Fingierter Mord – Schuss ins eigene Knie der Meinungsmacher

Die Bundesregierung ist entsetzt und erschüttert über diesen Mordanschlag. Es kommt jetzt darauf an, dass die Umstände dieses feigen und hinterhältigen Mordes genau untersucht und rasch aufgeklärt werden. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Das gilt in gleicher Weise für die Fälle der 2015 und 2016 in Kiew ermordeten Journalisten Oleg Busina und Pawel Scheremet, deren Schicksal immer noch nicht aufgeklärt ist.“ Diese Erklärung hat am Mittwochvormittag (30. Mai 2018) Christofer Burger, Sprecher des Auswärtigen Amtes bei der Bundespressekonferenz in Berlin abgegeben.

Zeitgleich teilte ARD in der Tagesschau.de mit: „Der russische Journalist Arkadi Babtschenko ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew getötet worden. Unbekannte hätten den Reporter in einer Wohnung im Stadtviertel Dnipro erschossen.“

Am Donnerstag, 31. Mai um 16:35 rekapituliert das Zentralorgan der deutschen Moraliät, „Die Zeit“, die Ereignisse rund um den fingierten Mord und kommt zu dem erschütternden Schluss: „Das im Moment wohl größte Risiko ist es, dass künftig jede Ankündigung, ein Journalist sei getötet worden, in Zweifel gezogen werden wird.“

Ich bekenne: Polemik impliziert die Neigung zur Verkürzung. Immerhin konzediert „Die Zeit“ einleitend „Noch sind viele Zusammenhänge und Details unklar, die Quellenlage ist schwierig. So lassen sich die Angaben der ukrainischen Sicherheitsbehörden und des Geheimdienstes SBU nicht unabhängig überprüfen“, und listet dann brav die verfügbaren Informationen auf, zitiert (Vorsicht Ausgewogenheit!) auch die Empörung von Russlands Vizeaußenminister Grigori Karasin, der sich über "antirussische Provokation" und "russophobe Lügen" aufgeregt hat.

Was aber „Die Zeit“ als „Das im Moment wohl größte Risiko“ bezeichnet - nämlich dass Journalisten, und sogar solche von Leitmedien, jetzt plötzlich damit anfangen sollen Behauptungen zu überprüfen, bevor sie diese (system)konform in die Welt hinausposaunen – das ist ja wirklich ein Skandal von internationaler Tragweite!

Und wenn die Bundesregierung in einem offiziellen Statement ungeprüft über „diesen Mordanschlag“ spricht, so ist das nicht bloß ein Versagen von Beamten, die auf die Schnelle vor der Bundespressekonferenz eine offizielle Stellungnahme zusammengeschustert haben, in (system)logischer Erwartung der Journalistenfragen zu dem top aktuellen Thema. Denn das Außenamt könnte auch verlauten: „Zu dem Thema liegen uns derzeit noch keine zuverlässigen Informationen vor.“ Nein, es spricht ungeprüft über „diesen Mordanschlag“, ohne das inflationäre "mutmaßlich" auch nur in Erwägung zu ziehen.

Was ich von Verschwörungstheorien halte, habe ich an der Stelle ausführlich dargelegt (Nur eine Wirklichkeit). Es ist mit Sicherheit keine Verschwörungstheorie zu behaupten, Leitmedien und Regierungen stecken als Systemträger immer unter einer Decke. Das gilt für Russland ebenso wie für die Ukraine. Und um nichts weniger für Deutschland.

Mich persönlich erinnert das ganz gewaltig an "Die letzten Tage der Menschheit", genauer gesagt: Die letzten Tage der Menschheit 4.0

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