Gehirnwäsche ist immer ein Resultat von Folter. Im Gegensatz zu plumperen Foltermethoden, in denen man einer Person solange fürchterliche Dinge antut bis sie tut was man möchte, ist Gehirnwäsche eine deutlich komplexere Angelegenheit.

Der Schlüssel zur Gehirnwäsche besteht darin dem „Überzeugen“ davon zu überzeugen dass seine neu gefundenen Ansichten im Einklang mit ihm selber stehen, ja: immer standen.

Der Gehirngewaschene soll glauben dass er schlichtweg "wach gerüttelt" wurde und nicht( wie es tatsächlich passiert is) neu programmiert wurde.

Methoden dazu gibt es erstaunlich viele und die Idee selber ist aber nichts Neues. Eine Methode die heute besondere Aufmerksamkeit verdient ist die der kleinen Inkremente.

Klassisch fing man einen Feind und sperrte ihn in einen Kerker. Man hielt die Person dann geradeso am Leben, etwa mit genügend Wasser und Brot, damit sie eben nicht verhungerte. Dann bat man der Person etwas an das sie wollte, etwa einen Bissen Frucht oder Fleisch. Alles was man dafür tun musste war niederzuschreiben, dass etwa der eigene König nicht perfekt sei. Nur eine Kleinigkeit also, nichts Drastisches.

Praktisch jeder konnte das mit sich vereinbaren.

Selbst der loyalste Gefolgsmann erkannte dass der eigene König nicht perfekt war. Jeder hat Fehler. Also schrieb man nieder dass der König nicht perfekt war und als Lohn erhielt man einen halben Apfel.

Wäre der Lohn ausgiebiger, etwa ein opulentes Mahl das den Gefangenen für einen Tag satt machen würde und drei Tage am Leben halten würde, hätte dieser Zeit zu rationalisieren was er da gerade getan hat. Er hat seinen Peinigern gegeben was er musste um zu überleben. Da der Lohn aber im Grunde zu klein war um diese Niederlage zu rechtfertigen, muss der Betroffene es vor sich selber rechtfertigen.

"Der König ist ja nicht perfekt. Na und? Haben sie eben einen Zettel auf dem eine Wahrheit steht. Egal. Keinem wurde geschadet. Ich habe nichts Schlechtes gemacht!"

Und dann genießt man den kleinen Lohn. Über Wochen werden die Anforderungen dann höher. Am Ende ist der Betroffene dann überzeugt den König und sein Heimatland zu hassen. Nicht nur jetzt sondern insgeheim hasste er sie schon immer. Ab diesem Zeitpunkt wird der Lohn größer und das Folteropfer kann bald als Agent eingesetzt werden.

Relevanz hat diese Methode weil die sozialen Medien diese Methode auf eine gewisse Art ermöglichen.

Menschen die keinen echten sozialen Anschluss finden und kaum bis keine echte Anerkennung erhalten tun plötzlich die wildesten Dinge um ein „Like“ zu bekommen. Junge Mädchen posten Nacktbilder auf Instagram und auf Facebook stimmt man eben in den Chor der Guten ein. Man legt die gerade aktuellen Filter über das eigene Profilbild, macht es mal schwarz, mal Regebogenfarben, postet Artikel über das Aussterben des Eisbären, Memes von Tierleid und ein Rezept für fleischloses Chilli. Dabei ist es unerheblich dass einem diese Avatargeschichte nervt und stresst, der Eisbär völlig egal ist und man gerade Heißhunger auf ein Steak hätte.

Es geht darum einfach ein paar Likes zu erhalten, einen Bissen Anerkennung von Menschen die sich genauso in die eigene Tasche lügen wie man selber.

Diese Likes reichen auch gerade nur so um das Gefühl völliger Vereinsamung niederzuringen die einen einholt wenn man nauchhause zu seinen drei Katzen kommt und sich beinahe wieder zu fragen beginnt ob es wirklich so klug war keine Familie zu gründen. Rasch wird das Handy gezückt und die vier Likes die dazugekommen sind retten einen wieder über diesen Gedanken.

Ob man nun beginnt an Gott, die flache Erde, Ufos, Tierleid, Sozialismus, Rassenlehre oder sonst was zu glauben ist dabei relativ unerheblich. Immer dreht es sich darum Likes zu erhalten und die bekommt man indem man selber jene spiegelt von denen man sich Anerkennung erhofft.

Der Likebutton ist also das Werkzeug mit dem sich Menschen am Ende des Tages selber das Gehirn waschen. Man geht immer noch ein kleines Stückchen weiter und radikalisiert sich so Stück für Stück ein wenig mehr, denn wer radikaler ist, bekommt mehr likes.

Das einzige Gegengift ist die Familie.

Jede andere Gruppe erwartet einen gewissen Konsens. Eine Familie, die den Namen verdient, akzeptiert abweichende Meinung. Menschen die der Familie feindlich gesinnt sind widersprechen hierbei, weil sie praktisch immer aus Umfeldern stammen in dem Abweichung drakonisch bestraft wurde. Diese tief traumatisierten Menschen zweifeln an ihrer Fähigkeit es selber besser zu machen, beschließen keine Familie zu gründen und setzen ihr Glück in Ersatzfamilien, sei das der Kirchenchor, die lokalen Bienenzüchter oder aber die Antifa. Je mehr Menschen mit ähnlichen Hintergründen sich in dieser Gruppe finden, desto rascher passiert radikalisierung. Aus diesem Grund hört man seltener von radikalen Bienenzüchtern, so oft aber von wildgewordenen Skinheads oder Kommunisten.

Steckt dahinter eine mächtige Kabale, eine Verschwörung?

Wohl kaum. Alles was dahinter steht ist ein Teil unserer Psyche, unsere Sehnsucht nach Anerkennung in Kombination mit einer Scheinwelt die in unserer Hosentasche am Handy wohnt. Und viele traurige Menschen.

Der Ausweg liegt darin etwas zu schaffen das größer ist als eine Gruppe und das Einzige das fähig ist alle anderen Gruppen in den Schatten zu stellen ist und bleibt nur die Familie. Ohne Familie ist es nur eine Frage welcher Kult einen dazu bringt sich selber aufzugeben und ein Teil des Kults zu werden.

gesamtschule.schwerte.de http://gesamtschule.schwerte.de/hardlink/princess-meera/kerker.html

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