwortlichen auf dem Formular angeben, ob sie ein Konto in einer Steueroase haben. Ich lasse das einfach so stehen...

pixabay

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mike.thu

mike.thu bewertete diesen Eintrag 02.05.2017 11:49:04

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