Das Taubenschwänzchen - kleiner Nachtfalter im Schwirrflug

Text von veggiewombat, Bilder von Pixabay

Der ebenso tagaktive Nachtfalter wird wegen seiner Flugweise auch Kolibrischwärmer genannt.

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) ist ein Nachtfalter und gehört zur Schmetterlings-Familie der Schwärmer (Sphingidae). Seinen Namen hat der 36 bis 50 Millimeter große Falter wegen seines zweigeteilten Büschels an seinem Hinterleib erhalten, das an die Schwanzfedern von Tauben erinnert.

Da er beim Nektar Saugen an Pflanzen wie ein Kolibri in der Luft stehen kann, wird er auch Kolibrischwärmer genannt. Manchmal werden die kleinen Fluginsekten sogar mit Kolibris verwechselt (die aber ausschließlich auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet sind).

Pixabay https://pixabay.com/de/photos/natur-blume-taubenschw%c3%a4nzchen-3130064/

Das Taubenschwänzchen dagegen kommt auch in Mitteleuropa vor und ist in den Sommermonaten in fast ganz Europa anzutreffen. Inzwischen überwintern die kleinen Nachtfalter sogar manchmal in den Regionen, in denen sie sich eigentlich nur im Sommer aufhalten. Dies hängt vermutlich mit der allmählichen Klimaerwärmung zusammen, denn eigentlich ist der Kolibrischwärmer ein Wanderfalter und verbringt die kalte Jahreszeit in wärmeren Gefilden. Obwohl die Taubenschwänzchen zu den Nachtfaltern gehören, sind sie durchaus auch am Tag zu beobachten. Sie sind manchmal auch an Balkonpflanzen anzutreffen.

Pixabay https://pixabay.com/de/photos/taubenschw%c3%a4nzchen-zinnie-best%c3%a4ubung-8363573/

Das Taubenschwänzchen - ein Wanderfalter: Es gibt nicht nur Zugvögel

Es ist schon unglaublich, dass ein Schmetterling so große Entfernungen zurücklegen kann. Manchmal sind es sogar bis zu 3.000 Kilometer, welche die kleinen Falter in ungefähr zwei Wochen hinter sich lassen. Denn die Taubenschwänzchen kommen in den Sommermonaten sogar auf den Britischen Inseln, in Skandinavien und Nordrußland (außer ganz im Norden) vor. Selbst in Island findet man diese interessanten Nachtfalter zur Sommerzeit.

Im Winter dagegen erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Kolibrischwärmer nach Süden bis ins westafrikanische Gambia, nach Osten kommen die Falter dann sogar bis nach Vietnam vor. Auch auf der portugiesischen Inselgruppe der Azoren, mitten im Atlantik, gibt es Taubenschwänzchen. Ihre Fluggeschwindigkeit kann bis zu 80 km/h erreichen, in der Minute machen sie 70 bis 90 Flügelschläge.

Pixabay https://pixabay.com/de/photos/kolibrischw%c3%a4rmer-taubenschw%c3%a4nzchen-9730652/

So ein Taubenschwänzchen braucht schon eine Menge Nektar, denn wenn man so schnell fliegt...

Schwärmer haben einen ungefähr 25 bis 28 Millimeter langen Saugrüssel. Auch Taubenschwänzchen nehmen auf diese Weise ihre Nahrung auf. Da sie bedingt durch ihr Flugverhalten – den anstrengenden Schwirrflug - einen hohen Energieverbrauch haben, benötigen sie relativ viel Nektar, zumindest im Vergleich zu ihrem Körpergewicht von nur 0,3 Gramm. Sie sind nicht besonders wählerisch, fliegen viele verschiedene Pflanzenarten an, schwirren von Blüte zu Blüte und sammeln dabei ungefähr 0,5 Milliliter Nektar. Bevorzugte Pflanzen der Kolibrischwärmer sind Klee, Fuchsien und Flieder sowie zahlreiche andere Pflanzenarten, darunter Jasmin, Natternkopf und Storchschnabel.

Pixabay https://pixabay.com/de/photos/taubenschw%c3%a4nzchen-schmetterling-807428/

Paarung, Raupe, Puppe, Schmetterling

Die Falter paaren sich bevorzugt an wärmeren Stellen wie Steilwänden, die von der Sonne aufgewärmt sind. Wenn sich Weibchen und Männchen gefunden haben, fliegen sie aufgeregt herum, bis sie sich zur Paarung niederlassen - die kann dann bis zu zwei Stunden dauern. Werden die Taubenschwänzchen gestört, kann das Schmetterlingspaar sogar aneinander gekoppelt wegfliegen. Nach der Paarung sucht sich das Weibchen erst etwas Nektar, und legt dann bis zu 200 Eier an einer Pflanze, die einen windgeschützten sonnigen Standort hat. Die Raupen sind etwas schillernd hellgrün gefärbt und erinnern an Pflanzenknospen. Die Kolibrischwärmer-Raupen ernähren sich gerne von Labkräutern, aber auch von anderen Pflanzen wie Waldmeister und Färberkrapp. Nach etwa 20 Tagen verpuppt sich die Raupe und hängt als Puppe in Ruhestellung an einer Pflanze, bis nach etwa drei Wochen ein neuer Falter ausschlüpft.

Ich hoffe sehr, dass auf Taubenschwänzchen und auf alle anderen Schmetterlinge sowie auf alle anderen großen und kleinen Wildtiere von der Landwirtschafspolitik endlich Rücksicht genommen wird. Denn das Artensterben geht fast überall weiter.

Pixabay https://pixabay.com/de/photos/kolibri-schmetterling-schmetterling-9745355/

0
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
0 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Noch keine Kommentare

Mehr von veggiewombat