Ich schrieb zwei Blogs zu dem Gesellschaftsmodell, das unserer Gesellschaft zunehmend verloren geht und für das es keinen entsprechenden Ersatz gibt. Keiner hat mir gezeigt, wie in einer mehrheitlich muslimischen Gesellschaft die Demokratie und die Grundrechte noch gelten werden.
Zuerst die Bestandaufnahme. Hier versuchte ich darzustellen, wie für einen erheblichen Teil der Gesellschaft Grundrechte nur noch auf dem Papier existieren. Was in den Problemvierteln gilt, entscheiden andere. Grundrechte müssen aber für alle in einem Staat gelten, sonst sind sie Privilegien einzelner Gruppen.
Dann wies ich darauf hin, dass wir für derlei Gesellschaften kein Gesellschaftsmodell mehr haben. Der Blog soll darstellen worauf unser Grundgesetz basiert, worauf die freie Marktwirtschaft in einer Demokratie basiert, ein Erfolgsmodell für die Bürger, deren Leben sich quer durch die Gesellschaft deutlich verbesserte.
Wir haben aber inzwischen viele Kleinigkeiten aufgegeben, die so selbstverständlich sind, das sie im Alltag kaum wahrgenommen werden. Und so enorm wichtig im Zusammenleben der Menschen, das deren Verlust einschneidend wirkt. Wie Demut, Toleranz, Achtung für Gegenüber, Glaube, Hoffnung, Güte, Menschlichkeit. Gerade die verantwortungslose Politik benachteiligt sozial benachteiligte Menschen, besonders drastisch. Welcher Hiesige lebt freiwillig in einem Problemviertel? Welchen Wert haben die Häuser in diesen Vierteln noch. Es sind weitgehend verarmte Menschen, die sich kaum wehren können. Wo ist in der SPD-Politik die Menschlichkeit für diese Bürger? Ich sehe da nur pure Ignoranz und Verachtung.
Der Blog basiert auf das Interview von Max Mannhart mit Dr. Alexander Kissler, das ich für mich zu dem Thema versuche.
Die Hauptaussage für mich: „Europa würde vor die Hunde gehen, wenn es kein Abendland wäre.“
Er beschreibt die Lücke nach Sinnerfüllung, nach Tradition u. a. durch das Christentum als „Hunger nach Herkunft“(7 min.). Eine Lücke, die von anderen Akteuren schnell ausgefüllt wird. Im Christentum ist immer schon die Selbstkritik verankert. Er trennt zwischen der triumphierende und der geknechteten, die sündige Kirche, die unterworfene Kirche. Das ist immer zusammenzudenken, das Highlight ist am Kreuz, die völlige Unterwerfung, dann steht er auf. Das ist immer zusammenzudenken. Der Raum zur freien Auslegung hat das Christentum, wie das Judentum(bei der Tora) breit gemacht. Das Zutrauen zum Beten und Denken lernen, ist dem Christentum und dem Judentum eingemünzt. Man kann diese Freiheit auch dazu verwenden um sich von dem Christentum zu trennen und es verächtlich zu machen.
Wir sind in einer Zeit der kulturellen Gedächtnislosigkeit. Jeder denkt mit jedem Tag komplett neu anfangen zu können. Das Leben ohne Bedenken der Vergangenheit funktioniert aber nicht, wird nicht funktionieren. Das Grundgesetz hätten wir nicht ohne das Christentum. Das Grundgesetz ist in Gesetzestext geformtes Christentum. Freiheit, Individualität sind ohne eine christliche Kultur nicht zu denken. Wer in einem muslimischen Land Abschied von dem Islam nehmen will, mit Kritik offen den Islam angreift, der braucht ein schnelles Pferd.
Allein schon die Gewaltenteilung trägt jeder in sich. Gott ist jedermanns eigene Sache, Staat für alle die andere Sache.
Aber es ist schon ein Problem, wenn nahezu alle Grundsätze unseres Staates auf der christlich-jüdischen Kultur basiert, aber unsere Gesellschaft kaum mehr christlich ist, denn eine Rückkehr zum Glauben wird es nicht geben.
Er kann den Menschen, die aus der Kirche austraten, keinen Vorwurf machen, weil diese schlechte Anwälte des Christentums sind(min. 16). Die meisten Theologen in Deutschland haben sich von der christlichen Religion abgewandt. Daher kam es zu der Abwendung, der stetigen Verächtlichmachung des Christentums. Die „Aufklärung“ war keine Bewegung für Atheismus, er war etwas religionskritisch bei der Überdehnung des Glaubens, sondern die Einforderung den eigenen Verstand einzusetzen. Und es war eine christliche Bewegung. Es wird keine Reconquista geben, aber punktuell bräuchte es eine Rückbesinnung auf die Herkunft, ohne Herkunft keine Zukunft. „Wer seine Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“ George Santayana.
Wir können nur deshalb den Glauben kritisieren, weil wir auf christlichen Schultern ruhen(min. 21). Unser Problem ist eine Gesellschaft, wo es verpönt ist zum eigenen zu stehen, wie sich zu bekreuzigen. Der Relativismus ist zu einem Problem geworden. Es muss gelernt werden, dass es kein Defekt ist das Eigene hochzuhalten, sondern umgekehrt das es katastrophal ist das Eigene permanent zu schmähen.
Gerade die Kirchensteuerkirchen fremdeln mit dem Christentum. Es kommt in nahezu keiner Predigt das Christusbekenntnis mehr vor, „ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (min. 24). In der Bibel steht nicht, ich bin der Wegweiser,… Christliches Leben ist Christusbekenntnis und Jesusbeziehung, die man für sich definieren muss. Diese Kirchen haben an vielen Stellen Jesus ausgemeindet, was die oft sagen sind oft Glaubensvertreibungsveranstaltungen, wie Gendern, Klima, Toleranz anderer Religionen.
Die Kirchen haben sich der Welt angeglichen aus Feigheit. Wobei im Neuen Testament heißt, ihr seid Kinder des Lichts, nicht der Welt. Min. 29 wird besonders spannend. „Wir sind an eine Zeitenwende eingekehrt. Die Frage ist einfach: Sind wir ein Land geworden, dass nach wie vor meint Freiheitlich, Rechtsstaatlich und Liberal sein zu können, ohne uns immer wieder dieser christlichen Quellen zu vergewissern. Ich würde sagen, das geht nicht. Und wenn wir vor der Auseinandersetzung stehen mit dem Islam, dann müssen wir einfach sagen, sind wir bereit freiheitlich zu bleiben und auch des Christentums zurück zu versichern oder wollen wir islamisch werden.“
Das Normengefüge ist das Problem. Es gibt viele sympathische Muslime, aufgeklärt, wie D. Undav, ein Kurde. Aber deren Normengefüge ist meist komplett anders als unseres. Der Islam hat den Anspruch das letzte Wort über alle drei Religionen zu sprechen. Der Islam ist ein kodifiziertes Ensemble von Verhaltungsregeln, die es abzuarbeiten gilt, die auch oft unserem Grundgesetz widersprechen. Oft werden damit Glaubensbekenntnisse zu politischen Machtdemonstrationen.
Ab. min. 36 geht es dann viel um den Islam. 80% der Moscheen sind islamistisch, es gibt muslimisches Land, das demokratisch ist. Der Islamismus ist das absolute Gegenmodell von Freiheit und wir haben breite Wege, die vom Islam zum Islamismus führen.
Wenn man ehrlich über den Islam in Deutschland nachdenkt, dann kommt man dazu das wenn die Muslimen hier im Land die Mehrheit erreichen würden, die Demokratie zusammenbrechen würde(40 min.).
Die lange Zeit in diesem christlich sehr tiefen Interview für den Islam zeigt, wie stark der Islam inzwischen geworden ist, wie schwach demgegenüber das Christentum. An dem was man liebt, reibt man sich besonders, aber diese Reibung fehlt inzwischen in Deutschland. Überraschend sind dann Glaubensbekenntnisse von Fußballern, wie von F. Nmecha und J. Tah, die dann abgelehnt werden. Die Reibung der Kirchen zeigt, dass sie den christlichen Funken aber auch noch in sich tragen.
Im Islam gibt es Richtungen, die christliches Bekenntnis als Verrat an der Gesellschaft werten, daher auch drastische Verfolgungen von Christen in vielen Ländern. „Der Glaubensrelativismus führt uns unter die Unterwerfung unter den Islam!“(min 43). Vakuum wird immer durch anderes gefüllt, wenn die Christen keine Möglichkeit zur Religion, für Halt bieten, dann füllen diese Lücke andere.
Wie man diesem Fortgang unterbinden kann? Kissler sagt, dass man nicht nur mit Liberalismus dem Islam beikommen kann, sondern die Gesellschaft braucht auch das Rüstzeug sich zu verteidigen. Und dies geschieht im Alltag, wenn Schweinefleisch verboten werden soll, wenn Kinder getrennt werden sollen, wenn eine Lehrkraft verhüllt sein soll,… Dazu muss es ein klares Nein geben. Und nicht zur Schikane der Muslime, sondern weil deren Glaubensrituale eben unsere Demokratie wirklich gefährden.
Es ist auch krass, dass unsere Gesellschaft kaum mehr den Unterschied zwischen einem Muezzinruf und der Kirchenglocke zu benennen weiß. Die Kirchenglocke zeigt die Zeit an und ruft zum Gottesdienst, ob die Bürger hingehen wollen, entscheiden sie aber selbst. Der Muezzinruf ist dagegen Besitzergreifend, es ist ein gesungenes Glaubensbekenntnis von einem Geistlichen. Es wird über alle Bürger dann täglich verbreitet ob sie wollen oder nicht, was verboten gehört. Wir tolerieren unsere funktionierende Gesellschaft zu tote.
Hier ein Buch von A. Kissler „Der aufgeklärte Gott: Wie die Religion zur Vernunft kam“
„Cancel Culture“, die Ausgrenzung von Kritikern und bestimmter Meinungen kann nur geschehen wenn die politische Mitte mitmacht, d. h. wenn diese zumindest dies schweigend geschehen lässt. Auch der aktuelle Gesellschaftswandel kann nur geschehen, wenn die Mehrheit dies geschehen lässt. Wird man dies weiter unbeteiligt geschehen lassen, wird sich das für alle tiefgreifend auswirken mit dem Verlust großer Teile unserer Freiheit, mit dem Verlust der Demokratie und auch mit deutlichem Wohlstandsverlust.