Offener Brief an:

Damen und Herren Grundumlagen Umlagen@wkstmk.at; Präsident Harald Mahrer harald.mahrer@wko.at; Präsident Ing. Josef Herk josef.herk@wkstmk.at

Sehr geehrte Damen und Herren des Umlagenbüros WK Stmk, sehr geehrter Herr Präsident Mahrer, sehr geehrter Herr Präsident Herk,

das Umlagenbüro WKO Steiermark hat mir eine Vorschreibung für 2020 und 2021 in Höhe von 776 Euro geschickt. Ich muss Ihnen mitteilen, dass ich meine Mitgliedsbeiträge aus politischen und wirtschaftlichen Gründen nicht länger bezahlen werde.

Ist es eine Leistung, das Kapital zu lesen? www.thurnhofer.cc

Die WKO ist laut Verfassung meine Standesvertretung und eine autonome Organisation, gemäß B-VG 120a, (2): „Die Republik anerkennt die Rolle der Sozialpartner. Sie achtet deren Autonomie und fördert den sozialpartnerschaftlichen Dialog durch die Einrichtung von Selbstverwaltungskörpern.“

Schon lange war ich mit den Leistungen der WKO als Standesvertretung unzufrieden. Seit Ausbruch der Corona-Herrschaft im Jahr 2020 jedoch hat die WKO aufgehört eine autonome Organisation zu sein. Vielmehr ist die WKO zu einer Suborganisation der Regierung degeneriert. Nicht zuletzt die Abwicklung von "Corona-Hilfsgeldern" im Auftrag des Finanzministeriums beweist die verfassungswidrige Vereinnahmung der Wirtschaftskammer.

Die WKO hat seit Ausbruch der Corona-Herrschaft keine einzige konstruktive Alternative zur Regierungspolitik entwickelt, die große Teile der KMU Österreichs im vergangenen Jahr in den Ruin getrieben hat. Ganz im Gegenteil, die WKO hat ihren Mitgliedern sogar Polizeistaat-Methoden empfohlen, so in einem Newsletter vom 23.3.2021: "Die Polizei hat ein Informationsblatt zum Umgang mit aggressiven Kunden herausgegeben. Darin finden sich Tipps zur Vorgehensweise, wenn Kunden z.B. das Tragen der FFP2-Maske verweigern." Diese Politik der WKO lehne ich ab und bin ich nicht bereit weiterhin zu finanzieren.

Zur wirtschaftlichen Seite: die WKO versteht sich als Service-Betrieb ihrer Mitglieder und bietet dafür zahlreiche Leistungen in unterschiedlichen Bereichen an: Schulungen, PR, Medien (WKO-Zeitungen) und internationale Messen. Ich biete Dienstleistungen in den Bereichen Schulungen, PR, Medien, Marketing und Kunst und habe dazu von der WKO in 30 Jahren keine Ausschreibung bekommen. Sollte die WKO der Meinung sein, Angebote zu legen sei Bringschuld der Mitglieder, so kann ich auf viele Angebote und konstruktive Vorschläge zur Einsparung von Kosten verweisen, die in guter österreichischer Manier "nicht einmal ignoriert" wurden.

Besonders infam: zufällig erfahre ich am 19.11.2019 vom Expo-Büro der WKO, dass in Dubai eine Ausstellung mit heimischen Künstler geplant sei, und: "eine Kuratorin wurde bereits ausgewählt". Als Galerist, der seit 1994 österreichische und internationale KünstlerInnen vertritt, könnte ich so eine Kuratierung jederzeit übernehmen - und sicher auch dutzende andere österreichische Galeristen. Doch die wurden nicht gefragt, eine Ausschreibung hat nicht statt gefunden!

Zwei Ausnahmen (in 33 Jahren WK-Mitgliedschaft) bestätigen die Regel: 1) Unter dem sonderbaren Titel "Galerienförderung 2020" erhielt ich vom Landesgremium Stmk die Info, dass die WK Stmk ein Ankaufsbudget von 8.000 Euro bereit stellt. Meine Einreichungen wurden dabei nicht berücksichtigt. 2) Am 16.3.2021 erhielt ich von der Fachgruppe Werbung einen "Last Call" zur Angebotslegung für die Betreuung des Fachgruppen-Newsletters. Mein Angebot folgte umgehend, meine Referenz: ich war drei Chefredakteur der Online-Nachrichtenagentur pressetext.com. Antwort der WKO: keine.

Zusammengefasst: die WKO als Wirtschaftsunternehmen bietet mir Konkurrenz in vielen Bereichen, die WKO geht nachlässig mit Ausschreibungen um oder "vergisst" überhaupt darauf, die WKO ignoriert konstruktive Vorschläge (z.B. Einsparung von neun Bundesländerzeitungen, die nicht der Information, sondern der Selbstdarstellung dienen) und nicht zuletzt verschleudert WKO Mitgliedsbeträge für sinnlose Projekte ( Stichwort "Kaufhaus Österreich" ) ES REICHT!

Mit besten Grüßen

Mag. Hubert Thurnhofer

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