Die von der Koalition reklamierten Erfolge beim geringeren Budgetdefizit und die gesunkene Inflation in Österreich sind in Wirklichkeit ein Regierungsschmäh.
Zwar ist die aktuelle Inflation im Jänner 2026 auf 2 % gesunken, jedoch ist dieser Effekt kaum auf Regierungsmaßnahmen zurückzuführen.
Vielmehr resultiert der Rückgang aus dem hohen Wert der Inflation im Jänner 2025 durch das Auslaufen der Strompreisbremse bzw. niedrigeren Preisen bei Energie im Jänner 2026 im Vergleich zum Vorjahr.
Auch das vorläufige, niedrigere Defizit ist nicht durch bewusst gesetzte Einsparungsmaßnahmen zustande gekommen sondern durch höhere Steuereinnahmen (z. B. Lohnsteuer) und geringere Zinsenzahlungen.
Da die Inflation höher ist als die Verzinsung von Sparguthaben saniert sich der Staat in Wahrheit auf Kosten der Sparer und wir haben eine stille Enteignung und damit defacto eine Vermögensbesteuerung.
Auch das aktuelle prognostizierte Defizit Österreichs von über 14 Mrd. Euro für 2025 ist sehr hoch und als besorgniserregend einzustufen.
Laut langfristiger Budgetprognose - diese muss alle 3 Jahre erstellt werden - steigt das Defizit Österreichs bis 2060 auf 7,4 % der Wirtschaftsleitung. Die Staatsschuldenquote beträgt 2060 laut Vorhersage 148 % der Wirtschaftsleistung unseres Landes.
Um das Bild abzurunden weise ich auch die EU-Maastricht-Kritieren hin, welche ein Budgetdefizit von maximal 3 % und eine Staatsschuldenquote von maximal 60 % vorsieht.
Anstatt sich feiern zu lassen sollte unsere Regierung längst überfällige strukturelle Reformen angehen um unser Land wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
ein nachdenklicher
Robert Cvrkal
Quelle: Kronen-Zeitung vom 06.02.26, Regierungs-"Schmäh" bei Inflationsrate und Budget, Seite 8 und 9