Es wirkt wie ein Kuriosum, das man zweimal lesen muss, um sicherzugehen, dass man sich nicht verlesen hat: Bei der Fußball‑WM tritt das Königreich der Niederlande faktisch mit zwei Mannschaften an. Die Niederlande – und Curaçao. Eine karibische Insel, die politisch zum selben Staat gehört, aber sportlich plötzlich als völlig eigenständige Nation aufläuft. Und genau hier beginnt das Unverständnis.
Curaçao ist ein „autonomes Land“ innerhalb des Königreichs. Schön und gut. Aber seit wann reicht eine interne Verwaltungsstruktur aus, um eine eigene WM‑Mannschaft zu stellen? Wenn das die Regel ist, warum spielt dann Réunion nicht neben Frankreich? Warum läuft Helgoland nicht neben Deutschland auf? Und warum sollte dann nicht auch Namibia, das historisch einmal unter deutscher Verwaltung stand, plötzlich ein eigenes WM‑Ticket beanspruchen dürfen? Die Logik wirkt beliebig.
Die FIFA argumentiert, dass Curaçao einen eigenen Verband besitzt und deshalb teilnehmen darf. Doch diese Erklärung wirkt eher wie eine technische Formalität als eine nachvollziehbare sportliche Regel. Denn am Ende bleibt der Eindruck, dass hier ein Königreich zwei Startplätze erhält – während andere Länder mit weit größeren, historisch gewachsenen Regionen keinerlei Möglichkeit hätten, so etwas auch nur zu beantragen.
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Damit stellt sich die Frage, die viele Fans irritiert: Wie kann es sein, dass ein und derselbe Staat zwei WM‑Teams stellt – und warum akzeptiert die FIFA diese offensichtliche Ungleichbehandlung?
Zwei Mannschaften doppelte Chancen auf den Titel? Und was wenn im Endspiel Holland auf Curacao treffen würde? Und dürfen Nationalspieler die Mannschaft wechseln, weil sie ja dieselbe Staatsangehörigkeit besitzen? Darf ein Holländer beim Ausscheiden für Curacao weiterspielen? oder gar die ganze Mannschaft das Trikot und die Fahne wechseln?