Unsere Schande, unsere Schuld.

Wir können nicht alle nehmen, die sollen doch in die Nachbarländer gehen, die sollen nicht so wählerisch sein... Immer noch gibt es Menschen, die ohne jede Emotion zuschauen, wie man traumatisierte Kriegsflüchtlinge in Lager sperrt, mit Gewalt in Züge drängt, in Züge, die nur bis zum nächsten Lager gehen. Die Politik betreibt Kuhhandel mit diesen Elendsten der Elenden.

Wir entmenschlichen Menschen, um kein Mitgefühl empfinden zu müssen. Die Menschen, die in Ungarn festsitzen und die zu Verwandten oder Freunden in andere Länder wollten, haben keine Möglichkeit, sich zu waschen, sich auszuschlafen, sich medizinisch versorgen zu lassen. Sie sind schmutzig und abgerissen, erschöpft und sie stehen unter Schock.

Und trotzdem zögert Europa.

Ungarn machte die Grenze auf und zu, ganz willkürlich – und die österreichischen Politiker haben nichts gegen Stacheldrahtzäune, gegen Zäune, die Flüchtlinge abhalten, aber sie haben sehr wohl etwas gegen Grenzöffnungen.

Was heute in Ungarn, aber auch in Griechenland, Italien, Frankreich und England passiert – wie mit Menschen auf der Flucht vor Mord, Vergewaltigung und Folter umgegangen wird, ist eine Schande und eine Schuld, die wir alle auf uns laden! Gerade auch die, die jetzt so laut schreien, daß „die“ doch dort bleiben sollen. „Dort“? Im Krieg? Im Elend? In der Hoffnungslosigkeit?

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Maria Lodjn

Maria Lodjn bewertete diesen Eintrag 14.12.2015 23:17:13

fischundfleisch

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