Einige Technologien sind eine Bereicherung. Hat man sie in den Händen, so ist es nett sie zu haben. Andere Technologien füllen ein Loch, etwas, das man schon immer wollte und brauchte. um so zu leben wie man möchte. Für mich waren das das Internet in den 90igern und der leistbare 3D Drucker jetzt.

Ja, ich bin einer dieser Nerds mit 3D Drucker und stolz darauf. Ich drucke nicht nur, sondern ich erstelle tonnenweise Modelle und stelle diese auf Thingiverse gratis zum Download bereit. Die Community dort ist überaus kooperativ, man hilft sich, man baut auf der Arbeit anderer auf und verbessert, wo man nur kann.

Es ist ein mehr als befriedendes Hobby.

Für die Unkenrufer die jetzt einwerfen, dass ich da böses Plastik verarbeite, tja: ich verarbeite PLA dessen Rohstoff biologisch ist und biologisch abbaubar (nicht so schnell wie einen Bananenschale, aber doch). Der Strom aus meiner Steckdose finanziert Ökostrom, damit ist das ganze so richtig CO2 Neutral.

Aber genug zu meinem Status als free market environmentalist.

Mein Punkt ist ein völlig anderer. Seit es 3D Drucker gibt, habe ich behauptet, dass die Dinger bald in jedem Haushalt stehen werden, weil sie ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Sie müssen nur billiger werden. Jetzt kosten die Dinger 200€, 1kg Material gute 20€ (damit druckt man lange!) und die Energiekosten sind lächerlich. Die Handhabung ist relativ einfach und 80% von dem das man jemals brauchen kann, ist schon im Internet (Dank Freaks wie mir).

Gratis.

Warum also bin ich auf weiter Ebene relativ alleine mit meinem Gerät? Warum ist da niemand?

Warum drucke nur ich mir Ersatzteile für meine Geräte?

Die Lösung ist scheinbar relativ ernüchternd: die meisten Menschen wollen zum einen nicht selber entscheiden, was sie brauchen oder wollen, zum andren sind praktische Dinge nichts wert wenn kein Markenpickerl draufpickt. Gerade der linke politische Flügel ist hier ein Vorzeigebeispiel an Mitläufertum. Man gibt sein Geld für Iphones und Starbuckskaffee aus, führt Logos spazieren und geht dann, Marken und Modebewusst auf die nächste Antikapitalismusdemo, dannach trifft man sich bei McDonalds.

Der Hardcore Konservative hingegen verweist darauf dass jede Technologie Teufelszeug ist, erkennt aber wenigstens den wirtschaftlichen Nutzen an. (wenigstens was)

3D Druck ist etwas für den Flügel, der unabhängig sein will und sowieso schon gewohnt ist Dinge zu machen. Praktisch alle Menschen, die auch nur Interesse an dem Gerät zeigen, tun schon, bauen schon, machen schon.

Ein Teil der Bevölkerung tut, der Rest konsumiert.

Mitunter überlege ich mir dann, ob ich gegen diese Dauerkonsumenten und Nichtsbeiträger demonstrieren gehe, dann entscheide ich mich aber meistens doch die Zeit damit zu verbringen, etwas zu machen, an dem ich Freude habe, und die Anleitung dazu mit der Welt zu teilen. Für Demos habe ich keine Zeit mehr.

1
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Fischer Horst

Fischer Horst bewertete diesen Eintrag 21.08.2018 09:55:32

3 Kommentare

Mehr von Angus