Der dritte Weltkrieg wurde durch die Atombombe verhindert. Ohne diese Abschreckung hätten wir seit dem zweiten Weltkrieg zu mindestens noch einen dritten gesehen. Massenvernichtungswaffen schrecken besser ab als normale Waffen. Solange man solche Waffen im Arsenal hat ist man recht sicher. Die Lehrbuchbeispiele hierzu sind Nordkorea und die Ukraine: die einen bauten Massenvernichtungswaffen auf, die anderen gaben sie auf. Die einen haben mit einer Invasion zu kämpfen, die andren nicht.

Krieg ist am Ende des Tages ein Zahlenspiel: wenn das was man verliert höher ist als das was man gewinnt, kämpft man nicht.

Das weiß auch Taiwan und dachte sich scheinbar einen Notfallplan aus. Im Falle einer absehbaren Niederlage würde Taiwan die Drei-Schluchten-Talsperre mit (Mittelstrecken-)Raketen angreifen. Die Hsiung Feng IIE ist hierzu geeignet und seit 2011 im Arsenal der Taiwanesen. Auch das in Entwicklung stehende Yun Feng Programm muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden.

Taiwan hat also die militärischen Kapazitäten so einen Angriff auszuführen, die Frage ob die Warheads fähig sind den Damm zu beschädigen ist Gegenstand hitziger Debatten aber im Bereich des Möglichen.

Was wären die Folgen eines taiwanesischen Erfolges?

In knappen Worten: eine Katastrophe.

Potentiell wäre das ganze Yangtze Basin betroffen und damit das Herzland Chinas. Die Zerstörungen wären katastrophal.

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Ist es also ein Ass im Ärmel? Nicht wirklich.

Taiwan kann diesen Plan nicht einmal laut aussprechen. Der Angriff auf die Wasserversorgung eines Landes ist ein Kriegsverbrechen, der Damm ist damit kein legitimes Ziel in einem Krieg.

Aber genau das Gleiche gilt für Atombomben auf zivile Ziele.

Diese Abschreckung ist im Grunde eine Variante der MAD Doktrin des kalten Krieges: „Wenn du mich zerstörst, nehme ich dich mit!“, eine Strategie die uns, wie oben erwähnt, mindestens einen Weltkrieg erspart hat.

Taiwan hat damit also kein Ass im Ärmel, sondern einen Sprenggürtel um den Bauch.

So ein Sprenggürtel erhöht aber eben die potentiellen Kosten eines potentiellen Krieges und alles was Taiwan tun muss ist die potentiellen Kosten für China so hoch zu treiben, dass der potentielle Gewinn zu klein ist um aktiv zu werden.

Die Strategen in China sind sich dieser Bedrohung mehr als bewusst, Taiwan nutzt recht geschickt Leaks um über Dritte etwas zu sagen das sie selber nie sagen würden.

So verrückt die MAD Doktrin auch sei, am Ende des Tages hat sie Millionen von Leben gerettet. Eventuell ist es auch so in diesem Fall.

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Matt Elger

Matt Elger bewertete diesen Eintrag 29.08.2023 17:10:20

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