Das Verhältnis der Grönländer zu Dänemark ist bei weitem nicht so unbelastet, wie uns so mancher einreden will.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Inuits jemals vergessen werden, dass man ihnen die dänische Kultur aufzwingen wollte.
Dazu wurden 22 Kinder der Inuits in den 1950er-Jahren von ihren Familien getrennt und gegen deren Willen und ohne Wissen der Eltern nach Dänemark gebracht. Die Absicht war es diese Kinder dänisch zu erziehen und sie dann in Schlüsselpositionen in Grönland zu hieven.
Weiters wurden kinderlose dänische Ehepaare mit willkürlich aus Grönland gebrachten Kindern versorgt.
Die Information, dass Tausenden von Grönländerinnen - teilweise gegen deren Willen und ohne deren Wissen - bis in den 70er-Jahren die Spirale im Rahmen eines Zwangsverhütungsprogrammes eingesetzt wurde dient als Abrundung des insgesamt als schwierig einzustufenden Gesamtbildes.
Ob man unter diesen Voraussetzungen von bösen Amerikanern und guten Dänen bzw. Europäern sprechen kann muss jeder für sich selbst beurteilen.
Dass Grönland komplett selbständig wird ist aufgrund der wirtschaftlichen Fakten schwer vorstellbar:
- fast die gesamten Exporterlöse Grönlands stammen aus dem Fischfang
- erhebliche dänische Transferzahlungen stützen das Budgets Grönlands
- junge Grönländer, die mangels eines entsprechenden Angebotes in der Heimat höhere Schulen in Dänemark besuchen, kehren kaum auf die Insel zurück.
Meines Erachtens ist unter Berücksichtigung des oben angeführten Sachverhaltes die Entscheidung über Grönland noch nicht gefallen.
Letzten Endes wird wohl entscheiden, ob die USA oder Dänemark bzw. Europa das lukrativere Angebot stellen. Was meint ihr dazu!?
ein nachdenklicher
Robert Cvrkal