Warum unser Studienbeihilfensystem krank ist!

Kurz ein paar Backgrundfacts, wie man so schön sagt: Ich studiere Makroökonomische Statistik an einer staatlichen Universität in Österreich und arbeite als Projektkoordinator für den öffentlichen Bereich, genauer gesagt, im Bereich der demographischen Statistik.

Nun aber zu dem was ich nicht ganz verstehe, bzw. der Anlass war, diesen Artikel zu verfassen:

Ich begann relativ bald neben meiner schulischen Ausbildung zu arbeiten, dies hat einerseits den Grund, dass ich denke, dass Praxis und Theorie mehr verbunden werden müssen, und andererseits, weil mein Interesse im Bereich Statistik sehr groß ist. (In einem anderen Artikel schrieb ich darüber, dass meine Zufriedenheit mit dem Studium und Job wie eine e-Funktion ansteigt, dies ist noch immer der Fall ;) ). Letztens wurde mir von meinem Chef mitgeteilt, wir haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis in unserer Abteilung (- führt übrigens zu einer immensen Produktivitäts und Effizienzsteigerung) ich solle doch probieren, ob ich, da ich ordentlicher Student bin und rund 30 ECTS-Punkte im Semester mache, Studienbeihilfe bewilligt bekomme. Voller Freude habe ich dies getan, ein Formular ums andere ausgefüllt. Abgegeben habe ich das Formular natürlich persönlich, man will ja einen guten Eindruck hinterlassen. Beim Rausgehen aus der Behörde sprach ich mit ein paar "Vollzeit-Studenten" die Ihre Bescheide abholten, der eine sprach von 400€ der andere sogar von 600€, welche sie ab nun Monat für Monat bekommen. Auf die Frage wieviel ECTS-Punkte sie im Semester machen bekam ich folgenden Antwort (Zitat): "16 ECTS reichen damit i mei Familien und Studienbeihilfe griag." Etwas verwundert machte ich mich auf den Weg ins Büro.

Nach 5 Wochen, endlich... Ein Brief mit Amtssignatur, das kann fast nur mein Beihilfenbescheid sein. Nach einer kurzen Verwunderungsphase meinerseits war ich etwas erstaunt, dass mir der Betrag von sage und schreiben, festhalten!, 92 CENT gewährt wird. Und ja, ich liege unter der Zuverdienstgrenze!

Mir war also nicht ganz klar, warum ich so wenig bekam, bzw. eigentlich gar nichts, denn unter 5€ werden Beihilfen nicht ausbezahlt. Das Einkommen meiner Eltern liegt im Durchschnitt. Sie sind keine Großverdiener!

Interessant wurde es aber, als mein Bruder ebenfalls einen Antrag stellte und 31 € bekam/bekommt.

Daraufhin schrieb ich einen Brief, der folgendes sinngemäß beinhaltet hatte:

1) Wie kann es möglich sein, dass das Ergebnis ein anderes ist, wenn die Grundlage gleich bleibt?

2) Wie rechtfertigt man, dass Studenten, die einer "Doppelbelastung" ausgesetzt sind, benachteiligt werden.

Ich bekam auf beide Fragen keine Antwort sondern nur die telefonische Antwort: "Ich solle mich nicht so zimperlich anstellen". Das war dann sozusagen der Auslöser für einen weiteren Brief an den zuständigen Abteilungsleiter, auch da wieder, seit 3 Monaten keine Antwort.

Rational ist das ganze nicht zu erklären, wie wir aber alle wissen ist unser Verwaltungssystem sowieso alles andere als rational aufgebaut.

Ich bin also nun gespannt wie diese Sache ausgehen wird, und werde euch natürlich am aktuellen Stand halten.

0
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

1 Kommentare

Mehr von Warumnicht?