Man kann darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, ein Atomkraftwerk zu bauen und nie in Betrieb zu nehmen, aber das Volk hat so entschieden:

Österreich

Das Kernkraftwerk Zwentendorf, vom Betreiber EVN Atomkraftwerk Zwentendorf genannt, wurde ab 1972 gebaut und aufgrund der entsprechenden Volksabstimmung 1978 nie in Betrieb genommen.

Bis zum März 1985, als die „stille Liquidierung“ des Kernkraftwerks Zwentendorf beschlossen wurde, kostete es insgesamt 14 Milliarden Schilling, 600 Millionen Schilling davon waren allein für die Instandhaltung nötig gewesen.

Aber da es nie in Betrieb ging, war es auch nie verstrahlt, muss nicht rückgebaut werden und verursacht keine Endlagerkosten, da die Brennstäbe ungenutzt verkauft wurden.

In den Jahren 1999 bis 2002 diente das Gelände auch als Austragungsort des Nuke Musikfestivals.

• Der Reaktor diente als Kulisse für einen Film mit dem schwedischen Schauspieler Dolph Lundgren. Der Film kam allerdings nie ins Kino.

• Anlässlich des 30. Jahrestages der Volksabstimmung wurde von Andreas Prochaska der Fernsehfilm "Der erste Tag" gedreht und am 6. November 2008 erstmals ausgestrahlt.

• Im Herbst 2010 wurden Teile des Filmes "Restrisiko" innerhalb der Anlage gedreht. Regie führte dabei Urs Egger, die Hauptrolle hatte Ulrike Folkerts. Der Film wurde am 18. Januar 2011 auf Sat.1 ausgestrahlt.

• Im August 2012 diente der Reaktor als Filmkulisse für den österreichisch-französischen Kinofilm "RZ2–Grand Central" unter der Regie von Rebecca Zlotowski.

• 2012 bis 2014 war die Anlage Ende Mai / Anfang Juni der Veranstaltungsort des Tomorrow-Festivals. 2012 war es die Auftaktveranstaltung für das europaweite Volksbegehren für einen Atomausstieg der Umweltschutzorganisation Global 2000.

• 2013 experimentierte Martin Küchen Saxophon spielend mit dem Hall in der Anlage.

• 2014 diente das Kraftwerk als Kulisse für das deutsche Filmdrama "Tag der Wahrheit" von Anna Justice.

• Am 26. August 2017 wurde das erste Mal das Shutdown Festival ein Outdoor-Hardstyle & Hardcore-Musikfestival rund um das Kraftwerk abgehalten. Am 10. August 2019 fand die dritte Ausgabe mit 15.000 Besuchern statt. Nach coronabedingter Pause kamen am 7. August 2021 rund 13.000 Besucher zur vierten Ausgabe des Musikfestivals. Die Veranstaltung am 6. August 2022 ist für 15.000 Besucher ausverkauft.

• Globart (Jakob Brossmann, Manfred Rainer) erarbeitete mit Zeitzeugen aus 1978 und in Kooperation mit dem Landestheater Niederösterreich das Theaterstück "Gemeinschaftskraftwerk." Ausgeführt wurde es 27.–29. Mai 2022 im Kraftwerksgebäude. Das Publikum wanderte dabei mit Kopfhörern durch den Bau. Anlass war 100 Jahre Niederösterreich – 50 Jahre nach Grundsteinlegung des AKW.

• Ende 2023 spielten Marc Seibold und Ariane Alter von "Das schaffst du nie! vom BR verstecken" im Kraftwerk. (Video auf YouTube)

• Von Juli 2024 bis Juni 2025 stehen in Zusammenarbeit mit dem Karikaturmuseum Krems Bilder der Ausstellung „Hier kommt Bart! Simpsons Cartoon Art aus der Sammlung William Heeter und Kristi Correa“ am Besucherpfad des Kraftwerks als Homer's Radioactive Tour.

• Der Reaktor diente auch als Kulisse für die 275. Folge ("Eine Nacht in Zwentendorf", Staffel 19, Folge 9, TV-Premiere am 1. April 2025 der österreichischen Kriminalserie "SOKO Donau" (bzw. "SOKO Wien" in Deutschland).

Atomausstieg in Deutschland

Ich habe (als Gegner von Atomkraftwerken!) nie verstanden, warum Deutschland seine gut gewarteten, vollkommen technisch in Ordnung befindlichen AKW, (vermutlich aus überschießenden Umweltschutzgedanken oder Sicherheitsbedenken) ohne vorherige Absicherung durch andere Energiequellen zur Stromerzeugung abgeschaltet und vom Netz genommen hat.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Stromerzeugung durch AKW, wenn man die Baukosten, den Rückbau und Endlagerung der radioaktiven Abfälle bedenkt, die teuerste aller Möglichkeiten ist, so war das eine grundlegend falsche Entscheidung. Diese AKW hätten, da sie ja nun schon einmal da waren, noch viele Jahre den so sehr benötigten Strom für die Umstellung auf erneuerbare Energie liefern können.

Jetzt liefern sie nur noch Kosten

So kompliziert ist der AKW-Rückbau

Stand: 14.04.2023

Von Stefan Troendle, Lena Schmidt und Leila Boucheligua, SWR

Der Rückbau von Atomkraftwerken wird Deutschland noch jahrzehntelang beschäftigen. Das größte Problem: Der Umgang mit radioaktiven Stoffen.

Das Schicksal der Atomkraftwerke in Deutschland ist besiegelt: Morgen gehen mit Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 die letzten drei Atomkraftwerke vom Netz. Eine lange Ära der Atomkraft in Deutschland geht zu Ende. Doch abgehakt ist das Thema damit noch lange nicht, denn Kraftwerke können nicht einfach abgerissen werden.

Vor uns liegen Jahrzehnte des Rückbaus, sagt Bundesumweltministerin Steffi Lemke. Von den 33 ehemals in Betrieb genommenen Kernkraftwerken seien erst drei vollständig rückgebaut worden, so Lemke.

20 Jahre Rückbau in Niederaichbach

Etwa zehn bis zwölf Jahre dauert es, ein Atomkraftwerk rückzubauen - wenn alles nach Plan läuft. Dass das nicht immer der Fall ist, zeigt das AKW Niederaichbach. Es wurde als erste Atomanlage in Deutschland überhaupt demontiert. Fast 20 Jahre hat der Rückbau des Atomkraftwerks in der Nähe von Landshut gedauert - zweieinhalbmal so lange wie die Bauzeit. Hinzu kommen enorme Kosten: Schätzungen zufolge kostet der Rückbau eines Atomkraftwerks mindestens eine Milliarde Euro. Mittlerweile müssen die Betreiber der Atomkraftwerke die Kosten für Stilllegung und Rückbau selber tragen und dafür entsprechende Rücklagen bilden. Dazu sind sie gesetzlich sogar verpflichtet.

Der Rückbau eines AKW dauert etwa zehn bis zwölf Jahre.

Trennung der Materialien ist eine große Herausforderung

Die größte Herausforderung beim Rückbau stellt der richtige Umgang mit radioaktivem Material dar. Der Kontakt zu radioaktivem Müll ist wegen der starken und langanhaltenden Strahlung extrem gefährlich. Viele Schritte müssen unter Vollschutz und behutsam in Handarbeit durchgeführt werden: die Dekontamination von Flächen, das Zerlegen von Stahl aller Art, das Abfräsen von Wänden.

Umfassende Kontrollen sind vorgeschrieben, beispielsweise ob radioaktives Material durch feine Risse in den Beton eingedrungen sein könnte. "Das ist eine der eigentlichen Herausforderungen beim Rückbau, dass man die Materialen ganz sauber trennt", erklärt Walter Hackel, ehemaliger Chef des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich.

Spezialinstrumente für den Rückbau von Kernkraftwerken

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt ein internationales Forschungsteam um Sascha Gentes neue, praxisbezogene Rückbautechnologien. In sensiblen Bereichen wird für das Schneiden von Metall oft ein Hochdruckwasserstrahl verwendet, der scharfkantigen Sand enthält.

Am KIT wird eine Methode entwickelt, um Wasser, Schleifsand und radioaktive Metallspäne danach wieder mithilfe von Magneten zu trennen. Dadurch würde weniger Müll anfallen. Mit einer Winkelfräse, einer weiteren neuen Entwicklung am KIT, könne man die Innenkanten von Wänden wesentlich einfacher abschleifen als mit konventionellen Schleifgeräten, sagt Eric Rentschler vom KIT. Bei bis zu 150.000 Quadratmeter zu dekontaminierender Fläche ist das ein lohnendes Projekt.

Greifarme schützen vor Strahlenbelastung

Die Firma Wälischmiller in Markdorf am Bodensee arbeitet an speziellen Greifarmen. Mit diesen könne man in radioaktiven Bereichen arbeiten, in die Menschen nicht dürfen, erklärt Firmenchefin Claudia Reich dem SWR: "Es kann jemand ganz weit weg sitzen und von dort aus die Geräte bedienen." Ob Schrauben losdrehen oder Druckbehälter zerteilen - durch Greifarme ist fast alles ferngesteuert von außen möglich.

Der Rückbau eines Atomkraftwerks in Deutschland kostet pro Anlage schätzungsweise rund 1 Milliarde Euro. Die gesamten Kosten für Stilllegung, Rückbau und Entsorgung des Atommülls in Deutschland belaufen sich auf geschätzte 38 bis über 44 Milliarden Euro. Für die Zwischen- und Endlagerung werden langfristig sogar Kosten von bis zu 170 Milliarden Euro prognostiziert.

Es spricht vieles dafür, dass der Rückbau von Atomkraftwerken in Zukunft für Umwelt und Mensch sicherer wird und strahlenbelastetes Material effektiver von anderem Abfall getrennt werden kann. Doch wohin mit dem Müll?

Aufwendiger Entsorgungsprozess

Dekontaminierter, nicht-radioaktiver Müll erhält die Freigabe, auf einer regulären Mülldeponie entsorgt zu werden. Solche Abfälle können dann zum Beispiel im Straßenbau recycelt werden. Bevor die Baustoffe - vom kleinsten Betonbrocken bis zum zerkleinerten Stahlrohr - das Kernkraftwerk verlassen dürfen, müssen sie "freigemessen" werden. Dabei wird alles durch eine Messanlage geschleust, um das Material auf Radioaktivität zu kontrollieren.

Alle schwach bis mittel radioaktiven Stoffe kommen in Fässer verpackt in ein Zwischenlager, zunächst auf dem AKW-Gelände und dann zur Endlagerung in die Schachtanlage Konrad bei Salzgitter, ein stillgelegtes Eisenerz-Bergwerk.

Suche nach Endlager für hoch radioaktiven Müll

Im letzten World Nuclear Status Report von Oktober 2022 wurde gemeldet, dass weltweit bislang 204 Atomkraftwerke stillgelegt wurden. Doch nur bei zehn ist der Rückbau wirklich komplett abgeschlossen. Das größte Problem ist die Endlagerung der hoch radioaktiven Abfälle.

Das erste genehmigte Endlager in Deutschland - das stillgelegte Eisenerz-Bergwerk Schacht Konrad bei Salzgitter - ist für die Lagerung schwach und mittel radioaktiver Abfälle vorgesehen. Nach einem Endlager für den hoch radioaktiven Atommüll wird derzeit immer noch gesucht.

Bislang wurden Teilgebiete in Deutschland bestimmt, in denen günstige geologische Bedingungen für die Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle herrschen. In der aktuell laufenden Phase der Endlagersuche soll nun die große Fläche dieser 90 Teilgebiete eingegrenzt werden.

Endlagersuche kostet weitere Milliarden

Zu den Kosten für den Rückbau der AKW kommen also weitere Milliarden für die Endlagerung. Für die Finanzierung der Stilllegung und Endlagerung hatte die Bundesregierung 2017 einen Fonds eingerichtet. Das Wirtschaftsministerium rechnet damit, dass die Zwischen- und Endlagerung insgesamt rund 170 Milliarden Euro kosten wird. Trotz Stilllegung werden Atomkraftwerke Politik, Gesellschaft und Forschung also noch lange beschäftigen.

AKW Hamm: Betreiberfirma insolvent – bleiben Steuerzahler auf Kosten in Millionenhöhe für den Rückbau sitzen?

18. Oct 2025

(ee-news.ch) Der Betreiber HKG des seit 1989 stillgelegten Atomkraftwerks Hamm-Uentrop in Nordrhein-Westfalen hat Insolvenz angemeldet. Er kann die Kosten für den Rückbau des ehemaligen Forschungsreaktors THTR nicht mehr stemmen. Der Bau des Reaktors wurde ursprünglich vom Land Nordrhein-Westfalen und vom Bund initiiert. Droht den Steuerzahlern jetzt, auf den Kosten in Millionenhöhe für den Rückbau des Atommeilers sitzenzubleiben?

Man kann ohne Zweifel diese Entwicklung von Deutschland, wo insgesamt 37 kommerzielle Kernreaktoren, die in Betrieb gewesen waren und nun dem Rückbau unterliegen, postwendend auf Frankreich umlegen: auch wenn die bestehenden (und neu gebauten) bis zum letzten Termin ausgequetscht werden, so lange bis die Betreiberfirmen (Investoren/Staat) absolut kein Geld mehr aus irgendwelchen Quellen(Steuerzahler/EU) lukrieren können,

IRGENDWANN IST „ZAHLTAG“ UND DANN SIND ALLE MÖGLICHEN BETREIBER INSOLVENT

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