AfD-Politiker wie Höcke, Frohmeier, Krah oder Moosdorf schäumen im Netz, nachdem Le Pens Ziehsohn eine künftige Zusammenarbeit ausgeschlossen hat. Dabei hat der Rassemblement National bereits vor zwei Jahren jede Zusammenarbeit eingestellt. Nach den Europawahlen verhinderte er die Aufnahme der AfD in die große Fraktion der „Patrioten für Europa“ und zwang sie dazu, mit skurrilen Einzelkämpfern aus anderen Staaten mühsam die eigene Fraktion „Europa souveräner Nationen“ im Europäischen Parlament zusammenzuzimmern.
Selbst viele europäische Rechtsnationalisten halten die AfD für politisch toxisch - nicht zuletzt wegen Kreml-Nähe und fragwürdiger Verbindungen nach China. Die Reaktionen aus der AfD sind dennoch atemberaubend. Da wird vom „Erbfeind“ gefaselt, von „hinterhältigen“, „verlogenen“, „ehrlosen“ Franzosen. Man fühlt sich um mehr als hundert Jahre zurückversetzt – in eine politische Kultur, die Europa schon einmal in die Katastrophe geführt hat.
Deutschland ist wohlhabend und angesehen, weil Adenauer den außenpolitischen Faden Stresemanns wieder aufgenommen und die deutsch-französische Freundschaft begründet hat, die wir seither über Jahrzehnte gepflegt haben. Sie wurde Nukleus der europäischen Integration. Das Vertrauen unserer Nachbarn war Voraussetzung der deutschen Vereinigung – und ist bis heute Grundlage unseres Einflusses.
Die AfD will zurück zu einem Europa des nationalen Gegeneinanders. Sie würde unseren Unternehmen den großen europäischen Heimatmarkt nehmen. Sie würde Deutschland genau den Hebel aus der Hand schlagen, der uns gemeinsam mit unseren Nachbarn Einfluss auf globale Prozesse, Handel, Technologie und digitale Medien verschafft. Sie steht damit auf Frontalkurs zu elementaren deutschen Interessen. Und genau deshalb darf sie niemals Einfluss auf deutsche Regierungspolitik erhalten.