Wer wirklich hinter der Gewalt steckt – und warum niemand es sagt

Es gibt Nachrichten, die schmerzen, weil sie das Bild zerstören, das wir uns so gerne von der Welt machen. Eine davon ist diese: Nicht immer sind es die vermeintlichen „Feinde“, die für das Leid verantwortlich sind. Nicht immer sind es die „Islamisten“ oder „Terroristen“, auf die wir so gerne mit dem Finger zeigen, um unsere Empörung zu rechtfertigen. Manchmal – und das ist das wirklich Erschütterende – sind es diejenigen, die eigentlich für Sicherheit sorgen sollten.

Stellen Sie sich vor: Über 160 Menschen werden während eines Gottesdienstes entführt. Die Täter kommen auf Motorrädern, schießen wild um sich und verschleppen die Gläubigen. Die ersten Berichte sprechen von islamistischen Gruppen – die üblichen Verdächtigen. Doch dann kommt die Wahrheit ans Licht: Die Behörden, die zunächst alles abgestritten haben, geben den Vorfall schließlich zu. Nicht, weil sie plötzlich ein Gewissen entwickelt hätten, sondern weil die Beweise zu erdrückend wurden. Augenzeugen berichten von Einschüchterungen, von Vertuschungsversuchen, von Sicherheitskräften, die Journalisten und Aktivisten den Zugang verwehren. Warum? Weil die Wahrheit ein schlechtes Licht auf die Region werfen würde. Weil es einfacher ist, die Schuld bei anderen zu suchen, als die eigene Verantwortung zu akzeptieren.

Die Entführten sind keine Einzelfälle. Sie sind Teil eines Systems, in dem Machtmissbrauch, Korruption und Gleichgültigkeit der Behörden das Leben der Menschen prägen. Während die Welt über „islamistische Terrorgruppen“ spricht, werden die wahren Verantwortlichen oft verschont: diejenigen, die wegschauen, die lügen, die aktiv daran mitwirken, dass solche Verbrechen ungestraft bleiben. Die Opfer? Sie bleiben zurück – mit ihren Familien, ihren Ängsten und der bitteren Erkenntnis, dass niemand sie beschützt.

Es ist an der Zeit, die bequemen Erzählungen zu hinterfragen. Nicht, um neue Sündenböcke zu schaffen, sondern um endlich denen Gehör zu verschaffen, die seit Jahren um Gerechtigkeit kämpfen. Die Wahrheit mag unangenehm sein, aber sie ist der erste Schritt, um etwas zu ändern. Und vielleicht – nur vielleicht – ist es diese Wahrheit, die uns alle zwingt, nicht länger wegzuschauen.

https://www.spiegel.de/ausland/nigeria-polizei-raeumt-entfuehrung-von-160-christen-ein-a-112682cf-1c06-4539-9032-ece58f55555f

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Eintagesfliege

Eintagesfliege bewertete diesen Eintrag 21.01.2026 19:08:58

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