Ich verehre die Gewalt und wusste es nicht einmal

Ja, ich trage ein Kreuz um den Hals und oute mich damit als Christin.

Auch im Gerichtssaal ist es zu finden:

Nur steht das Kreuz für: Die römische Hinrichtungsmethode des Kreuzigens sollte einen dazu Verurteilten absichtlich besonders langsam und grausam töten. Es konnte Tage dauern, bis sein Tod eintrat. Das möglichst lange qualvolle Sterben der Gekreuzigten sollte den Verurteilten demütigen und den Betrachter einschüchtern und abschrecken.

Die vier Schritte zum qualvollen Sterben:

- der vollständigen Entkleidung des Verurteilten und dessen öffentlicher Geißelung;

- dem erzwungenen Querbalken- oder Furcatragen zum Hinrichtungsplatz;

- dem Fesseln oder Annageln seines Körpers an eine Furca oder den Querbalken;

- dessen Befestigung an einem Baum oder auf dem vorbereiteten Pfahl. Dabei wurden Mensch und Querbalken hochgehoben und mit dem senkrechten Pfahl verbunden. [Wiki] - das hat man in unseren Zeiten als Spezial- und Generalprävention definiert.

Man schwört in der westlichen Welt auf die Bibel, dh man schwört auf eine einen Sermon von Gewalttaten, beginnend mit Kain und Abel, mit Vätern, die auf Gottes Geheiß ihre Söhne opfern sollten und selbstverständlich auch, dass es den göttlich gewollten Krieg gibt. Wenn gar keine Argumentation mehr gelingt, die Waffenarsenale zu leeren, das geht immer.

Von der Steinigung treuloser Ehefrauen ganz zu schweigen ...

Ein kurzer Blick auf das Straßenbild genügt eigentlich, dass ich nach wie vor von Kriegs- und Schlachtenverherrlichung umgeben bin: Nicht nur die Londoner Underground hat eine Station namens Waterloo.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es einige Radetzky-Straßen und -gassen in den Städten von Österreich gibt, samt Reiterstandbild, samt Abschluss des Neujahrskonzerts .....

Die Ehre und der Ehrbegriff und die zahllosen Fehden und Duelle die er hervorgebracht hat, seien nur am Rande erwähnt: Ich fühle mich eigentlich gerade nicht so honorig.

Ich gebe es zu: Ich liebe Märchen und und Sagen. Ich habe Homer verschlungen: Der Troyanische Krieg - was für eine Schlachtbank: Und ganz gesonders ein Herr Archilles, der den Helden Hektor tötet, seine Beine zusammenbindet und dann um Troya schleift ....

Ich liebe das Nibelungenlied, samt Wagnerschem Angriff auf meine zart besaiteten Ohren: Brünnhilde schon nicht ganz astrein aber erst Kriemhilde: Heiratet den Hunnenkönig um blutige Rache an den Mördern ihres Mannes üben zu können.

Grimms Märchen ... Hänsel und Gretel, der böse Wolf, Aschenputtels verstümmelte Füßchen ... man könnte fast meinen, ein Soziopath hätte die Geschichten erfunden.

31 Femicide in diesem Jahr sprechen auch nicht gerade für eine zivilisierte Fortentwicklung.

Ideengeber für diese Gedanken und fast eine Rezension:

https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/A1027129989

Das Buch hat über 1300 Seiten und verlangt gute Magennerven.

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Hochwald

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MartinUSH

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tantejo

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