Vetternwirtschaft: Für Siegmund "kein Problem"

In der AfD Sachsen-Anhalt häufen sich Vorwürfe, dass führende Politiker ein Netzwerk der gegenseitigen Begünstigung aufgebaut haben, von dem vor allem ihre eigenen Familienangehörigen profitieren. Recherchen zeigen, dass Verwandte von Spitzenfunktionären gezielt in politischen Büros und Fraktionen beschäftigt werden – oft mit gut dotierten Stellen. Besonders auffällig ist der Fall des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, dessen Vater seit Jahren bei verschiedenen Abgeordneten angestellt ist und ein monatliches Gehalt von 7.725 Euro bezieht. Auch die Geschwister des parlamentarischen Geschäftsführers Tobias Rausch sowie die Eltern weiterer Abgeordneter arbeiten in ähnlichen Konstellationen für die Partei.

Diese Praxis wird als systematische Vetternwirtschaft kritisiert, die mit Steuergeldern finanziert wird. Die AfD, die sich sonst als Kämpferin gegen Filz und Selbstbedienung in der Politik inszeniert, gerät dadurch selbst unter Druck. Die Vorwürfe sind besonders brisant, da die Partei kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht und mit Transparenz und Seriosität punkten will. Kritiker werfen der AfD vor, ein „Versorgungssystem“ für die eigenen Reihen geschaffen zu haben, das dem Grundsatz der Chancengleichheit widerspricht.

Die Affäre zeigt, wie die Partei mit internen Widersprüchen kämpft: Einerseits prangert sie Vetternwirtschaft bei anderen an, andererseits nutzt sie selbst solche Strukturen, um Familienmitglieder abzusichern. Ob diese Vorwürfe das Vertrauen der Wähler erschüttern, bleibt abzuwarten.

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101108412/afd-vetternwirtschaft-um-ulrich-siegmund-in-sachsen-anhalt.html?fbclid=IwY2xjawPx8CJleHRuA2FlbQIxMABicmlkETA3WVV4ZGZEVGRCVXpYa1ZWc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHrYZXjoPlN6GCpEOwbWNOgOOsZxcg1hDCwlO7Kx0ckjdZJI2v_Qgsym2wITj_aem_hg9_Tg4DzScAKAgHPA563g

"Das hat mafiöse Ausmaße", sagte t-online eine Person, die den Landesverband seit Jahren gut kennt. Abgeordnete im Bundestag und im Europaparlament würden "als Milchkühe" verwendet. "Sie sollen so viele Bekannte und Verwandte aus dem Wahlkreis als Mitarbeiter bei sich unterbringen wie nur möglich." Es sei "ein Hohn für alles", wofür die AfD programmatisch stehe. "Die Steuerzahler werden aufs Schlimmste geschröpft."

Die Beschäftigung von Familienmitgliedern sei "kein Problem", er finde das sogar gut, "weil Vertrauen das Entscheidende ist", so Spitzenkandidat Siegmund

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Menelik

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