Große Themen versprechen große Reichweite. Trotzdem können gerade kleine, klar abgegrenzte Themen besonders gute Webprojekte ergeben.
Leo Kobes, mit KI Erstellt https://nischenseiten.com/
Eine Nische klingt zunächst nach etwas Kleinem. Für ein Webprojekt kann genau das ein großer Vorteil sein.
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Wenn ich eine neue Domain sehe, stelle ich mir inzwischen nicht zuerst die Frage:
„Wie viele Menschen suchen danach?“
Ich frage mich eher:
„Gibt es eine klar erkennbare Gruppe von Menschen, die zu diesem Thema mehrere konkrete Fragen hat?“
Das ist ein Unterschied.Denn ein gutes Webprojekt muss nicht für jeden interessant sein.Manchmal reicht es völlig, für eine relativ kleine Zielgruppe sehr relevant zu sein.Genau deshalb mag ich Nischenthemen.
Ein gutes Beispiel dafür ist ASMR.
Noch vor einigen Jahren hätten viele Menschen mit diesem Begriff überhaupt nichts anfangen können. Heute existieren Videos, Communities, Trigger, Mikrofone, Kopfhörer, Einschlafroutinen und eine ganze eigene Begriffswelt rund um das Thema.
Aus einem zunächst sehr speziellen Thema entsteht plötzlich eine erstaunlich große Themenlandschaft.
Und genau das macht eine gute Nische aus.Eine Nische ist nicht dasselbe wie wenig Suchvolumen.Wenn SEO-Leute von einer Nische sprechen, wird schnell auf Keywordzahlen geschaut.
Zum Beispiel:
- 300 Suchanfragen
- 800 Suchanfragen
- 2.000 Suchanfragen
Das kann hilfreich sein.Aber es sagt noch nicht, ob sich daraus ein gutes Projekt entwickeln lässt.
Ein Thema kann relativ wenig Suchvolumen haben und trotzdem interessant sein, wenn Nutzer viele unterschiedliche Fragen dazu stellen.Ein anderes Keyword kann dagegen zehntausende Suchanfragen haben, aber kaum Raum für ein eigenständiges Projekt bieten.
Für mich sind deshalb andere Fragen interessanter:
- Gibt es mehrere echte Nutzerprobleme?
- Gibt es unterschiedliche Informationsbedürfnisse?
- Kann ich dazu mehr anbieten als einen einzelnen Artikel?
- Gibt es Unterthemen, Werkzeuge oder Vergleiche?
- Kann das Projekt über längere Zeit sinnvoll erweitert werden?
Wenn ich diese Fragen überwiegend mit Ja beantworten kann, wird eine Nische interessant.ASMR ist dafür ein gutes Beispiel. ASMR steht für Autonomous Sensory Meridian Response.
Gemeint ist ein von manchen Menschen beschriebenes angenehmes Kribbeln, das beispielsweise durch Flüstern, Klopfgeräusche, langsame Handbewegungen oder andere audiovisuelle Reize ausgelöst werden kann.
Das Thema ist inzwischen auch wissenschaftlich untersucht worden.
Eine 2018 veröffentlichte Studie beschrieb bei Personen, die ASMR erleben, unter anderem Veränderungen von Stimmung und physiologischen Reaktionen. Dazu gehörte beispielsweise eine geringere Herzfrequenz beim Betrachten entsprechender Videos.
Wichtig ist dabei:
- ASMR wirkt nicht bei jedem Menschen gleich.
- Gerade das macht das Thema für ein Webprojekt interessant.
- Denn daraus entstehen sofort viele unterschiedliche Fragen.
Zum Beispiel:
1. Was ist ASMR überhaupt?
2. Welche Trigger gibt es?
3. Warum funktioniert Flüstern bei manchen Menschen?
4. Was bedeutet Tapping?
5. Welche Kopfhörer eignen sich?
6. Welche Mikrofone werden verwendet?
7. Kann ASMR beim Einschlafen helfen?
8. Warum empfindet ein anderer dieselben Geräusche als unangenehm?
9. Welche Trigger passen zu mir?
Aus einem einzigen Begriff entsteht damit eine ganze Informationsarchitektur.
Genau daraus ist ASMR.at entstanden
Bei ASMR.at habe ich deshalb nicht versucht, einfach zehn Artikel über denselben Begriff zu schreiben.Das Projekt lässt sich viel breiter denken.
Es geht um:
- Grundlagen
- Trigger
- Equipment
- praktische Anwendung
- Ratgeber
- konkrete Fragen von Einsteigern
- unterschiedliche Formen von ASMR
- Werkzeuge zur Orientierung
Mittlerweile gehören zu dem Projekt beispielsweise auch kleine Browser-Werkzeuge wie ein Trigger-Finder oder Hilfen zur Planung einer ASMR-Session.
Dadurch wird aus einer Content-Seite langsam ein richtiges Themenprojekt.Genau diese Entwicklung finde ich spannend.Eine gute Nischenseite ist für mich deshalb heute nicht einfach eine Website mit 30 SEO-Texten.Sie sollte eine konkrete Aufgabe erfüllen.
Mehr zum Projekt und zu meiner Herangehensweise gibt es auf meiner Projektseite zu ASMR.at:
https://leokobes.com/projekte/asmr-at/
Früher bedeutete „Nischenseite“ oft etwas anderes. Der Begriff Nischenseite hat im SEO eine gewisse Vorgeschichte.Viele erinnern sich wahrscheinlich an Websites nach dem Schema:
Keyword-Domain kaufen → 20 Texte schreiben → Amazon-Produkte verlinken → Rankings abwarten.
Das hat lange Zeit funktioniert.Und Teile dieses Modells können auch heute noch sinnvoll sein.Aber ich würde ein Nischenprojekt 2026 deutlich anders aufbauen.
Nicht:
„Welches Keyword kann ich monetarisieren?“
Sondern:
„Welches Thema kann ich so gut aufbereiten, dass daraus eine eigenständige Website mit echtem Nutzen entsteht?“
Das klingt ähnlich.Ist aber strategisch etwas völlig anderes.Eine gute Nische hat klare GrenzenEiner der größten Vorteile eines Nischenprojekts ist seine Begrenzung.Angenommen, ich starte eine Website zum Thema:Gesundheit
Dann konkurriere ich plötzlich mit:
- Kliniken
- Krankenkassen
- medizinischen Fachportalen
- Apotheken
- Ärzten
- Medien
- staatlichen Institutionen
Und gleichzeitig müsste ich hunderte unterschiedliche Themen fachlich sauber abdecken.Nehme ich dagegen ein klar umrissenes Teilgebiet, wird die Aufgabe überschaubarer.Das bedeutet nicht automatisch, dass die Rankings einfacher werden.Aber ich kann wesentlich klarer definieren:Für wen ist diese Website eigentlich da?Diese Klarheit hilft nicht nur bei SEO.
Sie hilft auch bei:
- Navigation
- Themenplanung
- interner Verlinkung
- Markenbildung
- Newsletter-Themen
- Social Media
- Tools
- Kooperationen
- Monetarisierung
- Google fragt im Grunde etwas Ähnliches
Interessant finde ich, dass Googles eigene Empfehlungen ziemlich gut zu diesem Ansatz passen.Google fragt Websitebetreiber unter anderem sinngemäß:
Gibt es eine vorhandene oder beabsichtigte Zielgruppe?
Würde diese Zielgruppe die Inhalte auch direkt interessant finden?
Zeigt der Inhalt Erfahrung und Fachwissen?
Hat die Website einen klaren Hauptzweck oder Fokus?
Hat der Nutzer nach dem Lesen das Gefühl, sein Ziel erreicht zu haben?
Gleichzeitig warnt Google davor, Inhalte zu vielen verschiedenen Themen nur in der Hoffnung zu produzieren, mit irgendeinem davon Suchtraffic zu bekommen. Das bedeutet nicht:Nischenseiten ranken automatisch besser.So einfach funktioniert SEO natürlich nicht.Aber ein klar abgegrenztes Projekt erleichtert es, genau diese Fragen vernünftig zu beantworten.
Vom Keyword zur Themenwelt
Für mich beginnt ein gutes Nischenprojekt deshalb nicht mit einer Liste von 500 Keywords.Ich starte lieber mit einer Themenkarte.
Plötzlich habe ich keine einzelne Nischenseite mehr.Ich habe eine kleine Themenwelt.Und genau darin liegt für mich der Unterschied zwischen einer kurzfristigen SEO-Seite und einem langfristigen Webprojekt.Kleine Themen erlauben mehr TiefeBei großen Generalisten ist die Breite häufig das Problem.
Eine Website behandelt:
- Reisen
- Versicherungen
- Haustiere
- Technik
- Ernährung
- Garten
- Finanzen
Zu jedem Thema gibt es fünf Artikel.Das kann funktionieren.Aber es ist schwer, daraus eine erkennbare fachliche Identität zu entwickeln.Bei einer Nischenseite ist es umgekehrt.Die Themenbreite ist kleiner.Dafür kann die Tiefe wesentlich größer werden.
Genau deshalb habe ich nischenseiten.com gestartet
Mit nischenseiten.com habe ich inzwischen zusätzlich ein eigenes Projekt rund um solche fokussierten Websites aufgebaut.Dort interessiert mich weniger die alte Vorstellung:
„Schnell eine Affiliate-Seite bauen.“
Mich interessiert vielmehr die Frage:
Wann ist ein kleines Thema groß genug für ein eigenständiges Webprojekt?
Denn ich habe über die Jahre immer wieder festgestellt, dass ungewöhnliche Domains und Spezialthemen oft die interessantesten Projekte ergeben.Nicht jedes davon wird groß.Nicht jedes davon wird viel Geld verdienen.Und nicht jedes Projekt wird bei Google erfolgreich.Aber gerade kleine Projekte eignen sich hervorragend, um Dinge auszuprobieren.
Wer sich für genau diesen Ansatz interessiert, findet auf nischenseiten.com weitere Beispiele und Gedanken rund um den Aufbau fokussierter Webprojekte:
Mögliche Modelle sind beispielsweise:
- Affiliate-Marketing
- Werbung
- Leads
- eigene Produkte
- Dienstleistungen
- Sponsoring
- späterer Verkauf des Projekts
Der Fehler entsteht meiner Meinung nach erst dann, wenn die Reihenfolge umgedreht wird.Wenn das Projekt ausschließlich gebaut wird, um möglichst schnell einen Affiliate-Link zwischen zwei Absätze zu setzen, merkt der Besucher das meistens.
Besser ist:
- Problem verstehen.
- Zielgruppe verstehen.
- Themenstruktur entwickeln.
- hilfreiche Inhalte und Funktionen erstellen.
- Reichweite aufbauen.
- passende Monetarisierung ergänzen.
Dann passt die Monetarisierung zum Projekt – und nicht das Projekt zur Monetarisierung.
Auch eine gute Domain hilft. Natürlich spielt bei meinen Projekten die Domain eine große Rolle.Eine gute Domain kann ein Thema sofort erklären.ASMR.at ist dafür ein schönes Beispiel.Man sieht die Adresse und weiß praktisch sofort, worum es geht.
Das ist angenehm für:
- Wiedererkennung
- Branding
- direkte Navigation
- Erwähnungen
- Offline-Kommunikation
Die Domain ist deshalb ein Baustein.Nicht das gesamte Projekt.
Welche vermeintlich kleine Nische kennen Sie, bei der Sie selbst überrascht sind, wie viel Wissen und wie viele Fragen eigentlich dahinterstecken?
Quellen und weiterführende Informationen:
1. Google Search Central – Hilfreiche, vertrauenswürdige, nutzerorientierte Inhalte erstellen
2. Google Search Central – SEO Starter Guide
3. Poerio et al. – More than a feeling: Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR), PLOS ONE
4. University of Sheffield – Forschung zu ASMR und physiologischen Reaktionen
5. Leo Kobes – Projekt ASMR.at
6. Nischenseiten.com – Webprojekte mit klarem Themenfokus